Porträt

laut.de-Biographie

Peter, Paul And Mary

"Peter, Paul and Mary sind nicht nur drei der besten Folk-Musiker aller Zeiten, sondern auch drei der wichtigsten Kämpfer für soziale Gerechtigkeit und Frieden, die aus der Künstlersparte hervorgetreten sind", schreibt Coretta Scott King in einer Retrospektive über das Schaffen des Trios.

Sie muss es wissen: Als Witwe des Predigers Martin Luther King war sie mit dabei, als ihr Mann 1963 bei einer Kundgebung vor dem Kongress in Washington seine berühmte "I Had A Dream"-Rede hielt. Zuvor hatten Peter, Paul And Mary Pete Seegers "If I Had A Hammer" und Bob Dylans "Blowin' In The Wind" performt.

Zu diesem Zeitpunkt befinden sich ihre ersten drei Alben in den Top 20 der US-Charts – ein unglaublicher Erfolg für eine Band, dessen männliche Mitglieder aussehen wie biedere Universitätsprofessoren und einzig zwei Akustikgitarren einsetzen. Ihre Mischung aus Begeisterung, Intelligenz und Engagement, die sie in einfach mitzusingenden Botschaften verarbeiteten, macht sie zur Speerspitze einer aufkommenden Folk-Bewegung, die soziale Ungerechtigkeit und die Kriegsaktivitäten der US-Regierung an den Pranger stellt.

Kennengelernt haben sich Peter Yarrow (geb. 1938), Noel "Paul" Stookey (geb. 1937) und Mary Lamberts (geb. 1936) 1961 im New Yorker Künstlerviertel Greenwich Village. Bereits ein Jahr später führen sie mit ihrem selbst betitelten Debüt die Charts an. Neben eigenen Stücken wie "Lemon Tree" oder der Kinderhymne "Puff (The Magic Dragon)" singen sie auch Lieder der noch unbekannten Bob Dylan und Gordon Lightfoot. Damit tragen sie wesentlich zu deren späteren Ruhm bei. Den kommerziellen Höhepunkt erreicht das Trio im November 1963, als sie mit drei Singles die US-Charts anführen.

Durch den Erfolg der Beatles, den einsetzenden Trend zur Elektrifizierung sowie die Radikalisierung der Protestformen verlieren sie in den folgenden Jahren zunehmend an Einfluss. Zwar veröffentlichen Peter Paul And Mary weiterhin regelmäßig Alben und geben weltweit jährlich 200 Konzerte - mit ihrem sauberen Image und den einfachen Arrangements verlieren sie aber die Gunst des jungen Publikums.

Das politische - oder, wie sie es nennen: ethische - Engagement hält dennoch an. So tut sich Yarrow als Mitorganisator einer ganzen Reihe von Musikfestivals und Kundgebungen hervor. Der Höhepunkt seiner Aktivität stellt eine Veranstaltung gegen den Krieg in Vietnam dar, an dem 1969 eine halbe Million Menschen teilnehmen.

Die Veröffentlichung dreier Soloalben 1970 kündigt offiziell die Trennung des Trios an. Zwar treten sie 1971 zugunsten des demokratischen Präsidentschaftskandidaten George McGovern noch mal gemeinsam auf, verlieren sich die folgenden sechs Jahre aber aus den Augen. Erst 1978 treffen die drei bei einem von Yarrow veranstalteten Anti-Atom-Konzert wieder zusammen.

Das Publikum ist begeistert, das anschließende Album "Reunion" schafft es aber nicht mal in die US-Top-200. Nach der Wahl Ronald Reagans zum Präsidenten der USA 1980 setzen sie sich gegen die US-Guerilla-Taktik in El Salvador und Nicaragua ein, wo kommunistische Regierungen an der Macht sind.

Das nach einer Reise ins mittelamerikanische Land entstandene Protestlied "El Salvador" bringt sie wieder ins Gespräch und führt zu kontroversen Diskussionen, wie auch die Festnahme Mary, ihrer Tochter und ihrer Enkelin bei einer Anti-Apartheid-Kundgebung vor der südafrikanischen Botschaft 1986 in Washington.

Ende der 80er Jahre nehmen sie ihre Arbeit für den öffentlichen Fernsehsender PBS auf, für den sie eine Kindershow und mehrere autobiografische Programme aufnehmen. Das anspruchsvollste trägt den Namen "Lifelines" (1996), bei dem sie alte Mitstreiter wie Richie Havens, die Weavers, John Sebastian, Ramblin' Jack Elliott, Pete Seeger oder Dave Van Ronk vor die Kamera bitten. Mit dabei auch B.B. King, Emmylou Harris und Carly Simon.

2003 entsteht die vierteilige Dokumention "Carry It On", die ein Jahr später in Auszügen auch auf DVD erscheint. Ihr nach wie vor ungebrochenes soziales Engagement beweisen sie mit dem zeitgleich erschienen Studioalbum "In These Times": "Jesus Is on the Wire" etwa prangert die Diskriminierung von Schwulen und Lesben an, "Mi Caballo Blanco" erinnert an die Menschen, die in Argentinien und anderen südamerikanischen Ländern unter der Führung blutiger Militärdiktaturen spurlos verschwanden.

Dieses Studioalbum soll jedoch tragischerweise ihr Letztes sein. Sängerin Mary Travers erkrankt im selben Jahr an Leukämie. Zwar geht die Band nach einer Knochenmarktransplantation im Jahre 2005 wieder auf Tour, 2007 vestirbt Travers aber an den Folgen der Chemotherapie. "Wir lieben sie und unsere Trauer lässt sich nicht in Worte fassen", trauern Peter unnd Paul auf der Homepage.

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Peter, Paul And Mary - Carry It On: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2004 Carry It On

Kritik von Giuliano Benassi

1963 sangen sie "Blowin' In The Wind" vor dem US-Kongress. (0 Kommentare)

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