Porträt

laut.de-Biographie

Oceana

Oceana. Das klingt nach Weite, Ferne, Exotik. Tatsächlich trägt ein 1882 entdeckter Asteroid den schönen Namen, genauso wie eine Stadt in Virginia und eine Meeresschutzorganisation. Doch damit nicht genug. Es gibt auch Oceana, die Soulsängerin aus Deutschland. Aus Deutschland? Eigentlich handelt es sich bei Oceana um eine Kosmopolitin ersten Grades.

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Geboren in Hamburg als Tochter einer deutschen Modedesignerin und einem Musiker aus der französischen Karibik-Kolonie Martinique, verschlägt es Oceana in ihrem jungen Leben nach Paris, Berlin, New York, Los Angeles, London und für einige Zeit auch nach Martinique. Sich selbst sieht die Künstlerin als "world-wide-citizen". Die Idee zum Namen Oceana hatte der Vater der Künstlerin, der immer über den alles verbindenden Ocean philosophiert habe, wie Oceana berichtet.

Aufgewachsen aber ist Oceana vor allem bei ihren Großeltern in Hamburg, beide abstrakte Maler. Ihr Vater ist derweil als Musiker unterwegs, ihre Mutter viel in Paris, wo sie für die Haute Couture arbeitet. Schon über den Großvater, der Duke Ellington und Louis Armstrong hört, wird Oceana an schwarze Musik herangeführt. Der familiäre Background macht Oceana zudem früh mit diversen anderen Künsten vertraut, ist sie doch ständig von Malern und Filmemachern umgeben. Als Fünfjährige tritt sie gar in einem Streifen des Hamburger Regisseurs Lars Becker auf.

Früh übt sich, wer ein Star werden will. Tatsächlich wird Oceana schon im Alter von sechs vom großen Maceo Parker, einem Freund der Familie, bei einem Konzert in Hamburg auf die Bühne geholt. Der Beginn einer langen Freundschaft, in dessen Verlauf die Soullegende zu einer Art Mentor wird. "Freundschaftlich und väterlich" habe Parker sie gefördert, so Oceana. Schließlich ermuntert der berühmte Funkmusiker und ehemalige James Brown-Mitstreiter Oceana zu einer eigenen Karriere: "Do your own thing! ". Und tatsächlich: im Frühjahr 2009 veröffentlicht Oceana ihr Ende 2008 in Hamburg und New York entstandenes Debüt "Love Supply".

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Oceanas Black Music-Cocktail beinhaltet 60ies-Soul, Funk und Reggae genauso wie Hip Hop und sogar ein wenig Jazz, erinnert mal an Joy Denalane mal aber auch an Popgirls vom Schlage einer Lily Allen oder Pink. Auch mit Ayo. oder gar Whitney Houston wird die Künstlerin mit dem beeindruckenden Afro schon mal verglichen. Wieder andere erkennen in Oceana eine deutsche Amy Winehouse. In Oceanas Jugend spielt vor allem Reggae eine große Rolle. Eine zeitlang hört ihre Mutter nur Roots-Reggae. Reggae sei für sie die "souligste Musik, die es gibt". Sie liebe aber auch Pop. Sie wolle, erklärt Oceana, vor allem Musik machen, "die einen zum Lachen und Feiern bringt. Zu der man tanzt. Die eine Leichtigkeit hat. "

Bühnenerfahrung sammelt Oceana unter anderem mit Seeed und Peter Fox, den sie als Support begleitet. Für die Gruppe Boundzound verantwortet Oceana 2007 die komplette Bühnen-Choreografie. Auch das Video zum Fettes Brot-Song "Bettina" wird von ihr choreographiert. Keineswegs als Jugendsünde sieht die hübsche Sängerin ihre Zusammenarbeit mit Echt-Sänger Kim Frank, mit dem sie im Jahr 2000 den Song "48 Stunden" einspielt. Ihre ersten Gesangsstunden aber erhält Oceana bei der sizilianischen Sängerin Etta Scollo.

In Frankreich tritt Oceana 2009 mit dem von ihr verehrten Soulkünstler Raphael Saadiq auf, sowie bei einer Radioshow im Vorprogramm von Annie Lennox. In so unterschiedlichen Ländern wie Rumänien oder der Schweiz ist die Soulkünstlerin mit der ersten Single vom Album "Love Supply" erfolgreich. In Russland erreicht das Stück "Cry Cry" gar die Spitzenposition der Charts.

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Über Amy, den Gig am Potsdamer Platz und die lehrreiche Zeit mit Kim Frank und Echt.

Im Frühling 2009 wird Oceana eine besondere Ehre zuteil, als sie bei einem Fest am Potsdamer Platz in Berlin vor Angela Merkel und dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy auftreten darf. Reaktionen der Kanzlerin auf Oceanas sonnigen Soul sind leider nicht bekannt. Im selben Jahr gewinnt sie beim polnischen Musikfestival "Sopot" den Publikumspreis und wird kurz darauf in die polnische Version von "Let's Dance" eingeladen.

Während ihr das in Polen zu großer Berühmtheit verhilft, spielt sie an der Seite von Christian Ulmen und Moritz Bleibtreu im Kinofilm "Jerry Cotton" und steuert zudem den Song "Run Baby Run" bei. 2010 nimmt sie gemeinsam mit Leon Taylor das Duett "Far Away" auf, mit dem sie auch beim Bundesvision Song Contest für Hessen auftreten und den 12. Platz belegen.

Obwohl es dann etwas still um die mittlerweile 30-jährige Sängerin wird, ist die Überraschung umso größer, als sie aufgrund ihrer großen Popularität in Polen von der UEFA ausgewählt, mit "Endless Summer" den offiziellen Titelsong zur Fußball-Europameisterschaft 2012 abzuliefern. Da muss die aktuelle Anstellung als Moderatorin der Arte-Lounge wohl kurz mal hinten anstehen.

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