Porträt

laut.de-Biographie

Obituary

Obituary können sich mit Fug und Recht als Death Metal-Acts der ersten Stunde bezeichnen. 1985 aus der Band Xecutioner hervorgegangen, unterscheiden sie sich von Anfang an durch ihren Frontmann John Tardy von allen anderen Bands dieses Genres.

Obituary - Darkest Day
Obituary Darkest Day
Tonnenschwere, alles zermahlende Riffs und gewohnt brachiale Vocals.
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Sind die lyrischen Ergüsse der meisten Prügelbarden sowieso nicht verständlich - meist auch nicht sonderlich informativ, sofern man sich nicht mit irgendwelchen goretechnischen Praktiken identifiziert - verzichtet Tardy anfangs weitgehend auf Texte und grölt einfach irgend etwas ins Mikro, was stimmungsmäßig gerade angebracht erscheint.

Musikalisch sind die Jungs aus Brandon, Florida nie daran interessiert, Geschwindigkeit als Priorität zu behandeln. Atmosphärische Dichte ist wesentlich wichtiger, die Songs besiedeln (mit Ausnahme des Debüts) oft den Midtempo-Bereich.

Neben den Tardy-Brüdern John (Vocals) und Donald (Drums) machen die beiden Gitarristen Trevor Peres und Allen West das Line-Up von Obituary aus. Ursprünglich ist noch Basser David Tucker dabei. Der verschwindet allerdings Anfang Mai 1989 spurlos. Später wird er zwar lebend wieder aufgefunden, leidet aber aufgrund eines Autounfalls unter einer leichten Amnesie und schwört schließlich dem Metal ab.

So ist Tucker nach dem Debüt "Slowly We Rot" raus. Für ihn greift seitdem Frank Watkins in die vier Saiten. Das Erstlingswerk beschreibt am besten das Wort extrem. Vor allem Johns Gesang entwickelt sich zum Aushängeschild.

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Kaum ist Frank in der Band, macht sich Allen vom Acker und gründet mit dem ehemaligen Cannibal Corpse-Fronter Chris Barnes die Band Six Feet Under. Seinen Platz nimmt vorrübergehend der ehemalige Agent Steel/Death-Klampfer James Murphy ein, der auch auf dem zweiten Album "Cause Of Death" zu hören ist.

Murphy ist somit auch auf der England-Tour mit Cerebral Fix an Bord, wo der Gitarrist allerdings mit Cancer anbandelt und später bei Testament anheuern soll. Das ist aber nicht weiter wild, da rechtzeitig zur US-Tour mit Sacred Reich Allen West wieder zurückkehrt.

Er steuert seine Soli somit wieder zu "The End Complete" bei, die nach wie vor als die beste Obituary-Scheibe gilt. Kaum eine andere Band verbindet so fette Grooves mit so brachialen Riffs. Daran ändert sich auf "World Demise" nichts, jedoch fehlen ein wenig die Überraschungen, wenn man davon absieht, dass John tatsächlich stellenweise Text singt.

Dennoch ermöglicht ihnen das Album Ende 1994 eine Co-Headlinertour mit Sepultura. Eröffnet werden die Shows jeweils von der Henry Rollins Band und Phillip Boas Voodoo Cult. Im folgenden Jahr kehren Obituary nochmals zurück und spielen zusammen mit Eyehategod und Pitchshifter. Anschließend kehrt ziemliche Stille im Band-Camp ein. Erst 1997 melden sie sich mit dem bezeichnenden Titel "Back From The Dead" zurück.

Das Album hält, was der Name verspricht, führt mit "Bullituary" aber eine Überraschung im Gepäck: Der Track ist wohl so etwas wie der erste Death Metal-Rap-Song. Bevor sich Obituary ein Jahr später nochmal kräftig auf Tour machen, erscheint das schlicht "Dead" betitelte Live-Album. Danach wird es still um den Fünfer aus Florida. Auflösungsgerüchte kursieren, da West mit Lowbrow und Peres mit Catastrophic bei anderen Projekten involviert sind.

2001 kommt schließlich "Anthology", eine Best Of-Scheibe, auf den Markt, die keinen einzigen neuen Song enthält. Als dann noch fest steht, dass Donald inzwischen zur Live-Band von Andrew W.K. gehört, sind die Hoffnungen auf ein weiteres Obituary-Album dahin. Doch ausgerechnet der Partylöwe vereint Donald, John und Basser Watkins auf der Bühne und zockt mit ihnen ein paar Obituary-Klassiker.

Der Spaß an der Sache ist wieder da. Allen und Trevor (der zwischenzeitlich für den Rapper Necro auf dessen "The Pre-Fix For Death"-Album ausgeholfen hat) sind wieder mit von der Partie.

Auf ein paar Abstechern nach Europa können sich die Fans davon überzeugen. Gerüchte, ein neues Album sei in Arbeit, bewahrheiten sich. "Frozen In Time" erscheint Mitte Juli über Roadrunner Records und liefert exakt den Sound, der die Band bekannt gemacht hat. Nur John greift auf einmal auf Texte zurück und artikuliert diese sogar verständlich.

Die erste Rundreise für das neue Album bestreiten Obituary mit Master und Visceral Bleeding. In den USA sind sie mit Napalm Death unterwegs, doch während der Tour zeichnet es sich immer mehr ab, dass es mit Allen und dessen Drogensucht Probleme gibt. Dennoch sind sie auf dem europäischen Festland einmal mehr mit Samael und Maroon unterwegs, bevor sie mit Gojira und Gorerotted nach England übersetzen. Einen Gig in Warschau nehmen sie sogar für die DVD "Frozen Alive" auf.

2007 arbeiten sie an einem weiteren Album, jedoch ohne Allen, der wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen hinter schwedischen Gardinen sitzt. Für ihn springt Ralph Santolla (Ex-Deicide/Iced Earth) ein und gehört zumindest so lange zur Band, bis Allen 2008 wieder entlassen wird. Das neue Album "Xecutioner's Return" erscheint Anfang September über Candlelight Records und gibt dem Obituary-Fan, was er sich wünscht.

Die Situation mit Allen hat sich aber nicht wesentlich verbessert, weshalb Ralph dauerhaft bei Obituary einsteigt. Obwohl die Amis eigentlich ständig irgendwo auf Tour sind und an neuem Material arbeiten, veröffentlichen John und Donald unter dem schlichten Namen Tardy Brothers Ende März 2009 ein Album namens "Blood Line". Dieses unterscheidet sich nur unmaßgeblich vom typischen Obituary-Sound und fällt lediglich etwas rockiger aus.

Den typischen Obi-Sound (ohne jegliche Überraschungen positiver wie negativer Art) gibt es Ende Juni bereits wieder mit "Darkest Day".

Alben

Obituary - Darkest Day: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2009 Darkest Day

Kritik von Michael Edele

Tonnenschwere, alles zermahlende Riffs und gewohnt brachiale Vocals. (0 Kommentare)

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The End Complete
Insane
The End Complete (Reissue)

Fotogalerien

Bang Your Head 2014

, Bang Your Head 2014 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) , Bang Your Head 2014 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) , Bang Your Head 2014 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) , Bang Your Head 2014 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele)

Obituary auf dem Summer Breeze 2010 Grooves und mörderische Growls.

Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Grooves und mörderische Growls., Obituary auf dem Summer Breeze 2010 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele)

Bang Your Head 2008 Die einzige Death Metal Band auf dem Festival.

Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Die einzige Death Metal Band auf dem Festival., Bang Your Head 2008 | © laut.de (Fotograf: Michael Edele)

Termine

Sa 09.08.2014 Schlotheim (Flugplatz Obermehler)
Sa 16.08.2014 Dinkelsbühl (Festivalgelände)
  • Obituary

    Man sollte eine Vorliebe fürs Scrollen mitbringen.

    http://www.obituary.cc
  • Obituary@MySpace

    Dig my corpse, it's MySpace.

    http://www.myspace.com/obituary
  • Labelpage America

    Einige Pix und Infos.

    http://www.roadrun.com/artists/Obituary/
  • Tardy Brothers

    Nebenprojekt der Tardy-Brüder.

    http://www.tardybrothers.com

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