Porträt

laut.de-Biographie

Henry Rollins

Ganz schön spooky, dieser Henry Rollins: Es gibt von ihm lange Jahre kaum ein Foto, auf dem er nicht dreinschaut, als schaukle ihm gerade irgendein Drill-Instructor bei der Musterung die Klöten.

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Ein Geheimtipp in den 80ern, gehört er mit Black Flag zur aggressiveren Riege der Post-Punker. Bei seinem Namen denkt man aber auch an Spoken Word-Auftritte oder Schauspielerei. Und: Ein Rollins schreckt nicht davor zurück, die eigene Meinung zu brisanten Themen auch öffentlich zu äußern bzw. sich zu engagieren, ob als Menschrechtsaktivist oder auch als Fürsprecher für US-Veteranen und ihre Familien.

1961 in Washington D.C. als Henry Lawrence Garfield geboren, taucht er gegen Ende der 70er Jahren in die aufflammende Washingtoner Punk-, Hardcore- und Straight Edge-Szene ein und arbeitet auch als Roadie. Als Scheidungskind hat er u.a. mit depressiven Verstimmungen zu kämpfen und wird wegen ADHS behandelt. Seine erste Band - State Of Alert - gründet er 1980. Ein Jahr später wechselt Henry - nun als Henry Rollins - zu Black Flag. Nach der Auflösung der legendären Band 1986 beginnt eine recht facettenreiche Solokarriere.

1987 erscheint die erste Soloscheibe ("Hot Animal Machine"), im selben Jahr hebt er seine Rollins Band aus der Taufe. Schon zu Black Flag-Zeiten lässt Henry auf der Bühne auch die Fäuste fliegen, und nicht wenige Fans legen es genau darauf auch an. Später entlädt er seine Batterien lieber im Gym.

Seit 1984 betreibt der Amerikaner zudem einen eigenen Verlag namens 2.13.61 (sein Geburtsdatum), über den er neben eigenen Büchern und Spoken Word-Alben auch andere Autoren vertreibt. 1992 kommt der Major-Erstling "The End Of Silence" zurück, eine hochgepriesene Scheibe. "Das härteste Jazz-Album", lobt er Rolling Stone den ersten Chartserfolg Rollins'. Sein mit erfolgreichstes Stück dürfte aber die 1994er-Single "Liar" sein.

Rollins hört und sieht man parallel auch regelmäßig in Radio und TV, etwa als VJ bei MTV, mit eigenen Sendungen oder als Synchronsprecher. Nebenbei wird er für Kino- und Fernseh-Nebenrollen gecastet. Man erinnere sich etwa an die Szene in "Heat", als Al Pacino unseren tätowierten Anaboliker aufmischt. Das Hollywood-Debüt erfolgt gleichwohl im Streifen "The Chase" (1994).

Energische Gedichte und Bücher, die der mittlerweile in Los Angeles ansässige Härtner in Lesungen auf die Bühne bringt, bleiben dennoch ein Hauptanliegen - schon zu Black Flag-Zeiten tourt er als Spoken Word-Artist. "Think-Tank" nennt sich der Scream-, Rock- und Shout-Tank.

Und so besteht die Rollins Band offiziell 2014 noch immer - wenn auch in teilweise unterschiedlicher Besetzung und mit längeren Auszeiten, zuletzt seit 2006. Henry verlautet aber bereits, dass er die Musik wohl an den Nagel hängen wird. Schade, denn letztlich hat sich ja vor allem ein Bühnenbild ins Hirn eingebrannt: ein muskelbepackter, tätowierter, hoch emotionaler und schweißgebadeter Henry in schwarzen Shorts!

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