Porträt

laut.de-Biographie

Agent Steel

Mit seinen Bands Abattoir und Spectre hat sich Sänger John Cyriis in der Bay Area und darüber hinaus einen guten Namen gemacht. So bleibt es nur eine Frage der Zeit, bis die Demos seiner neuen Band Agent Steel im Underground hoch gehandelt werden.

Diese gründet John 1984 gemeinsam mit Drummer Chuck Profus, Basser George Robb und den beiden Gitarristen Mark Marshall und John Gott. Beide Axtschwinger wandern nach dem Demo ab, wobei Mark wenig später bei Savage Grace wieder auftaucht. Bei Agent Steel übernehmen Kurt 'Kilfelt' Colfelt und Juan Garcia die Klampfen. Letzterer spielt wie John bereits bei Abattoir. Und schon jetzt eröffnen sie für Bands wie Slayer und mischen die Thrash Metal-Szene auf.

Das Debüt "Skeptics Apocalypse" erscheint 1985 in den Staaten über Combat und in Europa über Roadrunner Records: tolle Melodien und viel Tempo. Allerdings zeigt sich bald, dass mit John nicht so leicht zu arbeiten ist. Das liegt nicht nur an seinen Texten oder dem Gefasel über Außerirdische, sondern auch an seinem Ego. So macht sich Kurt wieder vom Acker und gründet seine eigene Combo Holy Terror.

So sind auf der im selben Jahr erscheinenden EP "Mad Locust Rising" mit Bernie Versailles
ein neuer Gitarrist und mit Michael Zaputil gleich noch ein neuer Bassist zu hören. John dreht langsam aber sicher am Rad und behauptet steif und fest, dass er von einem anderen Planeten stammt und bald auch wieder von seinen "Kollegen" abgeholt wird. 1987 zieht er sogar nach Florida, um näher am Bermuda-Dreieck zu sein, was seine Murmel auch nicht klarer macht.

Das im selben Jahre erscheinende "Unstoppable Force" gibt sich etwas langsamer und melodischer als das Debüt. Nachdem sich Garcia, Versailles und Zaputil weigern nach Florida zu ziehen, sucht sich John eine neue Band. Dabei stößt er auf einen jungen, begnadeten Gitarristen namens Jamens Murphy, der später bei Bands wie Death, Testament oder Obituary die Saiten qualmen lässt. Mit ihm, Gitarrist Jay Weslord, Basser Richard Bateman und Drummer Chuck geht es mit Overkill und Anthrax durch Europa. Doch auch die neue Band muss Einiges über sich ergehen lassen.

So verprügelt der Sänger mal gern einen Roadie oder verpflichtet die Musiker, komplett in orangefarbenen Raumanzügen aufzutreten. Damit ist der Ofen im März 1988 erst mal aus, und Cyriis gründet mit Drummer Profus die Band Pontius Prophet und macht dort einen auf Satanist. Juan Garcia hat derweil seine neue Truppe EvilDead am Start und veröffentlich zwei Studioalben sowie eine Livescheibe. Allerdings gibt die Combo Anfang der 90er schon wieder auf, und es wird ruhiger um den Gitarristen.

Erst 1999 regen sich Agent Steel wieder, als sie das Angebot bekommen, auf dem Wacken Open Air einen Reunion-Gig zu spielen. Juan, Bernie und Chuck reanimieren die Band und holen sich mit Karl Medina den EvilDead-Bassisten und mit Bruce Hall den ehemaligen Sybil-Sänger ins Boot. In dieser Besetzung melden sie sich via Metal Blade mit "The Omega Conspiracy" zurück, können aber nicht ganz an die alten Zeiten anknüpfen. Bernie ist derweil auch als Live-Gitarrist bei Fates Warning dabei und spielt auch auf dem ersten Engine-Album mit.

Es zeigt sich, dass die UFO-Spinnereien wohl nicht ausschließlich auf dem Mist von John Cyriis gewachsen sind, denn auch ohne ihn bleibt die Thematik bestehen. Im Frühjahr 2000 geht es mit Riot, Anvil und Domine auf Europatour und man spielt eine Zeit lang mit dem Gedanken, sich in Order Of The Illuminati umzubenennen. Als Drummer Chuck im folgenden Jahr seinen Hut nimmt, übernimmt Rigo Amezcua. Nachdem sie beim italienischen Label Scarlet Records unterschrieben haben, veröffentlichen sie 2003 unter dem Banner Agent Steel einfach eine Scheibe namens "Order Of The Illuminati".

Gemeinsam mit Exodus, Nuclear Assault, God Dethroned und ein paar anderen Bands geht es dann als 'Bonded By Metal'-Trek durch Europa - die Hälfte der Tour wird aber abgesagt. Erst 2005 lassen sie sich wieder in Deutschland sehen und spielen ein paar Gigs mit After All. Derweil steigt Fronter Bruce noch bei Steel Prophet ein und bereitet mit seinen Stahlagenten das nächste Album vor.

Mitte 2006 finden Agent Steel bei Mascot Records eine neue Heimat, jedoch dauert es noch über ein Jahr, ehe das neue Album "Alienigma" tatsächlich in den Regalen steht. Im Schlepptau von Vicious Rumors und After All geht es im September einmal mehr durch Europa.

Alben

Agent Steel - Alienigma: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2007 Alienigma

Kritik von Michael Edele

Von der guten alten Bay Area-Schule zu astreinen Thrashern. (0 Kommentare)

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