Porträt

laut.de-Biographie

Kevin Rudolf

Was hat ein Rock-Musiker in den Reihen eines Hip Hop-Labels verloren? Eine Frage, die man sich bei Cash Money Records offenbar gar nicht erst gestellt hat. "Wenn sich eine Sache gut anfühlt, muss man aus dem Weg gehen und der Musik den Vortritt lassen", ist Kevin Rudolf überzeugt. Kein Wunder: Seine Musik öffnet ihm Tür und Tor.

Kevin Rudolf - In The City Aktuelles Album
Kevin Rudolf In The City
Im Herzen ein Mainstream-Popper.

Um seine Person macht Rudolf dabei kaum Aufhebens. Geboren in Manhattan, aufgewachsen in New York City - viel mehr als grobe Eckdaten verrät sein Lebenslauf nicht. Die Liebe zur Gitarre legt ihm die alleinerziehende Mutter, selbst Rocksängerin, in die Wiege.

Die erste E-Gitarre erhält Kevin mit elf oder zwölf Jahren allerdings vom Opa. Der stellt eine pädagogisch wertvolle Bedingung: Er kauft die Stromklampfe unter der Voraussetzung, dass der Enkelsohn damit nicht nur posiert, sondern tatsächlich Unterricht nimmt. Der soll sich auszahlen.

Kevin Rudolf erfährt eine für seine Zeit typische musikalische Sozialisation. Er hört den großen Gitarristen zu, steht auf Led Zeppelin und Jimi Hendrix, später auf 80er-Jahre-Pop. Noch später entwickelt sich eine Vorliebe für R'n'B und Hip Hop. Die Rock-Riffs bleiben allgegenwärtig. Zur Gitarre gesellen sich ein Keyboard und ein Computer. Rudolf beginnt, aus all dem sein eigenes Soundsüppchen zu kochen.

Weniger typisch: Er läuft Erfolgsproduzent Timbaland über den Weg. "Ein Freund hat uns miteinander bekannt gemacht", erinnert er sich. "Anfangs ging ich nur ins Studio, um ihm möglichst viel über die Schulter zu gucken und um so viel wie möglich zu lernen."

 - Aktuelles Interview
Kevin Rudolf "Es geht einfach um echten Scheiß"
Rudolf erklärt u.a., warum Nas unbedingt auf seinem Debütalbum sein wollte.

"Meine Gitarre hatte ich eigentlich nur dabei, weil ich mich ohne sie komplett überflüssig und fehl am Platz gefühlt hätte. Doch es dauerte nicht lange, bis ich die ersten Gitarrenspuren für seine Tracks beisteuerte."

Zwischen dem Neuling und dem alten Hasen entspinnt sich eine produktive Zusammenarbeit. Kevin Rudolf ist auf zahlreichen Timbaland-Hits, darunter Titel von Lil' Kim, Nelly Furtado, Justin Timberlake, den Black Eyed Peas und anderen zu hören und avanciert zum gefragten Studiomusiker.

Bald stehen David Banner und etliche andere Kollegen auf der Matte. Rudolf arbeitet mit LL Cool J, den Neptunes, T.I., Flo Rida, Mya und Ludacris. Eine Kollabo mit Nas findet über die Serie "CSI:NY" sogar den Weg ins Fernsehen.

Neben all der Produzenten- und Musiker-Tätigkeit hinter den Kulissen treibt Kevin Rudolf jedoch auch die eigene Karriere voran. Als hilfreich erweisen sich da die Brüder Slim und Baby Williams, die in der Hip Hop- und R'n'B-Landschaft die unbesetzte Nische für harte Gitarren wittern. Sie holen Rudolf ins Boot von Cash Money Records.

Unter dem Dach von Lil Waynes Label startet Rudolf durch. Die Single "Let It Rock", für die Weezy seine schrägen Raps beisteuert, schießt auf Platz 5 der Billboard-Charts und gestattet einen Vorgeschmack auf das Debüt-Album.

"In The City" folgt auf dem Fuße und fährt alles auf, das Kevin Rudolf ausmacht: persönliche Texte, Beats, Songwriting, Gitarrenriffs, Flow und eine Spur Punk-Attitüde. Die komplette Cash Money-Familie samt Rick Ross, Birdman und selbstverständlich Lil Wayne geht mit an Bord. Die Produktion bleibt jedoch weitgehend Sache des Urhebers persönlich.

"'Let It Rock' war hervorragend, um die Aufmerksamkeit der Leute zu packen", konstatiert dieser gegenüber contactmusic.com. "Das Album aber ist wirklich vielseitig und wird einige Leute überraschen. Es birgt einen wirklich eklektischen Mix." Wie sich das eben gehört, für einen Rock-Musiker in den Reihen eines Hip Hop-Labels.

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Let It Rock
"I Made It" (Cash Money Heroes)
Welcome To The World

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