Porträt

laut.de-Biographie

Hassan Annouri

"Ey, Hassan, wann kommt'n endlich deine Platte? Du machst schon so lang rum ..." 2009 beantwortet Hassan Annouri die ihm vermutlich wieder und wieder gestellte Frage mit dem Solodebüt "International". Als Newcomer geht der Produzent und Arrangeur damit schon lange nicht mehr durch.

Geboren am 17. Juli 1974 als Sohn marokkanischer Einwanderer in Langen wächst Hassan im Frankfurter Stadtteil Griesheim auf. Dort sind nicht gerade die nobelsten Adressen angesiedelt. Für sich langweilende Jugendliche bietet das Viertel kaum Perspektiven. Ein Abrutschen in halb- bis vollkriminelle Kreise scheint nahezu unausweichlich.

Einen Ausweg aus der Misere zeigt erst die Mitte der 80er aus den USA herüber schwappende Breakdance-Welle. Hassans Interesse an der Musik erwacht. "Ich wurde vom amerikanischen Hip Hop der alten Tage inspiriert", erinnert er sich gegenüber hr-online.de "Filme wie "Wildstyle" oder Typen wie Grandmaster Flash hatten große Einfluss auf mich."

"Wir konnten uns damals mit diesen Leuten identifizieren. Wir sind unter ähnlichen Umständen aufgewachsen und haben in deren Leben Parallelen entdeckt ... Wir wurden früh mit Problemen konfrontiert und mussten irgendwo Halt finden. Den fanden wir in der Rap-Musik aus Amerika. Wir haben schließlich auch versucht, unser Lebensgefühl in Musik zu verpacken."

Hassan Annouri rappt, teilweise unter dem Alias Fast H, mit den Tschabos. Mit seiner Crew Variety Pac veröffentlicht er 1994 mit "Laber Mir Kein Ohr" eins der frühesten Zeugnisse der im Entstehen begriffenen deutschen Rap-Szene.

Trotz Wurzeln im Hip Hop erlangt Hassan Annouri den ersten größeren Erfolg mit dem Hardcore-Techno-Projekt "Smash?". Sven Väth, Resident-DJ im Club Omen, hypt den Track "Nächste Station: Konstabler Wache" zum Erfolg. Von den Einnahmen leistet sich Hassan professionelles Studio-Equipment.

Der Grundstein der musikalischen Karriere ist gelegt: Als eine Hälfte des umtriebigen Produzentenduos Bock Auf'n Beat macht sich Hassan einen Namen als zuverlässiger Beat-, Song- und Tracklieferant. Er produziert für Kollegen von Nico Suave und Olli Banjo über DJ Tomekk, Fatman Scoop und Sido bis hin zu Wu-Zögling Cappadonna.

Darüber hinaus remixt er Tracks, unter anderem von Dr. Dre und Xzibit, komponiert Soundtracks und versucht sich als Schauspieler, zum Beispiel in "Der Millionär Und Die Stripperin". Er legt Platten auf, organisiert und moderiert Veranstaltungen. Bei aller Umtriebigkeit bleibt Zeit auch für soziales Engagement: So übernimmt er unter anderem Annouri die Patenschaft für die U12-Mannschaft des FSV Frankfurt.

"Ich lebe zwar schon sehr lange von der Musik, stehe aber nicht auf fett aufgetragene Posen", erklärt Hassan auf seiner Homepage seine Arbeitsphilosophie. "Ich halte nicht Ausschau nach der einen großen Sache, sondern arbeite viel lieber an diversen kleineren Dingen, die dann ein großes Ganzes ergeben."

"Irgendwann war dann ein Punkt erreicht, an dem ich meine Erlebnisse in Songform aufschreiben musste, weil sie aus meinem Kopf und aus meiner Seele raus wollten", beschreibt er die Entstehungsgeschichte der stark persönlich gefärbten Platte "International". Als Gäste treten Cassandra Steen, Afrob, She-Raw, ein aus der Versenkung aufgetauchter Eko Fresh, die Lieblingsrapper Sido und Harris, Jeyz oder Curse in Erscheinung.

"Ich sehe mich nicht als Prediger, sondern möchte vor allem die Wahrheit, meine Wahrheit, mit meinen Zuhörern teilen", betont Hassan Annouri. "Aus der können sie etwas für sich herausziehen - wenn sie wollen."

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