Porträt

laut.de-Biographie

Derek Sherinian

Ob man ihn nun als Tastenhure oder Keyboardsöldner bezeichnet, spielt eigentlich keine wirkliche Rolle. Derek Sherinian zählt zu den besten und am meisten respektierten Keyboardern im Rock/Metalbusiness.

Im Alter von fünf Jahren kommt der im kalifornischen Laguna Beach geborene Derek zum ersten Mal mit dem Klavier in Kontakt. Das Instrument zieht ihn magisch an. Nachdem er die Highschool abgeschlossen hat, geht er auf die renommierte Berklee Music School in Boston, Massachusetts. Dort tritt er auch seiner ersten Band Smoke bei, die den Hippiesounds aus den 60ern frönt.

Zurück in Kalifornien fragt ihn sein ehemaliger Berklee-Kollege Al Pitrelli (Ex-Megadeth, Savatage, TSO), ob er nicht ebenfalls bei Alice Cooper für die Auditions vorspielen wolle. Gesagt, getan: Derek steigt 1989 ein, um im Anschluss an die "Trash"-Veröffentlichung rund um die Welt zu touren. Auch für das folgende "Hey Stupid" steht er dem Mann noch zur Verfügung, nimmt aber dann das Angebot von KISS an, um das Quartett alter Säcke hinter dem Vorhang live zu unterstützen.

Diesen Job führt er sowohl für die "Revenge"-, als auch für die "Alive III"-Tour aus, ehe ihn sein nächste Schritt wieder zurück ins Scheinwerferlicht führt. Nachdem Kevin Moore die Jungs von Dream Theater verlässt, um Chroma Key zu gründen, steigt Derek im Oktober 1994 bei den New Yorkern ein. Die nächsten vier Jahre, drei Alben und zwei Welttourneen bleibt er der Band treu, ehe er sich wieder verabschiedet, um seine Solokarriere zu verfolgen.

Zusammen mit Drummer Virgil Donati (Dungeon, Southern Sons) und Gitarrist Brett Garsed (Nelson) nimmt er 1999 "Planet X" auf und bedient dort Freunde der progressiven Metal/Rockmusik. Mit Virgil und dem Weltklasse-Gitarristen Tony MacAlpine macht er fortan auch unter dem Banner Planet X weiter, veröffentlicht aber parallel dazu immer wieder mit ständig wechselnden Gastmusikern Alben unter seinem eigenen Namen.

Den Grundstein legt er 2001 mit "Inertia", auf dem ihn Zakk Wylde an der Klampfe, Jerry Goodman (Mahavishnu Orchestra) an der Violine und Tony Franklin (Ex-Blue Murder/House Of Lords) am Bass begleiten. Zusätzlich sind an Gitarre und Drums noch das Toto-Team Steve Lukather und Simon Phillips (Jeff Beck) zu hören. Damit aber noch nicht ausgelastet, schließt er sich mit Ty Tabor (King's X/Jelly Jam), Johnny Myung (Dream Theater) und Rod Morgenstein (Winger/Dixie Dregs) zu Platypus zusammen.

Außerdem geht Derek Sherinian im September mit dem Gitarren-Exzentriker Yngwie Malmsteen als Gastmusiker auf Tour und bastelt mit Ty Tabor an Jughead, wo die Brüder Matt und Gregg Bissonette Bass und Drums spielen. 2002 erscheint das zweite Planet X-Album.

Auf Malmsteens "Attack" spielt er ebenfalls mit. Der revanchiert sich, indem er auf "Black Utopia" ein Gastspiel gibt und sich damit wieder in eine ganze Riege von Gaststars einreiht. Namentlich sind das Zakk Wylde, Billy Sheehan, Tony Franklin, Brian Tichy (Ex-Foreigner) und einmal mehr Simon Phillips.

Schon zuvor steht Derek Sherinian der Sinn nach Internationalem. Mit den schwedischen Sänger Andy Engberg (Ex-Lion's Share), dem norwegischen Gitarristen Torben Enevoldsen und dem deutschen Drummer Andreas Lill (Vanden Plas) spielt er ein Album unter dem Banner Section A ein. Live begleitet er derweil Billy Idol auf dessen "Kiss The Skull"-US Tour.

2003 erscheint das schon erwähnte "Black Utopia"-Album, im Juni stellt Derek mit Tony MacAlpine (Gitarre), dem ehemaligen Steve Vai-Basser Philip Bynoe und Drummer Jonathan Mover (Ex-Satriani) eine Liveband für seine Tour zusammen.

An den Shows mit Billy Idol scheint er Geschmack gefunden zu haben, denn zu ihm kehrt er immer wieder zurück. Nachdem er beim Ex-Thin Lizzy/Whitesnake-Gitarristen John Sykes auf dessen Japantour ausgeholfen hat, erscheint im November 2004 "Mythology". Darauf gastieren wieder die üblichen Verdächtigen, allein Basser Marko Mendoza und John Sykes leisten zum ersten Mal einen Beitrag. Im Anschluss kehrt bis 2006 etwas Ruhe ein.

"Blood Of The Snake" nennt sich das mittlerweile fünfte Soloalbum, auf dem sich neben den altbekannten Mitstreitern auch Billy Idol, Slash (Velvet Revolver, Ex-Guns N' Roses) und John Petruccti (Dream Theater) die Klinke in die Hand geben.

Die ersten Ideen für das nächste Soloalbum schwirren Derek bereits Anfang 2007 im Kopf herum. Zunächst steht aber das sechste Planet X-Album an. Kaum ist Ende 2008 "Molecular Heinosity" in trockenen Tüchern, plant Derek Sherinian jedoch schon das nächste Projekt. Dieses Mal mit Gesang: Über seine Homepage sucht er eine Mischung aus Hetfield und Meshuggah. Bis die gefunden ist, erscheint Ende März erst mal eine weitere Soloscheibe "Molecular Heinosity".

Der nächste, große Wurf steht aber 2010 an, als er sich Black Country Communion, der Supergroup aus Sänger/Bassist Glenn Hughes, Drummer Jason Bonham (UFO/Foreigner) und Gitarrist Joe Bonamassa anschließt. Mit ihnen veröffentlicht er bis 2012 drei Alben und schiebt zwischenrein noch seine nächste Soloscheibe "Oceana" nach.

Alben

Derek Sherinian - Black Utopia: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2003 Black Utopia

Kritik von Michael Edele

Für alle Musikanfänger mal wieder eine tödliche Injektion. (0 Kommentare)

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