Porträt

laut.de-Biographie

Steve Vai

Als Sänger David Lee Roth nach dem Bruch mit Van Halen 1986 sein erstes Soloalbum "Eat 'Em And Smile" veröffentlicht, ist das Staunen groß: Wer ist nur dieser Gitarrist, der sein Instrument zu Beginn des Openers so verrückt zum Lachen bringt? Es handelt sich um den 26-jährigen Steve Vai, der trotz seines jungen Alters schon erstaunliche musikalische Erfahrungen gesammelt hat.

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1960 in New York geboren, nimmt er als 13-Jähriger Unterricht beim vier Jahre älteren Joe Satriani. Nach einem Abschluss am renommierten Berklee College of Music zieht er 1979 mit seiner Gitarre im Koffer nach Los Angeles, um dort sein Glück zu versuchen.

Bald transkribiert er Stücke für Frank Zappa und weckt damit die Aufmerksamkeit des exzentrischen Musikers. Trotz eines verpatzten Radioauftritts beschließt Zappa, Vai in seine Liveband mit aufzunehmen. In den folgenden Jahren führt er ihn als The Stunt Player in den Credits zahlreicher Platten auf. Zappa übt einen riesigen Einfluss auf den jungen New Yorker aus, nicht nur auf seinem Solodebüt "Flexable" (1984) - Vai verdankt ihm mit einer Coverversion von "Sofa" 1991 seinen ersten Grammy.

Nach vier Jahren, in denen er nach eigenen Angaben "eigentlich unspielbare Sachen spielte", heuert Vai bei mehreren Metalbands an. Mit seinen explosiven Bühnenauftritten ersetzt er erst Yngwie Malmsteen bei Alcatrazz, haut dann auf zwei David Lee Roth-Alben in die Saiten, bevor er 1989 bei Whitesnake einspringt.

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1990 beschließt er, wieder auf Solopfaden zu wandeln. Das erste Ergebnis ist sein wohl überzeugendstes Album "Passion And Warfare" (1990), auf dem er nicht nur unglaubliche Riffs vorführt, sondern auch durchaus witzig klingt.

Die Zeit der großen Virtuosen scheint jedoch dem Ende zuzugehen. "Die Gitarristen versuchten, ihre großen Vorbilder wie Jimmy Page, Brian May und Ritchie Blackmore an die Wand zu spielen", analysiert Vai mal treffend auf seiner Homepage. "Manche von uns waren gut, andere einfach Wichser. Ich wurde beschuldigt, beides zu sein. Schlussendlich war es der Stil, der gegen eine Wand stieß, und dann kam Grunge."

Vai betrachtet sein Instrument jedoch nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zum Zweck und komponiert unbekümmert weiter. Nebenbei züchtet er Bienen, entwickelt eine siebensaitige Gitarre, gründet mit Favourite Nations ein qualitativ hochwertiges Label und tourt mit wechselnden Mitmusikern unter dem Siegel G3 bzw. G7. Zu ihnen gehören Satriani, Tony MacAlpine und Malmsteen. Außerdem beweist er immer wieder eine Riecher für große Talente und hat beispielsweise auch Devin Townsend (Strapping Young Lad) auf seinem "Sex And Religion"-Album der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Anfang 2004 ist er an der ersten Aufführung eines Konzertes mit dem aussagekräftigen Titel "Fire String" des japanischen Komponisten Ichiro Nodaira beteiligt. Begleitet vom 100-köpfigen Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra, besteht seine Rolle aus einer 20-minütigen atonalen Einlage. "Sie ist fast unmöglich zu spielen, deshalb habe ich es getan", erzählt Vai weiter auf seiner Homepage. "Wahrscheinlich gibt es ein paar andere Gitarristen, die das auch hätten schaffen können, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand gewollt hätte."

Nachdem er die ersten Jahre des neuen Jahrtausends damit verbringt, eine große Menge an noch unveröffentlichtem alten Material zu releasen, begibt er sich noch 2004 ins Studio. Das Ergebnis mit dem Titel "Real Illusions: Reflections" erscheint im Februar 2005.

Der Platte folgt eine Tour mit der berühmten, 100-köpfigen Bigband "The Metropole Orchestra" und eine anschließende Veröffentlichung der Live Doppel-CD "Sound Theories 1 & 2" (2007). 2010 stellt er in Holland beim Steve Vai Festival zwei eigene Musicals mit Orchester auf die Bühne, 2011 schafft er in Koop mit dem Berklee College of Music den Guiness World Record für die Online-Gitarrenstunden mit den meisten Teilnehmern. Musik für Filme oder Videogames hat er auch im Repertoire.

Die Tour zum Studioalbum "The Story Of Light" führt den Gitarristen, der zwei Söhne hat und mit Vixen-Bassistin Pia Maiocco verheiratet ist, bis 2014 durch sage und schreibe 52 Länder. Ein Ende der Erfolgsstory, die 2016 mit einer erweiterten Jubiläumsausgabe von "Passion And Warfare" gefeiert werden soll, ist nicht abzusehen.

Im selben Jahr ist Steve zum 20-jährigen Jubiläum zum wiederholten Mal Teil der Gitarrenkonzertreihe G3 von Joe Satriani. Mittlerweile steht Vai für mehrere Signature-Ibanez-Modelle, über 15 Millionen verkaufter Platten, hat drei Grammys (bei 15 Nominierungen) in der Tasche und hilft Kinder sowie Jugendlichen, die sich weder Instrumente noch Unterricht leisten können.

Doch kein Grund, sich auf seinen Erfolgen auszuruhen. Stattdessen spielt er oft live, gibt Unterricht und versorgt seine Fans immer wieder mit Livemitschnitten oder Releases.

Interviews

Steve Vai: "Manchmal möchte ich meine Gitarre ficken!"

Januar 2002 "Manchmal möchte ich meine Gitarre ficken!"

Interview von Klaus Hardt

Der Gitarrengott hatte sich mit Band in Köln angesagt, was alleine schon eine Reise wert ist, sofern man auf virtuoses Saitenspiel steht. Doch die Musiker, die er mitbrachte, ließen einem überhaupt keine andere Wahl, als sich in der Live Music Hall einzufinden. Einfach eine Hammerbesetzung war am Start: Billy Sheehan am Bass, Tony MacAlpine bediente Keyboards und Gitarre, Dave Weiner spielte ebenfalls E-Gitarre und Virgil Donatti die Drums. (0 Kommentare)

News

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Videos

Passion and Warfare Revisited
Never Forever (audio)
Dark Matter (audio)
Bop! (audio)

Surftipps

  • Offizielle Seite

    Eine der ausführlichsten offiziellen Seiten im Netz.

    http://www.vai.com
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    https://www.facebook.com/stevevai/
  • Vaiacademy

    Vais Gitarrrencamp.

    http://vaiacademy.com/

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