Porträt

laut.de-Biographie

Chloé

Mitte der 90er Jahre ist elektronische Musik aus Frankreich in aller Munde. Air zeichnen mit ihrem Album "Moon Safari" für die loungige Variante verantwortlich, während es Daft Punk überlassen bleibt, die Tanzenden in die Zange zu nehmen - Laurent Garnier einmal außen vor gelassen. In jenen Tagen sammelt eine neue Generation ausgehsüchtiger Jugendlicher erste Rave-Erfahrungen.

Miss Kittin hüpft genauso über die Tanzfläche wie Michel Amato aka The Hacker oder Chloé. Sie alle machen sich seit den späten 90ern daran, das Erbe von Air und Daft Punk anzutreten und Frankreich auf der Techno-Karte neu zu verorten. Mit Dirty Electro oder Minimal-Techhouse setzt die neue Produzentenriege eigene Akzente.

Chloé begeistert sich im frühen Teenageralter für The Velvet Underground, David Bowie und Brian Eno. Kaum dass sie im Alter von 15 ihre ersten Gitarrenakkorde beherrscht, eifert sie Nico nach. Zwei Jahre später ersetzen elektronische Klänge, Mixer und Plattenspieler die psychedelischen Gitarrenwände. Schon 1999 zählt Chloé zur Speerspitze der Pariser Techno-DJs.

Mit einer Residency auf dem schwimmenden Club Batofar festigt sie ihren Ruf als technisch versierte und äußerst groovig agierende DJ. Zudem lernt sie Optimo, Sextoy und den Rest der Pulp-Crew kennen und findet dort neben Ivan Smagghe, Joakim und internationalen Gast-DJs wie Ellen Allien und Acid Maria ihr musikalisches Zuhause - unter dem Motto "No Dancing Please" bekommt sie ihren eigenen Abend.

Die beiden Mix-CDs "Mezzanine De L'Alcazar Vol. 2" und "I Hate Dancing" offenbaren ihre Vorliebe für Minimalismus. Deepe Housegrooves von Phonique stehen neben pfundigen Beats von Tiga und verträumten Sphären des Hamburger Produzenten Lawrence. In ähnlichen Gefilden bewegt sich Chloé mit ihren eigenen Produktionen. Allen voran die "Forgotten EP", deren Track "Sometimes" bei Karotte ebenso auf den Plattenspielern landet wie bei Michael Mayer. 2009 produziert die Fränzösin neben Prins Thomas und anderen eine von vier Jubiläums-Compliations für den Offenbacher Technoclub Robert Johnson.

In freien Minuten zieht sich Chloé in ihr Landhaus zurück und arbeitet an neuen Produktionen. Ihre Landsleute von Scratch Massive setzen genauso auf ihre Remix-Skills wie die Get Physical-Mentoren von Booka Shade. Residencies von Paris bis Stuttgart halten die zierliche Französin, die Minimales und Schmutziges elegant und hypnotisch verschmelzt, daneben ständig auf Trab.

Weil ihr der Ruf vorauseilt, lassen auch Arbeiten für Filmprojekte und selbst eine Kollaboration mit dem elektroakustischen Konservatorium in Paris nicht auf sich warten. Im September 2006 erscheint in Zusammenarbeit mit Sascha Funke via Bpitch Control die EP "Collective". Die Zahl ihrer Remix-Arbeiten und sonstigen Veröffentlichungen nimmt bald eine unüberschaubare Zahl an. Die im Wortsinn erste, wirklich eigenständige Veröffentlichung in Deutschland ist das Album "The Waiting Room" im September 2007 via Kill The DJ Records.

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