Porträt

laut.de-Biographie

Sascha Funke

"Techno ist das, was man daraus macht" - eine Selbstbeschreibung der Herangehensweise von Sascha Funke an dieses Thema. In Ost-Berlin geboren und groß geworden, erfolgt Anfang der neunziger Jahre die Sozialisation mit Techno und House in Form von "Rave Satellite", einer Radioshow von Marusha.

Seine erste Technoplatte ist "The Seawolf" von der Detroiter Underground Resistance. Zuvor hört er ausgiebig sogenannten Euro Dance-Pop. Zumindest ist Pop ein Einfluss im positiven Sinne geblieben, der auch heute noch gerne Saschas Schiebertracks mit der knochentrockenen Bassdrum funkeln und glitzern lässt. Pop und Techno, für viele unvereinbar, sind in Sascha Funkes Händen gut aufgehoben.

Dem Berliner Walfisch, in früheren Zeiten sollen dort auch verspulte Staubsauger-Kaputtniks abgegangen sein, stattet er seinen ersten Clubbesuch ab. Das war so gegen 1993/94. Funke beginnt mit der Organisation von Partys in diversen Jugendclubs im Bezirk Lichtenberg und fängt an, Trance-Platten aufzulegen.

Mit E-Werk und Matrix beginnt 1995 eine Phase reger Clubgängerei. Zusammen mit seinem damaligen Mitbewohner Paul Kalbrenner als Mentor und mit Hilfe von geliehenem Equipment wagt sich Sascha Funke im gemeinsamen Studio an die Produktion eigener Stücke. Auch Ellen Allien steht ihm mit Rat und Tat zur Verfügung.

Zwei Jahre später beginnt er seine DJ-Laufbahn in verschiedenen Berliner Clubs. 1999 zieht Funke mit seinem Studio um in die Nebenräume vom Casino Club und teilt sich dort die Lokalität mit Djoker Daan. 2000 veröffentlichen beide die "Doppelpass"-Maxi auf BPitch Control, Ellens Plattenlabel. Sascha Funkes erster Release jedoch erscheint ein Jahr vorher und zwar in Köln bei Kompakt.

Für den bekennenden FC-Anhänger eine an sich naheliegende Sache. Später irgendwann samplet Funke für "When will I Be Famous" die eigentlich unsäglichen 80er Popper Bros und landet dennoch einen der Clubhits des Jahres 2001. Mittlerweile im Gebäudekomplex zwischen BPitch und Pfadfinderei untergebracht, feilt Sascha Funke am Debütalbum "Bravo", das im September 2003 in die Plattenläden kommt.

Drei Jahre ist es relativ ruhig um Funke. Im Jahr 2006 legt er dann aber wieder los. Erst erscheint die "In Between Days" 12", im Mai sein Beitrag zu Bpitch Controls Mix-Reihe Boogy Bytes und in Zusammenarbeit mit Chloé das Maxi-Experiment "BPitch Control Collective 2". An den beiden Tracks "Point Final" und "Hand In Hand" arbeiten beide getrennt voneinander, allerdings mit der Vorgabe, keinen Part verändern, sondern nur ergänzen zu dürfen.

Der für Herbst 2006 angedachte neue Funke-Longplayer verschiebt sich allerdings auf Februar 2008. In der Zwischenzeit reist Funke 2007 ins französische Aix-en Provence und groovt sich im Mittelmeer-Ambiente warm. Erste Hörproben gestattet er der Öffentlichkeit mit der Maxi "Auf Aix". Später im Jahr folgt die 12" "The Acrobat". Auch als Remixer hält er sich in Form. 2005 nimmt er Ada ("Livedriver") und Anja Schneider ("Creaky Thoughts") in die Mangel, 2006 folgen Paul Kalkbrenner ("Miles Away") und 2007 Hannes Teichmann ("Jäger 07").

Das Warten hat sich gelohnt: Als "Mango" im Februar 2008 erscheint, sind Kritiker und Fans unisono begeistert von Funkes Fähigkeit, organische Klangfarben unter dem Schleier der Melancholie elegant mit funktionalem Minimalismus zu verbinden. Qualitäten, die man der Mix-CD "Watergate 02", die Ende des Jahres erscheint, ebenfalls anhört.

In der Folge lässt es Funke etwas ruhiger angehen und überrascht erst 2012 mit dem Album "Unknown", das er zusammen mit seiner Frau Julienne Dessagne unter dem Künstlernamen Saschienne veröffentlicht.

News

Alben

Sascha Funke - Mango: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 5 Punkte

2008 Mango

Kritik von Michael Schuh

Funke ist Gott! Und wir unwürdig. Mal wieder. (0 Kommentare)

Sascha Funke - Bravo: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 5 Punkte

2003 Bravo

Kritik von Dominik Kraus

Flächen, Bässe, Beats - hier stimmt einfach alles. (0 Kommentare)

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