Porträt

laut.de-Biographie

phreQuincy

Ganz früher stand der DJ vor dem Rapper auf dem Flyer. Irgendwann war aber der Rapper der Star. Und auch 30 Jahre nach der Geburt des Hip Hop-Genres tragen die Mikrofonhalter die Krone.

phreQuincy - Ich Kann's Mir Leisten Aktuelles Album
phreQuincy Ich Kann's Mir Leisten
Die Revolutionierung des deutschen Hip Hop/R'n'Bs?

Doch langsam aber sicher behaupten sich auch die Produzenten im Kampf ums Rampenlicht, um zu Ehren ihrer Quasi-Vorgänger wieder die Pole Position auf den Flyern zu ergattern. In Amerika funktioniert das bei Timbaland, Pharrell, Scott Storch und Konsorten schon recht prächtig. Hierzulande will ein Herr namens Quincy Jefferson aka phreQuincy dort hin.

Seinen Anfang nimmt die Geschichte in Hamburg. Dort verbringt ein Junge mit französischem Pass und Wurzeln in Ghana die ausgehenden Neunziger vorwiegend auf dem Basketballplatz. Verletzungspech macht der Karriere jedoch einen Strich durch die Rechnung - zwangsläufig gewinnt Passion Nummer zwei an Priorität: die Musik. Die Leidenschaft ist geweckt und Talent offensichtlich reichlich vorhanden.

Nach wenigen Lehrjahren im Eigenbetrieb kommt Quincy mit Produzent Sleepwalker in Kontakt, der von dem Talent des Jungspundes schnell überzeugt ist. Sleepwalker hat durch seine langjährige Erfahrung im Deutschrap-Zirkus gute Kontakte und nimmt phreQuincy unter seine Fittiche. Ein neuer Motivationsschub für den heranwachsenden Musiker, der schließlich auf dem "Outro" von Eko Freshs "Ich Bin Jung Und Brauche Das Geld" zu hören ist.

Sein Talent spricht sich herum, und bald ist halb Hip Hop-Hamburg mit Beats aus dem Hause phreQuincy versorgt. Im November 2005 erscheint gemeinsam mit Rapper Patrick mit Absicht das Kollaborationsalbum "Secret Weapon". Darüber hinaus blitzen und blinken im sich stetig erweiternden Katalog des Produzenten Namen wie Azad, Curse und Olli Banjo und, nicht zu vergessen, das internationale Schwergewicht Kool G. Rap.

In wenigen Jahren mausert sich phreQuincy vom Hamburger Lokalbeatschrauber zum Produzent mit globalen Ambitionen. Besonders seine Arbeit in Frankreich bringt ihm schließlich 2006 dicke Lorbeeren ein. Für seine Produktionsarbeit für das Booba-Album "Ouest Side" fährt er als erster deutscher Produzent eine Platinplakette ein.

Auch in Amerika geht es voran. 50 Cent-Manager Sha Money XL nimmt phreQuincy als G-Unit-Hausproduzent unter Vertrag. Eine große Ehre für den gerade mal 24-Jährigen, der sich in der Öffentlichkeit eher zurückhaltend präsentiert. Zu Recht, wie sich schnell herausstellt. Obwohl es sich viele Fans hierzulande gewünscht hätten, kommen in Folge G-Unit-Veröffentlichungen ohne Quincy aus. Ihn selbst scheint das am wenigsten zu stören. Es geht ja trotzdem stetig bergauf.

Aus der Ankündigung, zwei Beats auf Young Bucks "Buck The World" zu haben, wird zwar nichts, aber die Tracks erscheinen auf nicht weniger beachtlichen Mixtapes aus dem Shady-Kosmos. Zudem soll Quincy bei einigen Tracks für das neue LL Cool J-Album die Finger mit im Spiel haben. Blöd nur, dass der Lady Lover sich mit seinem Label Def Jam verkracht hat und deswegen sein Projekt auf unbestimmte Zeit auf Eis liegt.

Verlegt und organisiert wird das erfolgreiche Ganze in Eigenregie. Der Grund: Ein Deal mit Azads Label Bozz Music geht in die Brüche, und auch weitere angedachte Zusammenarbeiten verlaufen sich im Sand. Das Hin und Her zwischen Labels, A&Rs und dem Künstler selbst endet schließlich in der Entscheidung, es auf eigene Faust mit Curtains Up independent zu probieren.

Curtains Up agiert dabei als Multifunktionsunternehmen - Label, Bookingagentur und Künstlermanagement - schon im ersten Jahr recht erfolgreich. Mit phreQuincys Platinstatus in Frankreich und dem vom Hauseigenen Produzentenduo m3 & Noyd gebauten Beat für Azads Nummer Eins-Hit "Prison Break Anthem" verbucht man 2007 als Erfolgsjahr. Die Signings Josof und Juvel sollen 2008 schließlich nachlegen.

Den Startschuss aber gibt phreQuincys Solodebüt. Eine Ankündigung, die Curtains Up erstmals für Anfang 2007 macht. Verlagsprobleme und, laut Selbstaussage, eine rasche künstlerische Weiterentwicklung, die berücksichtigt werden wollte, schieben den VÖ-Termin jedoch immer weiter nach hinten. Schlussendlich müssen sich die bereits vorhandenen und die angehenden Fans bis zum Januar 2008 gedulden. Dann endlich ist "Ich Kann's Mir Leisten" im Handel erhältlich.

"Ich Kann's Mir Leisten" präsentiert sich stilecht dickspurig als Doppel-CD inklusive Instrumentals und Auftritten von UGKs Bun B und G-Unit-Recke Young Buck. Auf dem musikalischen Feuerwerk aus Synthieknallern und Drum-Gewittern treibt sich die Deutschrapelite aus Samy Deluxe, Bass Sultan Hengzt, Curse, Olli Banjo, Azad, Jonesmann, D-Flame und viele mehr herum. Das Jahr beginnt für den hochmotivierten phreQuincy also pompös.

Alben

  • Quincy bei MySpace

    Ein wenig überladen, aber voller Überraschungen.

    http://www.myspace.com/phrequincy

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