Porträt

laut.de-Biographie

UGK

Wenn Jay-Z oder Talib Kweli einen als Referenz in der Szene angeben, sollte man es geschafft haben. Zumindest was die Akzeptanz unter Gleichgesinnten und Fans angeht. Denn Respekt, das gilt im Besonderen im Hip Hop-Genre, ist nicht zwangsläufig mit Erfolg gleichzusetzen.

Ohne Frage handelt es sich jedoch bei Chad "Pimp C" Butler and Bernard "Bun B" Freeman um eine Institution in Sachen Dirty South-Rap. Unter dem Akronym UGK, einer Kurzform für Underground Kingz, gehört das Duo zu den Rap-Vertretern aus dem amerikanischen Süden der ersten Stunde.

Ende der 80er Jahre bringen sie ihren Ansatz von Gangsterrap erstmals auf Band. In ihrem Heimatort Port Arthur im Bundesstaat Texas nehmen sie ihre ersten Reime über schwere Bässe und simple Synthies auf. Port Arthur liegt ziemlich genau zwischen New Orleans und Houston und das Duo wird so wechselseitig beeinflusst. In Houston ist der Rap-A-Lot-Hype im vollen Gange und New Orleans arbeitet, neben dem stetigen Blick auf die reiche musikalische Vergangenheit, an dem neuen Star Master P und seinem No Limit-Imperium.

Über das ortsansässige Label Bigtyme Recordz veröffentlichen UGK irgendwann um 1988 ihre ersten Tapes unter dem Titel "The Southern Way". Jedoch erst vier Jahre später erlangen sie die Aufmerksamkeit des Majorlabels Jive, das UGK kurzerhand für fünf Alben unter Vertrag nimmt. 1992 erscheint "Too Hard To Swallow", das sich jedoch kommerziell weder für Plattenfirma noch für die Künstler auszahlt. Auch "Super Tight...", der zwei Jahre später releaste Nachfolger, katapultiert UGK nicht in die Chartshöhen, wie es ihnen etwa die Nachbarn von Outkast vormachen.

Erst das dritte Studioalbum "Ridin' Dirty" bringt Bun B und Pimp C den von den Respekt-bekundenden Kollegen schon lange eingeforderten Erfolg. Musikalisch irgendwo zwischen Miami Bass und G-Funk liegend, arbeitet sich der Longplayer trotz heftig delinquenter und zugegeben flacher Texte bis auf Platz zwei der Charts hinauf und etabliert UGK neben den Geto Boys, Scarface, Master P, der 2 Live Crew und Outkast als Down South-Ikonen.

Schwer zu begreifen, wieso die Erfolgswelle genau so schnell abebbt wie sie aufgekommen ist. In den folgenden vier Jahren ist nichts von dem Duo zu hören. Bis schließlich Jay-Z, Bun B und Pimp C zu einem Gastauftritt auf seiner Single "Big Pimpin'" einlädt. Der Track läuft in den Clubs der Welt auf und ab, und obwohl keine Sau weiß, wer denn jetzt neben dem Jigga auf dem Neptunes-Beat glänzt, haben UGK den Fuß wieder in der Tür.

Blöd nur, dass Jive Records die Promo verschläft und "Dirty Money" im Release-reichen Jahr 2001 untergehen lässt. Einen weiteren Strich durch die Comeback-Rechnung macht die Verurteilung Pimp Cs wegen illegalen Waffenbesitzes, die ihn für mehr als drei Jahre hinter Gitter bringt. Bun B steht also alleine da und muss zusehen, wie der von ihm mitpionierte Dirty South-Sound die Hip Hop-Szene übernimmt. Im Jahr von Pimp Cs Entlassung, 2005, erscheinen zwei Soloalben des Duos. Pimp Cs "Sweet James Jones Stories" schmeißt Rap-A-Lot auf den Markt, das jedoch von Bun Bs hervorragendes "Trill" in Sachen Qualität und Verkaufszahlen in die Tasche gesteckt wird.

2007 peilt das Duo schließlich großkotzig als wahres Comebackjahr an. Für ihr selbstbetiteltes Doppelalbum wird die Werbetrommel ordentlich gerührt und ein Feuerwerk von Gastbeiträgen aufgefahren. Single Nummer zwei, das auf Willie Hutchs "I Choose You" basierende "International Player's Anthem", entert Charts und Videokanäle im Sturm und bringt UGK zurück in die breite Öffentlichkeit, wo sie laut langjährigen Dirty South-Experten sowieso hingehören.

News

Alben

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare