Porträt

laut.de-Biographie

Sleepwalker

Die Amis um Primo, Dre oder Rza haben es vorgemacht, die neueste Sparte des Hip Hop sind die Beatbastler. Auch in Deutschland erarbeiten sich Produzenten wie Busy, Tropf, Melbeatz, Roey Marquis oder DJ Desue zusehends mehr Renomee. Einer der erfolgreichsten dieser Zunft hört auf den coolen Namen Sleepwalker. "Ich hab meinen Namen schon zu Recht, denn ich kann nur nachts arbeiten", so Sleepy im Juice-Interview.

Im ungeliebten bürgerlichen Leben heißt der Hamburger Knöpfchendreher Marc Wichmann. Hits wie Samy Deluxes "Weck Mich Auf", "Zeitgeist 2000" und "Berlin Love" der Harleckinz oder das grandiose "Nie Nett" von den Absolute Beginners gehen auf sein Konto. Zudem greift er KC Da Rookee, D-Flame, MC Rene, Brooke Russell, Schönheitsfehler, Nico Suave, Mr. Schnabel und Raptile studiotechnisch unter die Arme.

Ein Album der 2 Live Crew verursacht in Teenie Marc den dringenden Wunsch, Musik zu machen. Diese Passion hindert ihn zum Glück daran, dass er eine kriminielle Schlägerkarriere startet. So überlebt Sleepy Schulpsychologen und Verweise en Masse einigermaßen unbeschadet, denn mit Kumpel SMG und zwei Kollegen aus Altona gründet er Anfang der 90er die Britcoreband Readykill. Neben diversen Samplerbeiträgen und Maxis produziert Sleepwalker noch Direkt Action, MC Syren und R.A.F., die alle auf der Hamburg Hardcore-Compilation auftauchen.

Als die Britcore-Welle langsam aber sicher abebbt und Readykill das Zeitliche segnen, zieht er sich in sein Kellerstudio zurück, um zwei lang dem Wutang zu frönen und an eigenen Beats zu basteln. Eines seiner liebste Favoriten ist übrigens Killah Priests "Heavy Mental". Mit unzähligen Tracks im Rücken trift er sich 1998 mit Mr. Schnabel im Boogiepark Studio und bekommt prompt einen Produzentenvertrag angeboten, den er wegen finanzieller Probleme dankend annimmt.

Es folgen die bereits erwähnten Produktionen für die Emcee-Elite in Deutschland, und im Jahre 2001 steht dann der "Vorsprechtermin" in den Läden. Das von Sleepy in Zusammenarbeit mit Bubbles, Denyo und City Nord produzierte Hamburger Allstar-Doppelalbum wartet mit der gesamten Creme De La Creme der Hansestadt auf: Mr. Schnabel, Nina, Nico Suave, Moqui Marbles, Absolute Beginner, Deichkind, Samy Deluxe, Twisted, Simon Vegas, Phantom Black, Ferris MC, Eins Zwo, Paolo 77 und Illo 77 sind am Start. Der Titeltrack schafft es in die Top 40 der Charts. Als Slang Daddy versucht er sich in Intros und Interludes sogar ein paar Mal als Rapper.

In den folgenden Jahren widmet er sich dann verstärkt seiner Hamburger Hill-Crew. Zusammen mit SMG, Milestyles, Hanseknaller und Lil'D wirft er 2002 12'Inch auf 12'Inch unters Rap-Volk, und im Februar 2003 erscheint das HH-Debütalbum "Alles Aus".

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