Porträt

laut.de-Biographie

DJ Desue

Der Berliner Hip Hop-Produzent Haschim Elobied aka DJ Desue studiert bereits während der Pubertät am häuslichen Amiga mit keinem Geringeren als Kool Savas die Kunst des Beatbastelns. Im zarten Alter von 14 Jahren beginnt Desue dann in den verschiedensten Discotheken Berlins aufzulegen und steht für Soul Ya Pock und Fuat (später M.O.R.) hinter den Turntables. Kurz danach darf er sogar mit seinem Kumpel Prime die Radiosendung "Kiss FM Outline" moderieren.

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Nix da mit Friede, Freude, Apfelkuchen. Der Ex-Aggroberliner feuert Punchlines gen Farid Band, Fard und den Boss.
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Als er im Jahre 95 nach New York fliegt und dort Julien Smith aka Big Ju trifft, kommt seine Karriere ins Rollen. Desue spielt Smith die eigenen Beats vor, der ihn daraufhin ins Studio schleppt. Die Songs jener Session erblicken zwar nie das Tageslicht und auch der Kontakt zu Julien geht bald verloren, doch zwei Jahre später meldet sich Big Ju wieder bei DJ Desue. Der DJ hat inzwischen natürlich nicht nur Däumchen gedreht, sondern avanciert zum Hausproduzenten- und DJ der Berliner KMC-Truppe um KC Da Rookee und die Harleckinz.

Trotz seines gewachsenen Renommees in der Heimat setzt sich Desue sofort wieder in einen Flieger nach LA, denn dort hat Smith mittlerweile ein Studio und das Label Rah Rah Entertainment aufgebaut. In Desues Gepäck befindet sich Beat-Material für knapp 200 Songs. Die besten Tracks verarbeiteten die beiden Headz dann zur "Operation Left Coast". Die Compilation enthält das "Who Is Who" des Westcoast Undergrounds. Die Dilated Peoples, Defari, Tash und The Beat Junkies geben sich die Klinke in die Hand.

Wieder Zuhause baut Desue in einem Hinterhof im Zentrum Berlins eine alte Fabrikhalle zur Wohnung inklusive Studio aus. Seinen Unterhalt verdient er sich aber weiterhin als DJ und Produzent für KMC und Juliens Rah Rah Label. Nebenher arbeitet er zudem gewissenhaft an seiner zweiten Platte. Der musikalische Werdegang vom ruhigen DJ Desue verläuft also bis dato in geordneten Bahnen. Kontinuierlich drängt er sich in die Gehörgänge der Headz, ohne Skandale und ohne große Klappe. Doch nachdem er im Jahre 2000 zusammen mit DJ Tomekk an einem Remix für Jay-Zs "Anything" gearbeitet hat, ist es schlagartig vorbei mit Desues Ruhe.

Um es kurz zu machen: Desue schickt Tomekk ein Tape mit seinen Beats (u.a. auch der Jay-Z-Remix), um dessen gute Kontakte ins Biz zu nutzen. Tomekk soll daraufhin diese Stücke unter seinem Namen an verschiedene Rapper in Deutschland verschickt haben. Als wütende Reaktion von Desue entsteht der Diss-Track "Fuk DJ Toemack" mit Samy Deluxe und D-Flame. Zudem lässt Desue T-Shirts mit dieser Aufschrift drucken. Auch wenn Tomekk alles abstreitet, geht Desue als Sieger aus dem Beef hervor. Tomekk ist seitdem in der Szene isoliert.

DJ Desue - O.L.C.
DJ Desue O.L.C.
Der Berliner DJ präsentiert US-Hip Hop auf hohem Niveau
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Zum Glück fällt der Berliner aber auch wieder in seiner angestammten Rolle als Beatmaker positiv auf, denn mit dem "Adriano"-Track für die Brothers Keepers und dem "Four Fist Part II" feat. D-Flame, Afrob und Samy Deluxe vom KC Da Rookee-Album stürmt er zum ersten Mal völlig verdient die Charts. Da kann man auch über seinen Song mit dem peinlichen Playboy 51, einem alten Schulfreund Desues, den Mantel des Schweigens decken.

Im Spätsommer 2002 steht dann endlich sein zweites Produceralbum "Art Of War" in den Läden. Die Platte lebt vor allen Dingen von Desues sauber produzierten Eastcoast-Beats und den Deutsch-amerikanischen Kollabos wie Samy Deluxe und Buckshot, Afrob und Nature, Kc Da Rookee, Sadat X und Diamond D sowie Curse und Sauce Money. Desue auf seiner Webseite zum martialischen Titel: "Die "Art Of War" ist ein Kopf- oder Gedankenkrieg. Wir haben allen Beteiligten den Albumtitel genannt, ihre Gedanken zum Thema haben sich die Leute dann selber gemacht."

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DJ Desue - Art Of War: Album-Cover
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2002 Art Of War

Kritik von Stefan Johannesberg

Hochkarätige Gästeliste und Beats auf US-Level. (0 Kommentare)

DJ Desue - O.L.C.: Album-Cover
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2000 O.L.C.

Kritik von Max Helke

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