Porträt

laut.de-Biographie

Ohmega Watts

Die Fackel der Native Tongue-Bewegung brennt weiter. Auch im Jahre 2005. Und dafür müssen nicht nur die herkömmlichen Vertreter wie Common, Talib Kweli und Mos Def als Erben von A Tribe Called Quest, Jungle Brothers und De La Soul herhalten. Auch im Bereich "Rap mit Inhalt auf organische Beats" gibt es, fast zwanzig Jahre nach Jungle Brothers "Straight Out The Jungle", Nachwuchs zu verzeichnen. Bestes Beispiel: Milton Campbell aka Ohmega Watts.

Der Sohn jamaikanischer Eltern wird 1981 in Brooklyn geboren. Die ersten neun Jahre seines Lebens verbringt er in New York in einem multikulturellen Umfeld, das außerdem stark musikalisch beeinflusst ist. Miltons Eltern hören die Musik ihrer Herkunft, zudem findet Milton Gefallen an den Calypso-, Soul- und und Pop-Platten der Familie. Durch einen Umzug nach Florida verlässt Familie Campbell New York, um in wärmere Gefilde auszuwandern. Doch bald darauf sollte sich der Sprössling insbesondere musikalisch erneut an der Metropole orientieren. Er entdeckt Hip Hop für sich und die Klassiker von A Tribe Called Quest, De La Soul und der Jungle Brothers werden zu ständigen Begleitern.

Während seiner High School-Jahre in Orlando beginnt er mit dem Reimen und versucht sich später, angefixt von den Instrumental-Helden Pete Rock, DJ Premier, RZA und Large Professor, mit dem Programmieren von Beats. Seiner musikalischen Sozialisation zollt er bereits während der ersten Schritte an der MPC Tribut - die Samples holte er sich von Platten, die zwar alt sind, aber nicht zwangsläufig vom Rest der Produzenten verbraucht werden. In seinen Raps orientiert er sich an den inhaltsreichen Brüdern im Geister der Native Tongue-Bewegung.

Milton, mittlerweile hat er sich den Künstlernamen Ohmega Watts zugelegt, schreibt sich außerdem im College ein und studiert in Florida Design. Nach dem Ende des Studiums, Ohmega ist gerade 21, muss er sich die Frage stellen, wo es hingehen soll. Er lässt sich von seiner Arbeit als Musiker leiten und zieht an das andere Ende des Landes: nach Portland, Oregon. Dort wohnen seine zwei Kollegen Braille und Othello, mit denen Ohmega zusammen die Lightheaded Crew stellt. Gemeinsam machen die Jungs Musik, während sich Ohmega nebenher als Grafiker die Brötchen verdient.

Im pazifischen Nordwesten erlangt die Crew eine gewisse Bekanntheit, doch über die Grenzen der Bundesstaaten Oregon und Washington kommt das Trio nicht hinaus. Bis ins Jahr 2005 als Ohmega Watts sein Solodebüt "The Find" veröffentlicht. Davor hatte er bei dem angesehenen Label Ubiquity Records aus San Francisco einen Vertrag unterschrieben. Dort schätze man seinen offengeistigen Musikgeschmack und sein Talent am Mikrofon. Die Medien-Resonanz auf "The Find" ist prächtig, weltweit erfreut man sich an dem frischen Style, dem organischen Rap und der Mischung aus programmierten Beats und live eingespielten Instrumenten. Auf dicke Verkaufszahlen wartet Ohmega jedoch vergeblich. Einmal mehr ein Liebhaberprodukt, das keinen Massenanklang findet.

Ohmega selbst stört das wenig. Er geht auf Tour, arbeitet nebenher, engagiert sich in seiner heimischen Kirchengemeinde und werkelt emsig an einem Nachfolger, der schließlich im Herbst 2007 erscheint. "Watts Happening" schlägt musikalisch in die gleich Kerbe wie der Vorgänger. Inhaltlich gibt Ohmega zwar ein wenig mehr von sich Preis. Der Schwerpunkt liegt aber ganz klar auf der Musik. Deswegen legt Ubiquity Records der Platte eine Bonus-Disc mit sämtlichen Instrumentals bei. Als Gäste holt sich Ohmega Watts von Jneiro Jarel, Theory Hazit, den Sound Providers, der brasilianischen Sängerin Tita Lima und den Kollegen von Lightheaded Unterstützung.

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