Porträt

laut.de-Biographie

Monster Magnet

Anfang der Neunziger erscheint eine kleine aber feine EP bei Glitterhouse Records unter dem Arbeitstitel "Monster Magnet" (zuvor erregt man mit einem Demotape namens "Forget About Life I'm High On Dope" Aufmerksamkeit). Ein Projekt von vier Jungs aus New Jersey, die ihre Inspiration vornehmlich der halluzinogenen Chemie verdanken, was wiederum am deutlichsten der Gitarrenarbeit John McBains zu entnehmen ist. Vor allem dank seinen Syd Barrett getränkten Psychedelia-Ausflügen gilt der erste "wahre" Band-Longplayer "Spine Of God" bis heute für zahlreiche Fans zum besten Werk der Gruppe.

Monster Magnet: Clip zur ersten Auskopplung "The Duke"
Monster Magnet Clip zur ersten Auskopplung "The Duke"
Das neue Remix-Album recyclet die Songs des Vorgängers und schlägt noch was oben drauf.
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Des Monsters Roots wuchern zurück bis zum Krautrock (Henriette Krötenschwanz lässt grüßen) und so wirrköpfig klingen auch die lysergsäureverseuchten Lyrics von "Bullgod" Dave Wyndorf. Da entstehen Gespräche mit Planeten, das muss man sich mal vorstellen. Brachiale Gitarren, die an Flangers und Wah-Wahs hängen, untermalen den akustischen Teil des Trips. Folglich muss man sich auch nicht wundern, dass vor der Benennung in Monster Magnet auch Namen wie Heroin Muel, Nipple Tank, World Of Pills oder Grinning Gibbon im Spiel waren.

1992/93 erklimmen Dave, Basser Joe Calandra und Drummer Jon Kleiman, trotz McBains Ausstieg nach einer Europa- und Nordamerika-Tour mit Soundgarden weiter die "Wirbelsäule Gottes". Das geht solange, bis Polygram in enger Zusammenarbeit mit den Drogenrockern die kommerzielle Seite des Rausches wittern und die Magneten bei A&M unter Vertrag nehmen. McBains Part übernimmt auf dem folgenden Album "Superjudge" der ehemalige Daisycutter-Saitenquäler Ed Mundell. Das heftigst Black Sabbath huldigende "Dopes To Infinity" lässt die Rockgemeinde im Frühjahr 1995 erzittern und wirft mit "Negasonic Teenage Warhead" einen repektablen Indie-Hit ab.

Von da an verlassen Monster Magnet die heiligen Bühnen der süßlich duftenden Partykeller und Clubs und steigen auf in den Olymp der Konzerthallen. Das Musikbusiness ist eben doch "a satanic drug thing you wouldn't understand ..." (Motto zu "Spine Of God"-Zeiten). Mit der '98er Single "Space Lord", dem "Powertrip"-Album und der offenkundigen Drogenabstinenz Wyndorfs kehrt die Band ihrer psychedelischen Vergangenheit den Rücken zu und werkelt recht erfolgreich an straightem Rock. Das unnachahmliche "Suck-It-Baby"-Posing des Herrn Wyndorf sorgt dafür, dass der US-Vierer im chaotischen Rockzirkus weiterhin einzigartig bleibt. Mit Phil Caivano holen sie sich eine zweiten Gitarristen ins Line-Up, damit sich Dave live nur auf seinen Gesang und seine Show konzentrieren kann. Die Erfolgskurve zeigt steil nach oben und Monster Magnet stehen als Opner für Mega-Acts wie Metallica, Aerosmith oder Megadeth auf der Bühne.

Monster Magnet - Last Patrol
Monster Magnet Last Patrol
Dazu ließe sich wohl eine Lunte schmauchen.
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Musikalisch ändert sich mit "God Says No" zwar nicht viel, Monster Magnet sind weiterhin angesagt, aber der Zahn der Zeit scheint an Wyndorf und Co. zu nagen. Anno 2000 steigt der Bullgod nicht mehr so zündend aus seiner Gruft, um den Rock'n'Roll-Jüngern das fürchten zu lehren. Dave gräbt auch auf Tour mit den Queens Of The Stone Age in der Klischeekiste des Rock und lässt Go Go-Girls tanzen, beschwört Feuer und Hölle, der große Wurf ist das aber nicht.

Hinzu kommt massiver Ärger mit Plattenfirma Universal, die wohl nicht mehr so ganz nachvollziehen kann, warum eine Band wie Monster Magnet neben all den Cash Cows auf ihrem Rooster steht. Auf fehlenden Rückhalt seitens des Labels kann Wyndorf gut verzichten, und so sattelt er Pferd, Planet und Bullgod und fährt geradewegs in den Hafen von SPV ein, die ihn mit offenen Armen empfangen. Vorher erscheint jedoch noch die unvermeidliche "Best Of", die außer einer lieblosen Zusammenstellung altbekannter Hits noch einige B-Seiten, Covers und unzensierte Videos (ja, mit echten Titten) bereit hält und eine einmonatige Tour durch die Staaten mit dem Titel 'We're Free-Tour'. Das Ausräumen von Problemen scheint Monster Magnet wieder in die Spur zu bringen.

Im Februar 2004 steht mit "Monolithic Baby!" ein ebensolches im Laden. Es wird wieder gerockt, und zwar straight nach vorne, Baby. Allerdings ohne Drummer Jon und Basser Joe, die die Band beide schon 2003 verlassen haben (angeblich bemängelten sie die musikalische Richtung und nebenbei auch ihr Gehalt). Den Viersaiter bedient nun Jim Baglino (Lord Sterling) und hinter den Drums sitzt der ehemalige Chrome Locust-Taktgeber Michael Wildwood. Noch während der Aufnahmen fliegt Michael aber wieder raus und Bob Pantella (Ex-Raging Slab) bringt den Job zu Ende. In Europa gehen Monster Magnet mit The Quill und Gluecifer auf Tour, ehe sie in den Staaten mit Melissa Auf Der Maur und HIM unterwegs sind.

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Monster Magnet "Shit, mein Gehirn funktioniert noch!"
US-Sänger Dave Wyndorf über Tourneen in Europa, den Feind iTunes und seine Überdosis 2006.
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Nach einer Headlinertour mit Slunt packt auch Gitarrist Phil seine Koffer, was die Band zunächst wieder als Quartett zurücklässt. Für März/April 2006 steht dennoch wieder eine neue Europatournee mit Witchcraft an, jedoch geht Anfang März eine Pressemeldung herum, dass Dave einen schweren Drogenrückfall hatte und stationär behandelt wird. Tourneen oder Studioaufenthalte liegen somit erst einmal auf Eis.

Derweil legt SPV die EP "Tab" und das Debüt "Spine Of God" zum Special Price wieder auf. Neben neuem Coverartwork gibt Dave auch ein paar Linernotes zum Besten. Nachdem Wyndorf sich offenbar wieder erholt, erscheint im November 2007 das neue Album "4-Way Diablo" an. Die Produktion vertraut man wieder Matt Hyde an, der schon "Powertrip" und "God Says No" abgemischt hatte.

Die Strapazen der letzten Jahre gehen nicht spurlos an den Protagonisten vorbei, und so entscheidet man sich keine komplette Tour zum "4-Way Diablo"-Output zu spielen. Nach einigen Festival-Auftritten im Sommer 2008 juckt es der Band aber dann doch in den Fingern und man verbringt das Ende des Jahres standesgemäß 'on the road'.

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Nach einer kurzen Auszeit legen die Mannen um Dave Wyndorf im Jahr 2010 mit "Mastermind" nach und präsentieren sich dabei frischer denn je.

Für Leadgitarrist Ed Mundell reicht es aber erst einmal. Nach 18 Jahren verlässt das Urgestein die Band und wird auf der folgenden Winter-Tour durch Garret Sweeny ersetzt.

Ein Jahr später huldigen die Psycho-Rocker ihre eigene Vergangenheit und gehen auf "Dopes To Infinity"-Club-Tour: "Dopes To Infinity“ ist sicherlich eines unserer stärksten Alben. Dieses wollen wir nun als eine Art Reise durch die Musik komplett live vorstellen. Es handelt sich hier weniger um eine Rock-Show, sondern um eine völlig abgedrehte musikalische Erfahrung mit den gut aufeinander abgestimmter Sequenzen der bekannten Songs", erklärt Wyndorf im Vorfeld der Tournee.

Zeitgleich zur Tour laufen schon die Vorbereitungen zum nächsten Werk auf Hochtouren: "Derzeit sieht es danach aus, dass die nächste Scheibe kein reines Hardrock-Album werden wird, da es in eine sehr bluesig-ausgeflippte Richtung geht. Somit wird es ganz sicher einen großen Unterschied zum letzten "Mastermind"-Album geben. Voraussichtlich werden wir kurz nach der "Dopes"-Tour ab Februar ins Studio gehen und aufnehmen. Wann das Album dann erscheinen wird ist schwer zu sagen, ich gehe jedoch nicht vor Ende 2012, spätestens Anfang 2013 aus."

Interviews

Monster Magnet: "Bullgod, Titten überall, Feuer und Rock!"

Juni 1999 "Bullgod, Titten überall, Feuer und Rock!"

Interview von Martin Mengele

Einige hundert Fans kamen zum Auftakt des diesjährigen Zeltfestivals an den Bodensee, um die Seventies-Rocker "Monster Magnet" zu hören. Die Show, die diese dort geboten bekamen, wäre in den Siebzigern garantiert ein Fall für die Sittenpolizei gewesen: Masturbationsrituale, brennende Gitarren und viel weibliche Nacktheit. (0 Kommentare)

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The Duke
See You In Hell
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Heads Explode

Fotogalerien

Berlin, 2014 Dave Wyndorf und Crew starten ihre Deutschlandtour.

Dave Wyndorf und Crew starten ihre Deutschlandtour., Berlin, 2014 | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) Dave Wyndorf und Crew starten ihre Deutschlandtour., Berlin, 2014 | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) Dave Wyndorf und Crew starten ihre Deutschlandtour., Berlin, 2014 | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) Dave Wyndorf und Crew starten ihre Deutschlandtour., Berlin, 2014 | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler)

Dopes To Infinity 2011 Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall.

Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall., Dopes To Infinity 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall., Dopes To Infinity 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall., Dopes To Infinity 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall., Dopes To Infinity 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall., Dopes To Infinity 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall., Dopes To Infinity 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall., Dopes To Infinity 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall., Dopes To Infinity 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall., Dopes To Infinity 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall., Dopes To Infinity 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall., Dopes To Infinity 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall., Dopes To Infinity 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf und Band live in der Kölner Live Music Hall., Dopes To Infinity 2011 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

Monster Magnet live 2010 Dave Wyndorf rockt die Live Music Hall Köln.

Dave Wyndorf rockt die Live Music Hall Köln., Monster Magnet live 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf rockt die Live Music Hall Köln., Monster Magnet live 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf rockt die Live Music Hall Köln., Monster Magnet live 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf rockt die Live Music Hall Köln., Monster Magnet live 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf rockt die Live Music Hall Köln., Monster Magnet live 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf rockt die Live Music Hall Köln., Monster Magnet live 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf rockt die Live Music Hall Köln., Monster Magnet live 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf rockt die Live Music Hall Köln., Monster Magnet live 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf rockt die Live Music Hall Köln., Monster Magnet live 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dave Wyndorf rockt die Live Music Hall Köln., Monster Magnet live 2010 | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

Termine

Di 03.02.2015 Frankfurt (Batschkapp)
Mi 04.02.2015 München (Backstage)
So 08.02.2015 Oberhausen (Turbinenhalle)
Di 17.02.2015 Saarbrücken (Garage)
Mi 25.02.2015 Bremen (Schlachthof)

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