Porträt

laut.de-Biographie

Le Butcherettes

Punk bedeutet Widerstand. Teresa Suárez, Sängerin, Gitarristin, Keyboarderin und Kopf der Garagepunk-Band Le Butcherettes, lernt diese Lektion als 13-Jährige. Ihr Vater stirbt damals an einer Herzattacke am Steuer. Mutter und Tochter Teresa verlassen daraufhin Denver und ziehen gemeinsam in die Heimat der Eltern - nach Mexiko.

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Dort erfährt die gebürtige Amerikanerin Suárez einen mittleren Kulturschock. Die Machokultur in einigen Teilen der Gesellschaft dort ist für den Jahrgang 1989 wie ein Schlag ins Gesicht. "Meine Eltern sind in den USA nie richtig angekommen. Sie hatten häufig mit offenem Rassismus zu kämpfen", sagt die Sängerin 2016 im Interview. Im mexikanischen Guadalajara hingegen muss sie erleben, wie selbst erklärte 'liberale' Künstler ihre Hausmädchen schlecht behandeln, wie Frauen generell im Alltag oft mangelnden Respekt oder Schlimmeres beklagen müssen.

Suárez will dem nicht einfach zuschauen. Sie benennt sich in Teri Gender Bender um und gründet 2007 Le Butcherettes. Durch Drummerin Auryn Jolene wächst der Act zum Duo an. Durch unzählige Konzerte in Punkclubs erarbeiten sich die Butcherettes schnell einen furiosen Ruf im Untergrund: Obgleich das musikalische Handwerk anfangs noch ausbaufähig erscheint, begeistert die feministische Band durch 50er-Jahre-Bühnenoutfits und hantiert auf der Bühne mit Kunstblut und echten Schweineköpfen. Anhand solcher Requisiten versuchen sie darzustellen, wie Frauen mitunter quasi als Haushaltssklaven gehalten werden.

Nach lediglich einem physischen Release, der 2008er-"Kiss & Kill"-EP, erhalten Le Butcherettes 2009 die Titel "Best New Artist" sowie "Best Punk Record" bei den mexikanischen Indie-O Awards. Schlagzeugerin Jolene verkündet anschließend jedoch aufgrund unüberbrückbarer künstlerischer Differenzen das Ende der Band. Teri Gender Bender widerspricht und zieht nach L.A., um in wechselnder Bandbesetzung ihre Idee von Garagerock fortzusetzen.

Dort knüpft Teri wertvolle Kontakte zu anderen Musikern. So kann sie bereits 2010 Openershows für die Mexikoauftritte von Jack Whites The Dead Weather und den Yeah Yeah Yeahs verbuchen. Wenig später ist man mit den Deftones und Dillinger Escape Plan unterwegs. Mars Volta-Songschreiber Omar Rodriguez-Lopez wird in jener Zeit nicht nur ein langjähriger Freund, sondern produziert auch 2011 das Butcherettes-Debüt "Sin Sin Sin". Außerdem steuert er sein Bassspiel bei und veröffentlicht die Platte auf seinem Label.

Die Verbindung zu Rodriguez-Lopez stellt sich in den folgenden Jahren als überaus beständig heraus. So ist Teri Suárez 2012 als Stimme mit dabei, als jener zusammen mit Ex-Mars Volta-Drummer Deantoni Parks die Artrock-Kombo Bosnian Rainbows gründet. Ihre Band begleitet außerdem Mars Volta selbst durch die USA, unterstützt 2014 deren Projekt Antemasque und begleitet anlässlich des Comebacks 2016 auch die Post-Hardcore-Legende At The Drive-In, aus der Mars Volta bekanntlich einst hervorgegangen sind.

Zu den weiteren Albumgästen, die die Bandleaderin im weiteren Verlauf der Jahre vorweisen kann, zählen Shirley Manson, die Melvins, John Frusciante und Iggy Pop. Le Butcherettes wiederum verpuppen sich zwischen den Albumveröffentlichungen immer wieder und erfinden sich neu. Beim vierten Release "A Raw Youth" auf Mike Pattons Ipecac Recordings besteht die Band nur noch aus Gender Bender und Drummer Chris Common.

Teri Suárez bezeichnet Riot Grrrl Kathleen Hanna und Lyrikerin Sylvia Plath als dauerhafte Einflüsse. Und ihre Mutter. "Meine Mutter steht für mich exemplarisch für Feminismus", erklärt sie. "Sie hat drei Kinder großgezogen und sich von den Ungerechtigkeiten im Geschlechterverhältnis in Mexiko nie unterkriegen lassen." Heute lebt Teri Gender Bender mit ihrer Mutter in El Paso, Texas.

Alben

Termine

So 25.02.2018 Wiesbaden (Schlachthof)
Mo 26.02.2018 Berlin (Columbiahalle)
Fr 02.03.2018 Hamburg (Sporthalle Hamburg)
Sa 03.03.2018 Köln (Palladium)

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