Porträt

laut.de-Biographie

Good Shoes

Über ihre Heimat singen die Good Shoes in einem Song: "This is not the sort of place you want to take your kids to". Die Jungs kommen aus der Suburbia Londons, aus dem unspektakulären Südwesten der Stadt, genauer aus dem Viertel Morden. Doch sie sind nicht die einzigen, die aus den trostloseren Ecken der Weltmetropole stammen. Plötzlich tauchen immer mehr Bands und Musiker aus den Hauptstadt-Vorstädten auf, die als Vertreter einer neuen Band-Generation den britischen Kids aus der Seele singen, zum Beispiel Jamie T, die Mystery Jets, Larrikin Love und Jack Penate.

So verwundert es nicht, dass sich ihre Songs um die in den Vororten verbreitete Teenager-Apathie drehen, um das öde Leben in den endlosen, uniformen Reihenhaussiedlungen, aber auch um die merkwürdige Geborgenheit, die die Bewohner an diesen Orten ausharren lässt. Streatham, Morden, Wimbledon, das ganze britische Suburbia sei nicht so schlimm. Normal eben, eigentlich nicht der Rede wert, erklärt Sänger Rhys Jones. "Es ist unsere Heimat, da kommen wir her."

Und doch vereinen die Good Shoes in ihren Songs, die den vorstädtischen Alltag thematisieren, das Lebensgefühl vieler Gleichaltriger – sie singen ihre Geschichten und gleichsam die einer ganzen Generation. Das ist freilich nicht neu - auch die Kinks oder The Clash erzählten diese Storys - doch das Bedürfnis nach ihnen besteht nach wie vor. Rhys und sein Bruder Tom (Schlagzeug) wachsen in Morden auf. Gitarrist Steve Leach und Bassist Joel Cox eher Richtung Streatham. Die Good Shoes gründen sich 2004 - zunächst als Duo. Rhys und Steve gehen bereits einer Weile ihrem Hobby Musik nach und schreiben zusammen Songs, bis sie im Januar 2004 bei einem Charity-Gig eines Freundes in Kingston erstmals als Good Shoes auftreten.

Kurzerhand entscheiden sie sich, die Freizeitbeschäftigung Band ernster anzugehen und holen Tom und später Joel – ein Freund aus High School-Zeiten – mit ins Boot. Ihren ersten gemeinsamen Auftritt meistern die Vier am 1. Februar 2005 auf dem Gelände der Cambridge University. Der zweite Gig findet bei einer Geheimparty der Mystery Jets auf der Themse-Insel Eel Pie Island statt. Mitte des Jahres erscheint die Debütsingle "Small Town Girl" auf Young And Lost Club Records (u.a. White Lies-Vorläufer Fear Of Flying) und ist innerhalb weniger Tage ausverkauft. Als sie im August bei der Artrocker Clubnight spielen, wird auch das zukünftige Label erstmals auf die Good Shoes aufmerksam – drei Monate später unterschreiben sie bei Brille Records (The Knife, Envelopes, Whirlwind Heat).

Auch Xfm-DJ John Kennedy entdeckt das Quartett für sich und spielt dessen Demos. Dank neuem Material werden auch Steve Lamacq und Zane Lowe auf die Jungs aufmerksam und verschaffen ihnen Radio-Airplay. Im März 2006 erscheint die EP "We Are Not The Same" – diesmal auf Brille Records. Im August folgt "All In My Head". Alle drei Songs produziert man während der Aufnahmen zum Debütalbum, das mit Unterstützung von Tore Johansson und Per Sunding (New Order, The Cardigans, Franz Ferdinand) in Schweden entsteht. Neben Support-Auftritten für Be Your Own Pet, Art Brut, The Long Blondes, Shout Out Louds, The Young Knives und Razorlight treten die Good Shoes im Sommer auch bei einigen britischen Festivals auf, etwa in Reading und Leeds.

Die Folge-Auskopplung "The Photos On My Wall" verschafft den Good Shoes eine erste UK-Charts-Platzierung. Die Single erscheint im Dezember 2006 und steigt auf Platz 48 ein. "Never Ment To Hurt You" steht Mitte März 2007 in den britischen Läden und klettert bis auf Platz 34 der UK Top 40. Auch der NME überschlägt sich vor Euphorie: "You'll wonder how you ever lived without them", lautet das Urteil. Das mag Revolverpostillen-artig übertrieben klingen, doch im Falle der Good Shoes pflichtet man da gerne bei. Einen Sinn für guten Style haben die Jungs im Übrigen auch. Sänger Rhys designt alle Cover selbst. So auch beim Debüt-Album "Think Before You Speak".

Die Debüt-LP kommt am 26. März auf den englischen und wenige Tage später auf den deutschen Markt und besticht mit witzigem, selbstdesigntem Booklet-Schriftzug. Der New Musical Express jubelt erneut: "Gloriously giddy art-pop magnificence, Good Shoes debut is a hooky pop marvel". Hierzulande stellen die Londoner ihren schrammeligen Gitarren-Pop-Sound im Frühjahr live unter Beweis und begeben sich ab Ende April zusammen mit Ash, Muff Potter und The Enemy, quer durch Deutschland auf die Visions Spring Tour.

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