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Es ist früh am Morgen und das Radio dudelt, und wenn man dann auf der Straße steht, dudelt der Song weiter im Gehörgang vor sich hin. Einmal im Kopf, wird man ihn nicht mehr los. Wer kennt dieses Phänomen nicht? "Lovefool" von den Cardigans war so ein Song, damals, 1997. "Love me, love me - say that you love me", ein Refrain wie das Stück Zucker in deinem Frühstückskaffee. Der Hit vom "Romeo und Julia"-Soundtrack bedeutet den Anfang der steilen Karriere der fünf Schweden. Überhaupt scheinen die ABBA-Nachfolger (was sie natürlich nicht hören wollen) ein Faible für Filmmusik-Beiträge zu haben: Anfang 1998 steuern sie mit "War" einen Song für den Erfolgsstreifen "A Life Less Ordinary" mit Ewan McGregor bei, und auf dem "X-Files"-Soundtrack ist mit "Deuce" ebenfalls ein Werk der skandinavischen Strickjacken vertreten.
Die fünf Popstars treffen sich im Oktober 1992 in dem südschwedischen Nest Jönköping (eine Kleinstadt, in der es angeblich mehr Kirchen (52) als Einwohner geben soll), haben wunderbar schwedisch klingende Namen: Nina Persson (Gesang), Peter Svensson (Gitarre), Bengt Lagerberg (Drums), Lasse Johansson (Keyboards, Akustikgitarre)und Magnus Sveningsson (Bass) - und sind zudem noch bei "Stockholm Records" unter Vertrag.
Nachdem die Veröffentlichung ihres Erstlings "Emmerdale" 1994 nur in Schweden Beachtung findet, wo das Album immerhin zur Platte des Jahres gekürt wird, rücken die Cardigans in Europa und dem Rest der Welt mit ihrem zweiten Album "Life" und den daraus ausgekoppelten Singles "Carnival" und "Rise and Shine" deutlich in Richtung Rampenlicht. 1997 ist dann das Jahr der Hitsingle "Lovefool", die ihnen mit dem dazugehörigen Album "First Band On The Moon" millionenstarke Verkaufszahlen beschert. Gastauftritte bei David Letterman und der US-Jugend-Serie "90210 Beverly Hills" sind die Folge.
Mit dem deutlich elektronischeren Werk "Gran Turismo" zementiert die Band 1998 den erreichten Status und chartet auch international. Das Werk erhält in Japan und den USA Platinauszeichnungen, in England immerhin Gold. Die Singles "My Favorite Game" sowie "Erase And Rewind" geraten zu Kassenknüllern und so tritt die Band zu ihrer bislang längsten Welttournee an. Nicht ohne Folgen: Basser Sveningsson erleidet 1999 in Amerika Panikattacken und reist zurück in die Heimat, um etwa ein Jahr weder mit Nina, noch mit Gitarrist Peter ein Wort zu wechseln. Quasi als Therapie nimmt Sveningsson später unter dem Namen Righteous Boy eine Soloplatte auf. Somit ist er auch nicht zugegen, als die Band 1999 den Song "Burning Down The House" mit Tom Jones für dessen Comebackalbum einspielt.
Auch anschließend ist es alles andere als klar, ob es überhaupt nochmal weiter geht mit den Cardigans. Nina veröffentlicht mit ihrem Projekt A Camp ebenfalls eine Soloplatte, die ziemlich folkig ausfällt. In die Singer/Songwriter-Richtung tendiert 2003 dann auch das "Album-Comeback, für das die Band nach vielen Jahren erstmals wieder alle zusammen im Proberaum jammt. Alle fünf lernen sich sozusagen neu kennen. Um diesen Prozess in neuer Umgebung in Gang zu setzen, mietet die Band ein Haus in Kalifornien.
Basser Magnus erinnert sich: "Wir waren also in diesem scheißteuren Haus direkt am Strand in Santa Monica. Du hast den Rolladen hochgezogen und konntest auf den Ozean schauen. Ich glaube, wir haben für zehn oder vierzehn Tage 15.000 Euro bezahlt. Aber wir mussten eben was Außergewöhnliches machen. Und wenn du nicht wettest, kannst du nicht gewinnen. Es war ein bisschen wie Lotto spielen. Harmonisch wurde es sehr sehr langsam, Tag für Tag fühlte man sich wohler mit den anderen. Wir machten quasi eine Familientherapie durch. Vielleicht hätten wir auch einen alten Therapeuten mit langem weißen Bart gebraucht, einen weisen Psychologen. Naja, jetzt haben wir's alleine geschafft und haben so viel Spaß zusammen, wie noch nie."
Ähnlich harmonisch gestaltet sich die anschließende Tournee, auf der die Band Teppiche auf die Bühne rollt und eigene Kronleuchter an die Hallendecke schrauben lässt. Mit den Singles "You're The Storm" und "For What It's Worth" (inklusive Kraftwerk-Cover!) beweisen sie, dass ihnen das Händchen für eingängige Popsongs nicht abhanden gekommen ist, wenngleich das neue Material weitaus ruhiger und rauher klingt als zuvor.
Nach überstandener Kennenlernphase arbeitet es sich scheinbar schneller als gedacht. Schon 2005 sind die Cardigans für den Nachfolger bereit. Kurz nach der Single mit dem schönen langen Titel "I Need Some Fine Wine And You, You Need To Be Nicer" erscheint im Oktober das Album "Super Extra Gravity", das erstmals seit "Life" (1996) wieder ausschließlich Sängerin Nina auf dem Cover ziert. Nach eigenen Angaben profitierte man nach der langen Tournee zum Vorgängeralbum, die die Cardigans auch fünf Monate durch die USA führte, von einer neu entfachten Spielfreude. Insgesamt klingt das Werk zwar etwas rauher und rockiger (vor allem auf der erwähnten Single), es bleibt dem harmoniefreudigen und melancholischen Weg des 2003er-Albums aber dennoch treu.
Inmitten der Weltjugendtage in Köln treffen wir im Papstrausch die frisch aussehende Nina Persson und den etwas müde wirkenden Peter Svensson von den schwedischen Cardigans.
In einem Hotel direkt am Dom sprechen der Gitarrist und die Sängerin mit uns über ihr neues Studioalbum "Super Extra Gravity", das seit heute in den Läden steht. Neben den Aufnahmen, einem durchstrukturierten Arbeitsprozess und der Songentstehung ist natürlich auch Benedikt XVI. und die Religion im Allgemeinen Thema an diesem Tag. Zur heiligen Belustigung zeigen wir den beiden zunächst ein Foto des Erwählten, worauf Peter erst mal nur bemüht lächelt.
Kennt ihr diesen Mann?
Nina: Ja, er kommt morgen hierher, richtig?
Peter. Den kenne ich nicht.
N: Der hasst Frauen, oder? Die Stadt ist total voll und chaotisch. Es ist schon ein sehr interessantes Phänomen.
Im Forum auf eurer Homepage haben wir folgendes Zitat eines Mr. Id gefunden: "Die Cardigans sind im Moment die Einzigen in meinem Leben, die mich manchmal dazu bewegen an die Existenz von (einem) Gott zu glauben."
N: Heilige Scheiße. Das ist ja schön zu hören.
Und dann gibt es noch folgendes Zitat von Richey Scott: "Ninas Stimme klingt wie Engelsgesang, immer melancholisch, aber niemals depressiv."
N: Oh, das klingt gruselig.
P: Das klingt, als würden die Leute dafür bezahlt. (alle lachen)
"What if God was one of us?" Wie würde Gott wohl eurer Meinung nach aussehen?
N: Es ist unmöglich das zu beantworten, weil er keiner von uns ist. Ich habe wirklich keine Ahnung.
P: Ich habe noch nie darüber nachgedacht.
N: Wir kommen aus einer sehr religiösen Kleinstadt, Jönköping in Schweden. Wir fünf waren in dieser Stadt wohl eher ungewöhnlich. Keiner von uns ist sehr religiös und keiner kann gut über Religion sprechen. Ich glaube einfach nicht daran.
P: Ich finde es eher bestürzend. Es gibt eine Sache, über die ich in letzter Zeit nachgedacht habe. In Schweden gibt es momentan eine große Diskussion über die linke Politik. Sie befasst sich nicht so sehr mit der Geschichte des Kommunismus von damals und das führt zu noch mehr Debatten. Die Linken haben dadurch sehr viel Ärger bekommen. Plötzlich ist es schlecht, wenn man ein Kommunist ist. Aber zu sagen, dass man Christ ist, war niemals ein Problem. Die große Frage die sich dabei stellt ist doch die, wie viele Leute sind wegen dem Kommunismus gestorben? Und wie viele wegen dem Christentum?
N: Oder wegen irgendeiner anderen Religion.
Auf eurem neuen Album "Super Extra Gravity" ist ein Song namens "Godspell" vertreten. Was war die Inspiration zu diesem Lied?
N: Auf jeden Fall nicht nur Religion. Es geht mehr um die religiösen und politischen Institutionen, die sich immer mehr in den Vordergrund drängen und die Menschen mehr und mehr beeinflussen. Sie machen die Gesetze und sprechen immer nur über eine Wahrheit. Das ist das erste Mal, dass die Cardigans diese Themen ansprechen. Und wohl auch das letzte Mal.
P: Ah, ich denke wir sollten darauf aufbauen.
N: Es ist ganz interessant, es gibt die rechte Seite und die linke Seite. Je orthodoxer die eine Seite wird, desto mehr treffen sie sich auf der anderen Seite wieder. Plötzlich gibt es dann keinen Unterschied mehr zwischen den beiden Extremen auf beiden Seiten. Plötzlich haben sie am Ende Gründe dafür zusammen, ein gemeinsames Ziel zu finden ... Aber genug davon.
Okay, zurück zur Musik und zum neuen Album. Wie waren die Aufnahmen? Habt ihr wie beim letzten Album "Long Gone Before Daylight" (2003) ein teures Haus in L.A. gemietet?
N: Nein, das Haus damals war ja nicht für die Aufnahmen, sondern eher für die Entstehung der Songs wichtig. Wir hatten damals schon lange keine Platte mehr aufgenommen und mussten erst mal wieder zusammen finden. "Long Gone Before Daylight" haben wir dann überall aufgenommen; in England, Schweden, Spanien und Dänemark.
P: Bei der neuen Platte war es genau das Gegenteil. Wir haben die Aufnahmen, die Produktion, das Mischen und das alles in einem Studio, in Malmö, gemacht. Im Vergleich zum Vorgängeralbum war alles 100 % strukturiert.
N: Wir hatten einen ganz normalen Arbeitstag, so als würde man ins Büro gehen.
P: Das war ein perfekter Weg um zu arbeiten, da wir vorher 18 Monate auf Tour waren, wollten wir diesmal nicht soviel Zeit im Studio verbringen.
Hattet ihr die Songs bereits im Kopf, als ihr ins Studio kamt?
P: Fast alle. Die meisten Akkorde und Melodien der Songs waren schon fertig. Die Idee war, eine Art Liedfabrik zu eröffnen. Wir haben ein paar Stücke aufgenommen, die dann erst mal beiseite gelegt wurden, um dann sofort an neuen Stücken zu arbeiten.
Also habt ihr euch selber eine Deadline gegeben?
N: Ja, wir hatten uns dafür entschieden, insgesamt 14 Stücke aufzunehmen. Zwei Lieder pro Session. Jeder hatte seinen Kalender dabei und dann hieß es, okay, an diesem Tag müssen wir fertig sein. Und das hat geklappt.
P: Es gab diesmal eine Struktur. Wir waren zwölf Tage im Studio und hatten acht Tage frei und danach sind wir noch mal ins Studio für weitere 12 Tage.
Hat man nach dieser Pause dann den Kopf frei für weitere Ideen?
P: Ja, das Wichtigste ist, dass man das Gefühl bekommt in diesen 12 Tagen etwas erreicht zu haben.
N: Jeden Tag hatten wir zwei komplette Lieder fertig, statt ein Album voll von "schwimmenden" Songs, wie auf unseren letzten Platten.
P: Wir versuchten immer, zwei Songs voraus zu sein, um den Schwung nicht zu verlieren.
N: Tagsüber haben wir zwei Lieder aufgenommen und abends haben wir die zwei Stücke für den nächsten Tag schon mal geprobt.
P: Das hört sich sehr langweilig an, aber es war effektiv.
N: Mit unserer kindischen Einstellung hatten wir anfangs Angst, dass dieser Kreativprozess unsere Inspiration zerstört. Dass es irgendwann langweilig wird. Für die letzte Platte hatten wir uns zuviel Zeit genommen. Immer bis vier Uhr morgens und dabei haben wir auch viel getrunken. Aber diesmal war es mit diesem neuen Ansatz gesünder und produktiver.
P: Bei der letzten Platte gab es für uns keine Zeit- oder Geldgrenze. Wir haben vier oder fünf Monate aufgenommen und danach alles weggeworfen. Aber dieses Mal hat uns die exakte Zeiteinteilung sehr geholfen.
N: Mit dieser Einteilung hatte ich anfangs schon etwas Stress, aber am Ende war der Zeitdruck sehr gut. Ich hatte weniger Zeit, ständig etwas an den Texten zu verändern. Das war so wie während meiner Schulzeit. Ich habe immer auf die letzte Minute für eine Klausur gelernt. Zwei Monate vorher habe ich mich gestresst, um dann am letzten Tag mich hinzusetzen.
P: Bei mir war es ähnlich. Ich habe zwar nicht soviel gelernt wie du, aber bei meinen Songs ist es genauso. Im übrigen war es unsere Idee, die Zeit so einzuteilen. Wenn die Plattenfirma es so gewollt hätte, dann wäre das noch mal etwas anderes.
Gab es auch Druck vom Produzenten Tore Johansson (Franz Ferdinand)?
N: Nein, gar nicht. Wir waren alle mit diesem neuen Weg einverstanden.
P: Er war es gewohnt so zu arbeiten. Früher hatte er schlechte Erfahrungen mit langwierigen Aufnahmesessions, und war somit auch zufrieden.
Werdet ihr noch mal mit Tore arbeiten?
N: Vielleicht. Es ist nicht unmöglich. Wir sind diesmal auf ihn zurückgekommen, obwohl wir ihn während der Aufnahmen zu "Long Gone Before Daylight" quasi gefeuert hatten. Wir haben uns damals entschieden, nicht mit ihm weiter zu arbeiten. Aber diesmal haben wir ihn gefragt, ob er noch mal mit uns was machen will. Was in der Zukunft sein wird, wissen wir jetzt noch nicht. Wir machen unsere Entscheidungen immer von einer Platte zur nächsten. Das Arbeitsverhältnis diesmal war auf jeden Fall sehr gut.
Wie denkt ihr über Universal? Wie lief eurer Meinung nach der Verkauf von "Long Gone Before Daylight"?
N: Unsere Situation ist nicht schlimmer als bei anderen Bands. Vielleicht sogar ein bisschen besser. Wir sind glücklich, dass wir nicht rausgeschmissen worden sind. Wir haben eine sehr gute Beziehung mit Stockholm Records. Das ist unser Mutterlabel in Schweden. Ihnen gehört unser Repertoire. Sie glauben an uns. Wir haben sehr viel Freiheit. Andere Bands können das leider nicht von sich behaupten.
Ich habe gelesen, dass die Promotion fürs letzte Album nicht so gut lief?
N: Ich denke, sie waren wegen diesem Internetschock paralysiert.
P: Es gab mehrere Gründe. Erstens gab es eine fünfjährige Pause zwischen "Gran Turismo" (1998) und "Long Gone Before Daylight" (2003). "Gran Turismo" verkaufte sich ca. zwei Millionen Mal. Wenn man an heute denkt, ist das richtig gut. Auch was die Videoproduktion angeht. In den 90ern kostete ein Video ca. 300.000 Euro und heute vielleicht noch 30.000. Und das hat sich in nur fünf Jahren so entwickelt. Während unserer Pause waren wir nicht in diesem ganzen Zirkus. Mit der letzten Platte sind wir nicht so direkt kommerziell eingestiegen, aber dennoch haben wir es nicht bereut. Manche Leute von Universal waren irritiert, da es keine Radiosingle gab. Aber rückwirkend war es eine sehr gute Platte. Wir haben eine halbe Million davon verkauft und was kann man mehr erwarten von einer kleinen Band aus Jönköping?
Allgemein ist der Plattenverkauf auf dem Markt runter gegangen. Die Firmen behaupten, dass es am illegalen Downloaden liegt. Aber es gibt Statistiken, die sagen, dass die Leute, die illegal downloaden die Kunden sind, die heutzutage Online-Musik kaufen.
N: Ja, genau. Das ist das selbe, wie mit den Musikkassetten früher. Die waren zuerst auf dem Markt und die Plattenfirmen hatten damals die selbe Angst.
P: Die ganze Download-Piraterie-Idee ist nur ein Sündenbock. Der wahre Grund ist, dass die Musikindustrie zu schnell expandiert und einfach zu groß ist. Und dazu kommt, dass dabei sehr viele Scheißplatten heraus kommen.
Jetzt mal zu eurer aktuellen Single "I Need Some Fine Wine And You, You Need To be Nicer". Erzählt uns was zu diesem Song.
P: It's a hit! (alle lachen)
N: Wir haben gestern das Video in Stockholm dazu gedreht. Was soll ich sagen ...
P: Als wir das Stück zum ersten Mal spielten, haben wir alle gleich gemerkt, dass es eine typische Cardigans-Single ist, was immer das auch sein mag.
Und wie genau kam es zu dem Textinhalt? Ist das etwas persönliches?
N: Ich möchte meine Texte nicht zu sehr ineinander verdrahten oder kryptisch sehen, aber alles ist wahr und fiktional zugleich, wenn ihr versteht was ich meine. So wie es bei jeder Kunst der Fall ist. Es basiert nicht auf einer wahren Geschichte, sondern auf Dingen, die ich kenne.
P: Ein hundertprozentiges Durcheinander eben ... (grinst)
N: Ganz genau. Ich finde es sehr schwierig, über Songtexte zu sprechen. Alles was ich sagen will, steht in den Lyrics. Ich glaube, es war diesmal auch das erste Mal, dass der Text bzw. die Phrase "I Need Some Fine Wine And You, You Need To be Nicer" vor dem Song selbst stand. In der Regel passe ich meine Texte immer an die Songstruktur an.
P: Ich habe lange an dem Song gearbeitet und ich mag vor allem den Intro-Part sehr und das Schlagzeug und wie der Bass klingt ... Ja, das ist schon sehr schön ... (grins) Aber ich konnte den Song nie wirklich zu Ende bringen. Es fehlten hier und da immer wieder kleine Parts und ich wusste nicht, was der Chorus sein sollte und was der Refrain. Beim Videodreh war es ganz lustig. Der Mann, der die Musik einspielte, fragte uns irgendwann nach der Struktur des Songs. Er hatte wohl Probleme das Stück aufzuteilen. Und wir konnten ihm diese Frage leider auch nicht beantworten. Und als Nina damals dann mit ihrer Textzeile zu mir kam, dachte ich nur, das ist ein toller Name für einen Song. Das war schon sehr wichtig und passiert nur selten.
Also hattest du die Songidee und Nina kam dann mit ihren Texten und daraus entstand der Hit?
N: Nein, so kann man das nicht sagen.
P: Nina hat den Song vorher nicht gehört.
N: Als wir uns alle zum Proben getroffen haben, stellte Magnus seinen Bass plötzlich hin und spielte diese schöne Melodie auf dem Piano. Das gefiel mir sehr. Es gab also verschiedene Einflüsse innerhalb der Band.
P: In der Regel läuft es so, dass ich die Musik schreibe und Nina die Texte und danach arrangieren wir alle gemeinsam den Song. Bei dem Stück lief es diesmal etwas anders. Ich hatte die Wörter, bevor der Song überhaupt fertig war.
Und der Titel war nicht zu lang? Hat die Plattenfirma nicht gemeckert?
N: Wir hatten ursprünglich einen Albumtitel, der noch länger war als dieser Singlename. Von daher wussten sie, worauf sie sich einlassen mussten. Und ich bin gespannt darauf, wie die Moderatoren den Titel ankündigen, sollte dieser Song jemals im Radio laufen. Vollständig oder denken sie sich irgendwelche Abkürzungen aus? Ich glaube im Internet gibt es schon Kürzel wie INSFW ... oder so.
P: Es ist immer schwierig, sich auf einen Titel zu einigen, der vor allem von der ganzen Band akzeptiert wird. Unser jetziger Albumtitel "Super Extra Gravity" gefällt vor allem Nina und mir. Es gab dann auch mal ein Interview, in dem sich jemand aus unserer Band negativ über diesen Namen äußerte.
N: Was? Er hat den Albumtitel im Interview schlecht gemacht?
P: Ja.
N: Nun gut, jeder darf seine Meinung sagen.
P: Ja, das nennt man Demokratie, oder? (grins). Allerdings mochte ich den Titel des Albums davor auch nicht besonders. Ich hätte dies aber außerhalb der Band niemals geäußert. Demnach war ich ein wenig aufgebracht, dass diese andere Person, ich nenne seinen Namen jetzt mal nicht, sich öffentlich darüber ausgelassen hat.
N: Ist diese andere Person klein oder groß? (grinst)
P: Klein. (alle lachen)
N: Hat er ein oder zwei Kinder?
P: Ein Kind. Ist er der Schlagzeuger? Ja! (grinst)
Das Interview führten Paul J. Greco und Jasmin Lütz.
Kurz vor ihrem dritten Konzert der Tournee in Zürich treffen wir zwei Mitglieder der Cardigans. Nach langer Schaffenspause veröffentlichte das schwedische Quintett im März 2003 ihr fünftes Album "Long Gone Before Daylight".
Es ist ein warmer Sonntag Nachmittag in Zürich. Gitarrist und Songwriter Peter Svensson kommt uns aus dem am Limmat gelegenen Hotel entgegen und freut sich, dass er frei hat. Für Pressetermine sind heute Drummer Bengt Lagerberg und Bassist Magnus Sveningsson zuständig. Als uns Magnus schließlich im Cateringraum begrüßt, bestätigt er zunächst mal die Legende, dass Schweden nichts mehr hassen als Unpünktlichkeit. "I'm really sorry that I'm late", ruft der sympathische und stämmige Basser schon von weitem, obwohl er nur eine Minute über der Zeit ist. Wir verziehen uns in einen kleineren Raum nebenan und ohne auf Bengt warten, legen wir schonmal los.
Eure Tour ist hierzulande gerade zwei Abende jung, wie läufts für euch bisher?
Nun, wir hatten vorher schon rund 17 Shows in Skandinavien gespielt, danach hatten wir eine Woche frei. Ich bin dann heim gegangen zu meinen Freunden nach Malmö, habe versucht zu relaxen und meine Wäsche gewaschen. Dann gings auch schon nach Lausanne und gestern spielten wir in Stuttgart. Aber es lief gut. Wir wussten, dass sich unsere Platte in Skandinavien weit besser verkauft hat als in Resteuropa und so war es schön zu sehen, dass in Lausanne und Stuttgart so viele Leute zu uns kamen. Wir wussten vorher wirklich nicht, was uns erwarten würde.
Wie reagiert das Publikum auf eure neuen, langsameren Stücke?
Ich denke unsere Setlist ist schön ausgewogen, aber sie fordert den Zuschauern dennoch etwas ab. Es wäre natürlich einfacher für uns, wenn wir die Ramones wären, einfach 1-2-3-4 und die Leute könnten abgehen. Bei uns geht es halt immer hoch und runter. Gestern in Stuttgart war beispielsweise Samstag Abend, die Leute konnten sich zuschütten, aber sie waren wirklich aufmerksam und wir bekamen riesigen Applaus. Wir wollen einfach viele Balladen von der neuen Platte spielen, obwohl wir wissen, dass das ein Risiko ist.
"Long Gone Before Daylight" gehört zu meinen Album-Highlights des Jahres. Strukturell erinnert es mich an das großartige "Sea Change"-Album von Beck.
Vielen Dank. Wir kennen Beck und seine Band seit wir 1997 mit ihnen auf US-Tour gegangen sind. Das "Sea Change"-Album hat ja eine Vorgeschichte. Becks Freundin hat ihn sitzen lassen, weil sie am liebsten die ganze Zeit einen Popstar als Freund gehabt hätte. Aber Beck ist nunmal eher ein schüchterner Typ, ganz im Gegensatz zu den anderen Jungs in seiner Band, die offener und eher für eine Party zu haben sind. Naja und anscheinend war Becks Freundin sehr gemein zu ihm und nachdem sie ihn verließ, fiel er in ein Loch.
Dass er aber mit einer Singer/Songwriter-Platte zurück kommt, hatte niemand erwartet. In Schweden wurde sein Album ziemlich runtergemacht. Die meisten wollten wohl ein "Odelay" Part 2 von ihm. Wie auch immer, Nina sagt, dass die Texte auf unserem letzten Album "Gran Turismo" weniger Hoffnung ausstrahlen. Die neuen Sachen sind zwar melancholisch aber es gibt ein Licht am Ende des Tunnels. Wobei ich sagen muss, dass Nina schon immer über kaputte Beziehungen geschrieben hat. Aber vielleicht fügen sich Musik und Texte diesmal besser zusammen als bisher.
Der erste Song auf dem Album heißt "Communication". Kommunikation innerhalb der Gruppe war letztlich auch das Geheimrezept, dank dem ihr nochmal eine Platte zusammen hingekriegt habt, nicht?
Ja, 1999 oder 2000 waren wir verdammt nahe dran am Bandsplit. Ich selbst war bei der "Gran Turismo"-Tour gar nicht mehr dabei, da ich zuhause Panikattacken durchlitt. Die anderen waren der Strapazen auch ziemlich müde, ich glaube nicht, dass sie damals eine gute Zeit hatten. Eine Pause war also nötig. Für Nina war es extrem wichtig, ihr Soloalbum "A Camp" zu veröffentlichen und ich machte unter dem Namen Righteous Boy auch eine Platte alleine, sozusagen als Therapie. Sie hat sich nicht verkauft, aber das war auch egal. Ich habe zum ersten Mal alleine Songs geschrieben und sie gesungen. Das war sozusagen mein "Sea Change"-Album und obendrein noch melancholischer als "Long Gone Before Daylight". (lacht)
Ich sprach damals über ein Jahr nicht mit Peter und Nina. Als wir uns schließlich wieder trafen, war die Atmosphäre sehr emotional und auch etwas unheimlich. Es ist wie in einer alten Beziehung, wenn du dich häufig verletzt hast fürchtest du dich davor, dein Schutzfenster runterzulassen. Wie ein Boxer. Es wurde besser als wir ein Haus in L.A. mieteten und beschlossen, uns wieder zu vertrauen und Spaß zu haben. Wir verliebten uns wieder ineinander. Dennoch brauchte es ewig, bis wir anfingen zu proben und als wir schließlich anfingen, dauerte es nochmal eine halbe Ewigkeit, bis die Platte fertig war. Aber wir brauchten das einfach, um die ganzen Sachen zu vergessen, die wir uns früher mal an den Kopf geschmissen hatten.
War die Situation in L.A. ähnlich harmonisch wie auf dem Cover eures neuen Albums?
Oh nein. Zunächst sagten wir uns, warum gönnen wir uns zur Abwechslung nicht mal etwas Luxus? Das machen wir normalerweise nie und deshalb war L.A. ziemlich over the top. So ein richtiges Rock- oder Filmstar-Ding. Wir mieteten also dieses scheißteure Haus direkt am Strand in Santa Monica. Du hast den Rolladen hochgezogen und konntest auf den Ozean schauen. Ich glaube, wir haben für zehn oder vierzehn Tage 15.000 Euro bezahlt. Think about it!
Ähh ja, klingt nett!
Aber wir mussten eben was Außergewöhnliches machen. Und wenn du nicht wettest, kannst du nicht gewinnen. Es war ein bisschen wie Lotto spielen. Harmonisch wurde es sehr sehr langsam, Tag für Tag fühlte man sich wohler mit den anderen. Wir machten quasi eine Familientherapie durch. Vielleicht hätten wir auch einen alten Therapeuten mit langem weißen Bart gebraucht, einen weisen Psychologen. Naja, jetzt haben wir's alleine geschafft und haben so viel Spaß zusammen, wie ... ja, vielleicht sogar soviel wie noch nie.
Die Promoterin öffnet die Tür: "Und hier ist er: Bengt Lagerberg!" Ein ziemlich verschlafener Bengt trabt an ihr vorbei und grüßt freundlich: "Sorry, I'm late."
Hi Bengt. Magnus erzählte gerade von eurem Rockstar-Ausflug nach Los Angeles.
Bengt: Ahh, okay.
Wie sind die neuen Cardigans-Stücke schließlich entstanden, die ja betont langsamer und akustischer ausgefallen sind?
Magnus: Ich denke, Peter überfällt die Kreativität immer dann, wenn er sich eine neue Gitarre kauft. Wahrscheinlich hat er diesmal 'ne Menge Akustikgitarren gekauft. Seine Gitarrensammlung ist sowieso verrückt. Er besitzt wohl so siebzig oder hundert Stück, was meinst du?
Bengt: Eher hundert.
Magnus: Okay, jedenfalls zu viele. Unsere Sound-Veränderung in Richtung Country/Americana Folk kommt sicher daher, dass er zu der Zeit gerne auf Akustikgitarren spielte. War das jetzt die Antwort auf deine Frage?
Nun, wenn die Sound-Veränderung nur Peters Gitarrenvorliebe zuzuschreiben ist, dann schon. Mich wundert einfach, dass ihr nach dem Synthesizer beladenen und sehr erfolgreichen Album "Gran Turismo" eine so ruhige und ausgeglichene Gitarren-Platte abgeliefert habt.
Bengt: Ich glaube, vor diesem Album haben wir noch nie alle zusammen im Proberaum gespielt. Normalerweise spielte ich immer zuerst zwanzig Minuten Drums, dann nahmen wir die besten Parts raus und loopten sie. So lief es auch bei Gitarre und Bass, die Songs flossen allesamt in den Computer. Als das Album erschien, begann auch gleich die Tour, allerdings ohne Magnus. Hast du das schon erzählt?
Magnus: Ein bisschen, ja.
Bengt: Wir hatten das ganze jedenfalls ziemlich schnell satt. Zudem spielten wir die Songs live eigentlich zum ersten Mal. Es war verrückt: Wir mussten vor dem Tourstart erstmal unser Album anhören, um zu wissen, wie die Songs überhaupt gehen. Ich denke, diesmal wollten wir einfach weg davon und hin zu einem warmen Sound.
Ließ Peter seine Demos dieses Mal offener für euren Input im Studio?
Magnus: Ja, und das war sehr wichtig. Davor hatte ich oft das Gefühl ... ich meine, ich war jünger und wahrscheinlich auch dümmer, aber ich war eben oft eifersüchtig auf Peter, weil er nunmal all diese tollen Songs schrieb und Nina schrieb auch immer mehr Texte. Anstatt zu sagen, lasst uns jetzt weiter daran arbeiten und die Songs noch besser machen, war ich beleidigt. Ich fühlte mich zurück gedrängt. Diesmal arbeiteten wir wirklich gemeinsam an den Songs, spielten sie wieder und wieder. Obwohl ich für das neue Album keine Zeile und keine Musik geschrieben habe, gehören alle Songs mir. Und Bengt. Und Lasse. Es sind jetzt zwei Jahre seit unserem Wiedersehen vergangen und es läuft immer noch super.
Hätte die Platte an jedem Ort der Welt entstehen können oder gibt es etwas typisch schwedisches daran?
Magnus: Manche Sachen entstanden in Spanien, manche Teile in England und einige auch auf einer Insel bei Schweden. Doch einiges klappte noch nicht richtig, so dass wir nochmal sechs Monate in Malmö rumgehangen sind.
Bengt: Ich glaube, dass unser Album, egal an welchem Ort wir es aufgenommen hätten, so geklungen hätte, wie es nun klingt. Am Anfang unserer Karriere war es halt sehr wichtig, dieses Studio in Malmö zu finden, denn dort gab es haufenweise altes Equipment, in das wir uns sofort verliebten.
Dann ist es auch kein Zufall, dass eure Gastmusiker (The Hives, The Soundtrack Of Our Lives, The Hellacopters) auch alle aus Schweden kommen?
Bengt: Nicht wirklich. Wir lieben ihre Musik und tourten früher gemeinsam. Sowas passiert rein zufällig, man ist in der selben Stadt, man besucht sich im Proberaum, man legt los.
Magnus: Außerdem trinken sie viel. (lacht) Nein, der Punkt ist: das hier haben wir selbst geplant. Ich meine, wir sind Schweden, da fragt man mal kurz 'Hey, kommst du rüber?' und der andere sagt 'Okay, cool!'. Die Sache mit Tom Jones kam dagegen von der Plattenfirma, das war ein rein kommerzielles Ding. Alles war bis ins Detail durchgeplant.
War es denn wenigstens lustig mit Tom Jones?
Magnus: Ich habe gar nicht auf dem Song ("Burning Down The House", Anm. d. Red.) gespielt. Zu der Zeit arbeitete ich in Malmö und litt noch unter nervlichen Belastungen. Als Tom Jones und Nina zusammen sangen, bin ich bei mir gerade ins Burger King gegangen, um Eis für den Hummer und die Austern zu holen. Ich habe den Song nichtmal gehört, ich war nur Eis holen. Das ist die wahre Geschichte. Hast du eigentlich drauf gespielt?
Bengt: Ja und ich war sogar im Studio, als die beiden es sangen. (lacht) Als wir den Song aufnahmen, war Tom nicht im Studio, er kam nur für zwei Stunden, um seinen Part einzusingen. Und er sang es in einem einzigen Take. Er ist wirklich ein cooler Typ. Ich habe vorher nie bewusst Sachen von ihm angehört und ich glaube seither auch nicht (alle lachen), aber unser Song ist gut geworden. Das dazugehörige Album ist allerdings nicht so toll.
Kam die Idee, Robbie Williams zu supporten, auch von eurer Plattenfirma?
Bengt: Nein, Robbie fragte uns. Wir sagten nein und dann fragte er wieder. Also sagten wir wieder "nein, wir werden alleine auf Tour gehen" und irgendwann fiel er praktisch vor uns auf die Knie und flehte: "Ihr könnt euch eine Stadt aussuchen, ganz egal, welche. Es kann auch nur eine einzige sein." Schließlich wurden es dann zwei Shows, aber wir trafen ihn nicht ein einziges Mal. Er kam auch nicht vorbei, um kurz 'Hallo' zu sagen. Aber ich glaube trotzdem, dass es die Sache wert war. Wir hatten die Chance, vor 70.000 Menschen zu spielen, die zum großen Teil keine typischen Cardigans-Fans sind.
Magnus: Allerdings hörte ich, dass unsere Crew unmöglich behandelt wurde. Ein Techniker meinte, er konnte den ganzen Nachmittag nicht arbeiten, weil er ständig von den Bühnenleuten verarscht wurde. Das muss ein typisch britisches Phänomen sein: Hast du eine Vorgruppe, tu alles, aber hilf ihnen bloß nicht. In unserem Fall herrschte sogar pure Zerstörungswut.
Unser Monitor-Techniker programmierte zum Beispiel eine Stunde lang Settings für unsere Show, dann ging er 'nen Kaffee trinken und als er zurück kam, war alles gelöscht. Solche Sachen. Bei der ersten Show, ich glaube das war in Mannheim, war der Monitor aus und wir hatten nichtmal einen Soundcheck. Diese Show lief also beschissen. Ich meine, wir bekamen einen Haufen Kohle dafür, vielen Dank, aber es ist auch ganz nett, einen guten Auftritt abzuliefern.
Noch dazu hatte Robbie Williams einen riesigen Bildschirm, so dass die Bühne drei Meter tief und 25 Meter breit war. Peter konnte ich fast gar nicht sehen, so weit weg stand er. Und da die Monitore nicht funktionierten, war es unmöglich, den Auftritt irgendwie zu retten. Da frage ich mich schon, warum man einer Vorband außer einem fetten Scheck nicht auch eine faire Chance geben kann. Wir waren sowas von glücklich, dass wir nicht zehn Shows zugesagt hatten. Naja, wir haben's versucht, es war scheiße und wir machen's nie wieder.
Bengt: Die Shows an sich fand ich aber nicht so schlecht, nur der Zirkus drumrum störte.
Magnus: Stimmt, das Catering war gut. Das war das beste an allem.
Werdet ihr euch auch für eine US-Tour überwinden, obwohl die letzte beinahe zum Bandsplit geführt hat?
Magnus: Ja, aber das Album erscheint dort erst im Februar 2004. Wir gehen also irgendwann im Frühjahr rüber. Ob wir dort reinpassen, weiß ich aber überhaupt nicht, ich schaue kein MTV oder sowas. Davon halte ich mich fern. Wir fangen in den USA praktisch von Null an, denn dort sind wir ein One-Hit-Wonder. Nur "Lovefool" kam damals groß raus. "Erase And Rewind" und "My Favourite Game" waren nur in Europa Hits. Aber ich denke trotzdem, dass unser Album dort ankommen könnte, denn es ist wirklich gut. Es ist viel besser als Limp Bizkit oder Britney Spears.
Das Interview führte Michael Schuh.
First Band On The Moon (1997), Life (1996), Emmerdale (1994)
10,99 €
30,99 €
18,99 €
30,99 €
7,99 EUR
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39,99 €
7,99 EUR
22,99 €
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http://www.cardigans.com
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