Porträt

laut.de-Biographie

Dorfdisko

"Viel Zu Stürmisch, Viel Zu Laut" heißt das Plattendebüt der Kölner Band Dorfdisko. Für Daniel Roth (Gesang, Gitarre), Peer Hartnack (Gitarre), David Oesterling (Bass) und Marc Pampus (Schlagzeug) ist 2005 ein verheißungsvolles Jahr, trotz vieler kritischer Stimmen ("Ich hoffe diese Disko kommt niemals aus ihrem Dorf raus", Verf. unbekannt). Ein Jahr später zur Weltmeisterschaft, wäre allein der Albumtitel ein Volltreffer. Die Bolzerei um das runde Leder verfolgen die Dorfjungs regelmäßig. Gerne würden sie auch mit Poldi ins Mikro grölen. Statt dessen hört man Sportfreunde Stiller Karnevals-Klau bis zur Verwirrung und hofft 2010 auf eine bessere Geschmackspolizei.

Das Licht der Welt erblicken Dorfdisko nicht direkt im Herzen des Doms. Frontmann Daniel wird 1981 in Düsseldorf (Skandal!) geboren, Gitarrist Peer 1975 in Hilden, beim Bassisten David weiß man nicht so genau, wo er 1983 herausschlüpft, und Marc Pampus kommt 1973 in Waldbröl zur Welt. Volker Taake (Bassist vor David Oesterling), der 1977 in Aachen geboren wird, verlässt die Band rechtzeitig. Sowohl aus privaten, als auch aus gesundheitlichen Gründen, da sich die erste Tour als harter Knochenjob erweist und nicht jeder Rücken davon entzückt ist.

Das Quartett kennt sich nicht aus dem Sandkasten und auch nicht aus dem Bergheimer Jugendverein. Aus musikalischem Ehrgeiz und gemeinschaftlichem Willen finden sie 2004 zusammen und kommen, um sich zu beschweren. Allerdings auf eine andere Art, als viele ihrer deutschsprachigen Vorbilder (Tocotronic, Blumfeld, Die Sterne). Die Zeiten ändern sich und somit auch die oft kritisierte, neue "Sing-Deutsch" Fraktion. Bands wie Juli und Silbermond beherrschen die Bravo-Titelseiten, und Mia stellen ihren eigenen Patriotismus in den Vordergrund.

Und dann tauchen plötzlich vier selbstbewusste Wahlkölner auf, die bereits Anfang 2005 mit ihrer EP "Unterwegs" als die neuste Indie-Attraktion verkauft wird. Dank dem Majordeal mit Motormusic und Erdmöbel-Mastermind Eki Maas, der als Produzent des Debüts "Viel Zu Stürmisch, Viel Zu Laut" verantwortlich ist. Ihre Popsongs behandeln vorwiegend den Kummer und die Schönheit der Liebe. Dorfdisko kritisieren und philosophieren und leben darüber hinaus gerne. Da wird von "Kölner Schule" mehr geschmunzelt als geredet. Auf ihren Konzertreisen spielen sie mit zeitgenössischen Bands wie Revolverheld, Christina Stürmer, Schrottgrenze, Roman Fischer, Zinoba und Hund am Strand.

Dorfdisko bezeichnen ihre Musik als Großstadtpoesiepop, auch wenn K-Town nur eine Million Menschen aufweist. Sie jammern nicht und prangern auch nichts an. Es ist einfach Popmusik, die alltägliche Gefühle aufweist. Erlebnisse und Erfahrungen, eingepackt in Gitarrenmelodien, die einfach Spaß machen sollen. Zu Hause in ihren Regalen stehen neben den Lieblingsplatten der Hamburger Schulzeit weitere Idole: Rio Reiser, Selig, Erdmöbel, Kante und Oli Schulz.

Auch wenn der Kölner Dom immer noch als Weltkulturerbe auf der Kippe steht, der Kölner feiert sich und seine Stadt zu jeder Gelegenheit. Egal, ob die Dorfdisko nun in die 1. Liga aufsteigt oder nicht. Und immer wieder nimmt man sich und jeden in den Arm und singt: "Da simmer dabei, dat is priiiima, Viva Colonia ..." Tja, so sind se, offen für alles und niemals neidisch! Schauspielschule und andere Tagesjobs werden so gut es geht an den Nagel gehängt. Was zählt ist die Musik und der Traum, davon einmal leben zu können.

Der zweite Longplayer "Kurz vor Malmö" steht zu diesem Zweck Mitte 2006 bereit. Suzie von Klee schreit hier bei einem Song mit und ist sowieso Fan der Dorfdisko. Gemeinsam bereisen sie im September die Konzertbühnen in Deutschland, und ,für das Quartett zum ersten Mal, auch die Schweiz und Österreich. Da stehen sie also wieder zusammen an der Theke, die Wahlkölner, schunkelnd im Tourbus, der kölsche Klüngel, und singen "Echte Fründe stonn zosamme" ... Nej, wat is dat schön!

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Adieu, Adieu
Unterwegs
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    Ganz frisch und immer auf dem Laufenden.

    http://www.dorfdisko.net/

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