Porträt

laut.de-Biographie

Dieter Bohlen

Dieter Bohlen kennt jedes Kind. Dieter ist unter anderem Mr. Modern Talking, Mr. C.C. Catch, Mr. Blue System, Mr. Penisbruch. Er steckt hinter einem nicht gerade geringen Teil der deutschen Pop-Produktionen zwischen 1980 und 1990 und weit darüber hinaus. Er agiert in verschiedenen Formationen und unter diversen Pseudonymen. Seit Herbst 2002 setzt er sich zudem als Juror des Casting-Zirkus' "Deutschland sucht den Superstar" wirkungsvoll in Szene.

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Man kann über den am 7. Februar 1954 geborenen Oldenburger sagen, was man will: Unproduktiv ist er nicht. Früh beeinflussten ihn die Beatles, später auch Pink Floyd, Led Zeppelin und Deep Purple. Dieter lernt erst Gitarre, dann Keyboards spielen, finanziert sich seine Studienzeit mit Bandauftritten und schickt fortwährend Demotapes an große Plattenfirmen.

1979 beginnt seine Erfolgsgeschichte: Bohlen unterschreibt einen Vertrag bei Intersong und produziert von da an Größen wie beispielsweise Peter Alexander, Roy Black, Howard Carpendale, Rex Gildo, aber auch "kleinere Fische" wie Bernhard Brink, Katja Ebstein, Roland Kaiser und, last but not least, die Wildecker Herzbuben.

So richtig kommt die Karriere des Dieter Bohlen aber erst in Gang, als dieser 1983 auf Thomas Anders trifft. Kurz darauf gründet er mit dem dunkelhaarigen Schönling Modern Talking. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mausert sich das Duo zum Hitwunder, dessen Alben sich weltweit wie geschnitten Brot verkaufen. 1985 bekommen sie 57 goldene und Platin-Schallplatten überreicht - der Rubel rollt wie nie zuvor in der deutschen Musikhistorie.

Der Traum währt allerdings nicht ewig: 1987 brechen Modern Talking, nach Bohlens Aussage mittlerweile "immer brauner und schwuler geworden", auseinander. Dieter hebt Blue System aus der Taufe und produziert zudem C.C. Catch. Thomas Anders verschwindet zunächst irgendwo in der Versenkung.

1989 verleiht die Sowjetische Künstler-Vereinigung Bohlen die Auszeichnung zum erfolgreichsten Künstler in der UdSSR. Weder die Beatles, noch Michael Jackson noch sonst jemand wurde zuvor jemals derart geehrt. Bohlen betrachtet seine eigenen künstlerischen Leistungen realistisch: "Gequietsche in Eunuchentonlage war seit Studententagen mein Spezialgebiet", so seine Selbsteinschätzung.

1999 raufen sich Anders und Bohlen noch einmal zusammen, schließlich ist mit dem reanimierten Projekt Modern Talking noch ein bisschen Geld zu verdienen. Abgesehen davon scheinen Bohlen die musikalischen Ideen ausgegangen zu sein: Die von ihm zunächst hoch gelobten und protegierten Schützlinge wie Milane oder Isabel scheitern grandios. Man entzweit sich in kleinlichem Streit von dem vermeintlichen Gönner. Auch der zweite Versuch, mit Thomas Anders auszukommen, geht in die Hose: Die beiden trennen sich erneut und liefern sich eine medienwirksame Schlammschlacht.

Geschäftemacherei mit Bettgeschichten und Affärenberichten läuft dafür um so besser: Binnen zweier Wochen stürmt Bohlens Buch "Nichts Als Die Wahrheit", das in Zusammenarbeit mit Bild-Klatschkolumnistin Katja Kessler entsteht, die Bestsellerlisten. Der geneigte Leser erfährt von Naddel ("Sie hatte so eine beschwingte Oberflächlichkeit, die das Hirn entspannte."), vom ersten Treffen mit Verona Feldbusch ("Ihre Busen waren hochgequetscht wie zwei Knödel, schade dass ich meine Gabel nicht dabei hatte.") und vom ersten Liebesakt ("Als sie sich im Bett räkelte, ragten die Dinger wie zwei stramme Eisberge in die Luft.").

Auch Sabrina Setlur ("Sie war ausgesprochen süß und sexy und gefiel mir richtig gut."), die Bohlen in einem Hamburger Hotel Offerten machte, und Daliah Lavi ("Noch nie hatte ich eine ältere Lehrerin gehabt. Hier konnte der kleine Dieter noch mal richtig was lernen.") werden in einer schier endlosen Medienbeichte ihrer Persönlichkeitsrechte beraubt. Das fröhliche Bekenntnis zur Niveaulosigkeit zahlt sich aus. Dieter outet sich bedenkenlos als Arschloch: "Das hat große Vorteile. Und das Bundesverdienstkreuz will ich auch nicht mehr!"

Braucht er auch nicht: Im Herbst 2002 bricht für Bohlen die Ära DSDS an. Als Jury-Mitglied verhilft er der Casting-Show mit grenzwertigen Kommentaren zu nicht unerheblicher Popularität. Er produziert für die Finalisten die Nummer "We Have A Dream" und arbeitet sowohl mit dem Sieger Alexander Klaws als auch dem Drittplatzierten Daniel Küblböck eine Zeit lang zusammen. Ganz nebenbei hievt er Yvonne Catterfeld in die Hitparaden.

Die Gewinner der zweiten und dritten Staffel erweisen sich als weniger dankbar: Weder Elli Erl noch Tobias Regner zeigen Interesse an einer Kooperation mit Bohlen. Für den zweiten Jahrgang liefert dieser immerhin noch den Stoff für das gemeinsame Album "Magic Of Music". Regner geht ganz ohne den Pop-Titanen ins Rennen.

Der hat inzwischen ein zweites Buch nachgelegt: Auch bei "Hinter Den Kulissen" lässt er sich wieder von Katja Kessler zur Hand gehen. Zudem wird Bohlens Leben in Form eines Zeichentrickfilms für die Kino-Leinwand aufbereitet. "Dieter - Der Film" erscheint 2005 allerdings lediglich auf DVD: Der Streifen geriet zu satirisch und fand keine Gnade vor den Augen des Meisters.

2007 geht DSDS in die vierte Runde. In Mark Medlock findet Bohlen endlich wieder einen Kandidaten, der seine väterliche Fürsorge zu schätzen weiß. Er schreibt ihm nach dem Siegersong "Now Or Never" auch gleich noch das komplette erste Album "Mr. Lonely" auf den Leib: der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Das Dreamteam debütiert bei Thomas Gottschalks "Wetten Dass ...?" und verkündet, man werde künftig als Miami Twice zusammen auftreten. Wie bei Klaws, Küblböck oder später Michael Hirte lässt Bohlens Begeisterung schnell nach: der Name wandert in die Mottenkiste, das Album "Dreamcatcher" erscheint schlicht unter "Mark Medlock & Dieter Bohlen."

Letzterer darf sich mittlerweile auch ganz offiziell einen "Künstler" nennen: Nach einem Rechtsstreit um zu zahlende Beiträge für die Künstlersozialkasse urteilte ein Richter des Kölner Sozialgerichts: "Dass er ein Künstler ist, auch als Juror, kriegt er jetzt schriftlich." Das ist zwar kein Bundesverdienstkreuz, aber immerhin besser als garnix.

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DSDS live 2012 - Finale Dieter Bohlen mit Bruce Darnell, Marco Schreyl und Natalie Horler.

Dieter Bohlen mit Bruce Darnell, Marco Schreyl und Natalie Horler., DSDS live 2012 - Finale | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen mit Bruce Darnell, Marco Schreyl und Natalie Horler., DSDS live 2012 - Finale | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen mit Bruce Darnell, Marco Schreyl und Natalie Horler., DSDS live 2012 - Finale | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Dieter Bohlen mit Bruce Darnell, Marco Schreyl und Natalie Horler., DSDS live 2012 - Finale | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)
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