Porträt

laut.de-Biographie

Thomas Anders

Wie Tim und Struppi, Pinky und Brain, Bonnie und Clyde oder Sonny und Cher sind auch die Namen Anders und Bohlen fest miteinander verschweißt. Beide gemeinsam brachten deutsche Musik (mit englischen Texten) weltweit in die Charts. Modern Talking steht bis heute für die größten Erfolge, die Deutschland im Popbusiness bislang hervorbrachte. Beide beanspruchen für sich, der kreative Kopf der Band gewesen zu sein. Fest steht jedoch, dass Anders sein Gesicht für den Eunuchengesang hergibt, der zwei Jahrzehnte lang die Charts beherrschte - auch wenn die sogenannten 'hohen Chöre' eigentlich Bohlen zuzuschreiben sind.

Am 01. März 1963 kommt Bernd Weidung als Sohn einer Ladenbesitzerin und eines Bürgermeisters zur Welt. Im Gegensatz zu normalen Sprößlingen seines Alters begeistert er sich allerdings schon früh mehr für Musik als für diverse Jungensportarten. Mit sieben Jahren tritt er das erste Mal vor Publikum auf - im Nikolauskostüm, Weihnachtslieder singend. Er lernt Klavierspielen, studiert später in Mainz Germanistik und Musikwissenschaften.

Seinen ersten Erfolg feiert er bei einem Schlagerwettbewerb von Radio Luxemburg, der ihm einen Plattenvertrag einbringt. Damals befindet er den Namen Bernd Weidung auch für zu langweilig. Er nennt sich Thomas Anders. Unter diesem Synonym veröffentlichte er auch 1980 seine erste Single - "Judy".

1983 trifft er im Plattenstudio auf den chronisch erfolglosen Produzenten Dieter Bohlen. Der ist begeistert von dem engelsgleichen Stimmchen und nimmt sofort einige Tracks mit Anders auf. Erfolg stellt sich allerdings erst ein, als die beiden zur englischen Sprache wechseln und 1984 mit "You're My Heart, You're My Soul" die Charts stürmen. Der Song klettert in 35 Ländern auf Platz eins - das goldene Zeitalter für Modern Talking ist geboren.

Drei Jahre später hat das Popduo bereits 60 Millionen Platten weltweit verkauft, bricht allerdings wegen interner Differenzen bereits zum ersten Mal auseinander. Während Bohlen mit Projekten wie Blue System an alte glanzvolle Zeiten anknüpfen kann, hechelt Thomas Anders dem Erfolg früherer Tage hinterher. Er nimmt zwar sieben Alben innerhalb von nur sechs Jahren auf, darunter eines auf spanisch und eines mit dem genialen Titel "Different", hält sich aber sonst mit TV-Produktionen und Radiomoderationen über Wasser. Bis zu jener bedeutungsvollen "Wetten Dass...?"-Sendung im Jahre 1998.

Unter frenetischem Jubel des Publikums werden Bohlen und Anders nach elf Jahren Pause in Herzblattmanier zusammengeführt. Das daraus resultierende Comeback-Album "Back For Good" wirkt wie eine Zeitmaschine in die 80er. MT nehmen einfach die alten Klassiker neu auf und statten sie mit modernerem Klanggerüst aus. Den Fans ist's egal - sechs Millionen verkaufte Einheiten, in 15 Ländern die Spitzenposition in den Albencharts. Modern Talking haben die Weltspitze zurückerobert.

Allen Erfolgen zum Trotz sind es wieder die internen Differenzen, die zum Fallstrick werden. Im Juni 2003 trennen sich Modern Talking erneut - und dieses Mal endgültig. Bohlen widmet sich seinen neuen Steckenpferden: der persönlichen Exhibition unter permanenter Berichterstattung diverser Boulevardmagazine und dem Produzieren von Castingshows. In seinen Büchern beschimpft er seinen Ex-Kollegen Anders aufs schärfste, wirft ihm Unterschlagung und künstlerische Unfähigkeit vor.

Thomas Anders hingegen taucht erst einmal ab. Anfang 2004 erscheint "This Time", sein erstes Soloalbum nach dem Split. Die Streitigkeiten mit Dieter möchte Anders per Gerichtsentscheid klären lassen. Die Sache endet mehr oder weniger unentschieden: Dieter darf nicht mehr behaupten, dass Thomas mit seinen "kleinen Grabbelfingern" in die Kasse gelangt habe, bei einer Schadensersatzforderung in Millionenhöhe zieht dagegen Anders den Kürzeren.

Ende 2005 überrascht er dann mit der Ankündigung, beim Vorentscheid des NDR für den Eurovision Song Contest teilnehmen zu wollen. Mit dem Lied "Songs That Live Forever" scheitert er am 9. März 2006 jedoch an Oli Dittrichs Band Texas Lightning, die an seiner statt nach Athen fahren darf. Einen Tag nach der Niederlage kommt mit "Songs Forever" ein neues Anders-Album in die Läden, auf dem er vorwiegend Klassiker wie "Some People" (Cliff Richard), "Sweet Dreams" (Eurythmics) und nicht zuletzt "You're My Heart, You're My Soul" mit Orchester-Unterstützung zum Besten gibt.

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