Porträt

laut.de-Biographie

Tone

Jede Musikrichtung hat ihre Mythen. Im deutschen Hip Hop verkörpert der Frankfurter Tone einen solchen. Kaum ein anderer hat derart viele MCs beeinflusst und durfte sich dennoch nie im Glanz des ganz großen Erfolges sonnen.

Die gängigen Meinungen schreiben wahlweise Westberlin Maskulin oder Samy DeLuxe die Erfindung des deutschen Battleraps zu. Beide liegen falsch. Als sich in Berlin ein Haufen Jugendlicher gerade zum wöchentlichen Freestyletreff im Royalbunker-Café einfand, drischt Tone am Main gemeinsam mit Partner Iz längst gewaltig auf die Pauke.

Beide bilden Konkret Finn, die erste deutsche Battlecrew, und rappen mit Tracks wie "Harter Mann" und "Ich Diss Dich" Songs für die Ewigkeit. Letzterer landet im Juice-All Time-Ranking sogar in den Top Ten.

Nach der Auflösung der Gruppe konzentriert sich der Frankfurter auf seine Solokarriere und featurt in der Folgezeit Größen wie Azad, die Brothers Keepers, Curse, D-Flame, J-Luv, Killa Hakan, Melbeatz, Samy Deluxe, die Stieber Twins und Roey Marquis II.

Er nutzt diese Zeit, um sich selbst weiterzuentwickeln. Ein Album mit 15 Songs im Stile von "Ich Diss Dich" sei ihm zu flach gewesen, meint er im Interview. Statt dessen feilt er lieber an seinen Skills und an seinem einzigartig monotonen Flow, während er geistig reifer und erwachsener wird.

Ein medienwirksamer Wurf gelingt Tone erst im Jahr 2004, als er gemeinsam mit Bintia, Xavier Naidoo und Billy Davis unter dem Namen Fourtress durch die Republik tourt. 2005 präsentiert er der hungrigen Szene dann endlich das Ergebnis der jahrelangen Selbstfindung: "Zukunftsmusik" erscheint im August und beinhaltet mitnichten nur Battlerap.

Die Beats dazu stammen von alten Bekannten: Feedback war einst der DJ von Konkret Finn, A-Bomb und Combad bildeten früher gemeinsam mit Azad und D-Flame die wohl bekannteste Rapcrew der Frankfurter Anfangszeit, die Asiatic Warriors.

Für den zweiten Streich lässt sich Tone nicht ganz so viel Zeit, wie für seinen Erstling: 2009 setzt er mit "Phantom" den eingeschlagenen Weg der trickreichen Reime zwischen Tiefgang und voller Breitseite in die Fresse konsequent fort, üppige Gästeliste mit alten Bekannten von Kool Savas und Harris über Jeyz und J-Luv zu Xavier Naidoo inklusive.

Wieder gehen Jahre ins Land, ehe Tone seine treue Anhängerschaft mit einem weiteren greifbaren Lebenszeichen versorgt: "T.O.N.E." erscheint im Sommer 2013.

"The orbit never ends" - genau wie Tones Untergrund-Ruhm. Besser, als Azad es in einem Interview mit MTV ausdrückte, lässt sich das Frankfurter Phänomen schlecht charakterisieren: "Tone könnte man als den Lieblingsrapper deines Lieblingsrappers bezeichnen." Genau so sieht das aus.

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Tone - Phantom: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2009 Phantom

Kritik von Philipp Gässlein

Der Reimroboter schwingt die Fahne des Battleraps. (0 Kommentare)

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