Porträt

laut.de-Biographie

Slam

Wenn man in der schottischen Hafenstadt Glasgow abends mal fett auf die Wurst hauen möchte, sprich, sich gepflegt einen hinter die Binde gießen und zu Techno-Klängen ordentlich abhotten, gibt es hierfür eine passende Lokalität: The Arches. Hier stehen regelmäßig Stuart McMillan und der vormalige Geografiestudent Orde Meikle alias Slam als Residents hinter den Decks. Bei den "Pressure" Clubabenden kommt funky Techno mit massiven Basslines zum Einsatz, im Rahmen der "Freelance" Veranstaltungsreihe bevorzugen Slam dagegen mehr House.

Ihre Einflüsse beschreiben sie als eine Mischung aus frühen Detroit- (Atkins, Transmat) und Chicago-Platten. Seit 1991 betreiben Slam das ortsansässige Label Soma Quality Recordings, bekannt für Produktionen von Percy X, Funk D'Void, Ewan Pearson oder Silicone Soul. Ferner waren es McMillan und Meikle, die 1994 das Potenzial der noch jungen Daft Punks erkannten und "Alive" daraufhin als Single veröffentlichten. Es heißt auch, dass Slam Ende der 80er-Jahre Acid House nach Schottland gebracht haben. Acid House wird zu diesem Zeitpunkt dort das ganz große Ding und zieht die Raver scharenweise an.

Auch 1989, als bei einer von Slam initiierten Veranstaltung mit 808 State eine Vielzahl von Partywilligen aus Platzmangel leider draußen bleiben musste, und die Polizei sich deswegen zu einem Großeinsatz veranlasst sah. Später kommen Slam in Glasgow beim Sub Club als Residents unter. 1993 erscheint "Positive Education", neben "Eterna" und "Stepback" eines der frühen Werke des schottischen Duos, das nachhaltigen Eindruck hinterlässt und auf Grund seines Erfolgs wiederveröffentlicht werden sollte.

1994 kommen Slam mit ihrer gleichnamigen Veranstaltung im Arches unter, die sie vier Jahre darauf in Pressure umbenennen. DJ Gigs führen sie über das obligatorische Partie Eiland Ibiza, in die Vereinigten Staaten, nach Brasilien und Thailand, selbst in das sittenstrenge Singapur. Soma bringt es über die Zeit auf über 100 Releases, darunter Alben von Schatrax, Envoy, H-Foundation und Master H. Von Slam selbst erscheinen in Eigenregie zwei LPs – "Headstates" und "Alien Radio".

Zu dieser Zeit sind Slam längst kein Geheimtip mehr. Carl Cox schickt seine Tracks zum Remixen genauso gerne nach Glasgow wie Underworld oder Luke Slater. 2003 können auch Ladytron den feinsinnigen Arrangements von Slam nicht länger widerstehen und lassen ihren Track "Seventeen" von den Schotten remixen. Gleichzeitig sind Slam mit ihrem Remix des Bryan Zentz Tracks "D-Clash" auf allen Dancefloors präsent, und ihr Track "Bass Addiction" findet sich nicht nur in der Plattentasche von Laurent Garnier.

Auf Mix-Compilations wie "Mixer Presents Slam In America" oder "Fabric 09" des Londoner Fabric Clubs geben sich Slam als Freunde straighter Technotracks zu erkennen. Klassiker wie Technasias "Force" oder geschichtsbehaftetes aus Detroit landen genauso auf den Turntables, wie hart Pumpendes aus den Studios von Redhead, Oxia oder Samuel Session. Im Sommer 2004 kommt ihr drittes Werk in die Plattenläden, der Beginn einer neuen Zeitrechnung. Slam pflegen mit "Year Zero" ihre Liebe für songartige Arrangements und soulige Vocals. Mit am Start sind alte Freunde wie Tyrone Palmer und Massive Attack-Chanteuse Dot Allison.

2005 erscheint der DJ-Mix "Nightdrive", 2006 folgt in Deutschland der Remix "Ekspozicija 4".

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