Porträt

laut.de-Biographie

Redhead

In Belgien darf sich die elektronische Musik spätestens seit Mitte der 80er Jahre wie zu Hause fühlen. Damals treten Bands wie Front 242 auf den Plan und prägen für ihre harte Variante housiger Discobeats den Begriff EBM. Kurze Zeit später darf sich Belgien als das Zentrum des New Beat, dem Vorläufer von Techno fühlen. Ende der 90er Jahre treten mit Marco Bailey, Stanny Franssen und Redhead eine neue Generation von Produzenten auf den Plan, die sich mit ihren Releases als feine Adressen in Sachen Tribal-Techno und Schranz empfehlen.

Redhead aka Steve Vangilbergen kommt in der 50.000 Einwohnerstadt Tienen, auf halben Weg zwischen Lüttich und Brüssel gelegen, zur Welt. In den 80er Jahren durchläuft er die klassischen Stationen vieler europäischer DJs. Von Kraftwerk über Gary Numan und die belgische New Beat-Szene führt ihn die Liebe zur elektronischen Musik zu Beginn der 90er Jahre in die House- und Technoszene. Fünf Jahre lang steht Redhead in seiner Heimatstadt an den Turntables, kauft sich jede Menge Equipment und beginnt, erste Stücke zu produzieren.

Doch erst als ihn 1997 Marco Bailey unter seine Fittiche nimmt, erblicken eigene Tracks das Licht der Welt. Beim belgischen Label Invasion findet das Duo ein zu Hause für die ersten 12", bevor auch das englische Traditionslabel Primate Recordings auf sie aufmerksam wird. Bailey und Redhead definieren ihren Stil hier teilweise in der Tradition funktionaler Technotools ("Black Windows EP"), finden sich aber genauso gerne im Tribalkontext wieder ("Sorcerer EP") oder schranzen kräftig ab ("TV Screen EP"). Als Soulwatcher releast das Duo auf dem renommierten britischen Label Primevil zwei Top-EPs. Flächige Arrangements und gnadenlos antreibende Groovewalzen wie auf der "Battery EP" sichern den beiden massive Clubpräsenz.

Daneben spannt der bekennende Drum'n'Bass-Liebhaber Redhead auf den B-Seiten seiner Soloreleases den Bogen immer mal wieder in Richtung Elektro und Breakbeat, auch wenn der Großteil seiner Releases den Dancefloor in straighter Tribaltechno Manier bedient. 2002, nach dutzenden 12" Releases, unter anderem auf Cristian Varelas/Marco Baileys Pornographic Recordings, Alessandro F.s Kobayashi Imprint und Monika Kruses Terminal M, veröffentlicht das schwedische Label Zync das erste Redhead-Album "Dragon & Sword", auf dem er sich einmal mehr von geraden Beats anleiten lässt, diesen aber auch meditative Flächen an die Seite stellt. Das CD-Release verzichtet fast gänzlich auf den Dancefloor-Appeal des Vinyls und überrascht mit stilechtem Ambient.

Für das österreichisch Label XXX Records spielt Redhead 2003 eine Mix-CD in der "More Favorite Tools"-Serie ein. Auch Gayle San, Stanny Franssen und Miss Yetti ließen sich zuvor bereits in ihre DJ-Handwerkskiste gucken. Bei Redhead findet sich dort natürlich hauptsächlich schweres Gerät von Marco Bailey, Chris Liebing, Sven Wittekind und Michael Burkat, das der Belgier auf den Turntables zu einem kompakten Mix verbackt.

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