Porträt

laut.de-Biographie

Marco Bailey

Mit einem vielseitigen wie umfangreichen Output gehört der Belgier Marco Bailey zweifelsfrei zu den absoluten Topplayern der internationalen DJ-Garde. Daneben macht er sich mit seinen Labels Session Recordings und MB Electronics einen Namen. Vor allem, wenn es um knochentrockenen Techno geht. Zudem versorgt er an der Seite des Spaniers Cristian Varela mit Pornographic Recordings die Tribaltechno-Gemeinde mit qualitativ hochwertigem, neuem Futter für die Plattenteller. Seine EPs "Ipanema" und "Red Light District" fehlen weder in den Sets von Intec Records-Chef Carl Cox noch bei der versammelten Schranz-Elite von Michael Burkat über W J Henze und Umek bis zu Stanny Franssen.

Während der Name Marco Bailey spätestens seit seiner anerkannten "Play It Back"-EP auf Intec Records im Jahr 2000 mit harten Technotools für die Peak-Hour-Abfahrt verbunden ist, zeigt ein Blick in die Biographie des Belgiers, dass sich sein künstlerischer Output über die Jahre ständig gewandelt hat und dementsprechend viele Facetten aufweist.

Am 20. Juli 1970 als Marco Beelen geboren, sozialisieren New Wave, Funk und Hip Hop den Belgier, der sich schon 1988 für das DJ-ing begeistert. Eine Leidenschaft, der er treu bleibt. Zu Beginn der 90er landen vor allem Trance, später dann Goa-Releases auf den Turntables von Bailey, wie seine erste Mix CD "Planet Goa" aus dem Jahr 1995 unterstreicht. Erste Produktionen für Dance Opera enstehen, doch es dauert noch weitere drei Jahre bis Marco Bailey, nach Veröffentlichungen auf Bonzai Records, zum Sprung in die DJ-Topliga ansetzt.

Die Gründung seines eigenen Imprints Session Recordings darf als wichtiger Schritt in dieser Richtung gewertet werden, genauso wie seine Releases auf dem englischen Schranz-Label Primate Recordings und beim schwedischen Imprint Zync, der Baileys Tribalhammer "Ipanema EP" 2001 auf Vinyl presst. An der Seite von Redhead treibt Bailey zudem bei Primevil unter dem Pseudonym Soulwatcher sein Unwesen. Kurz davor streckt auch die britische Technoinstitution Carl Cox seine Finger nach dem Belgier aus und signt ihn für Intec Records, wo die "Play It Back EP" den noch dünnen Backkatalog bereichert und maßgeblich zum exzellenten Ruf des Labels beiträgt.

Mit Session Recordings, MB Electronics und dem gemeinsam mit Cristian Varela betriebenen Pornographic Recordings hat Bailey seine Finger gleich bei drei einschlägigen Labels im Spiel. Harte Technotools, gerne mit deutlichen Tribalreferenzen, kennzeichnen den Output der drei Plattenfirmen. Kollegen wie Oxia, Rino Cerrone, Ben Sims, Mark Broom, Adam Beyer, David Carretta oder Redhead machen das Label-Trio schnell zum unverzichtbaren und hochgeschätzten Pflichtprogramm für die Technogemeinde.

Die beiden 2002 entstandenen Mix-Compilations "Gasometertraxxx Earth" und "Berlin/Bruxelles", in Kooperation mit Miss Yetti, unterstreichen die Vorliebe von Bailey für funktionale Dancefloor-Groover. Zwei Jahre darauf, nach zahlreichen Veröffentlichungen auf Tortured Records und Primate Recordings kündigt sich mit "Rude Boy" ein neues Album des wichtigsten belgischen Technoproduzenten an.

Mit "Positive Disorder" (2005) unterstreicht der Belgier, dass der Zeitgeist auch an ihm nicht spurlos vorüber gegangen ist. Nur ganz vereinzelt landen noch Tracks von Vertretern der harten Schule, wie dem spanischen Turntable-Wizard und Pornographic Recordings-Labelchef Cristian Varela oder dem Amerikaner Tony Rohr, auf den Plattenspielern.

2008 veröffentlicht Bailey, nach zahlreichen Maxi-Releases, an der Seite von Tom Hades ein neues Album. "E = MB²" versucht den klassischen Techno neu zubeleben.

Alben

Marco Bailey - Rudeboy: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2004 Rudeboy

Kritik von Daniel Straub

Der harte Junge überrascht als feinfühliger Produzent. (0 Kommentare)

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