Porträt

laut.de-Biographie

Rapsody

"Enforcin' my dark side like a young George Lucas / Light don't mean you smart, bein' dark don't make you stupid." Mit Zeilen wie diesen sicherte sich Rapsody im Jahr 2015 erstmals die volle Aufmerksamkeit geneigter Hip Hop-Hörer und -Kritiker.

Dass der entsprechende Part kein eigenes Projekt, sondern Kendrick Lamars "To Pimp A Butterfly", genauer gesagt den Track "Complexion (A Zulu Love)", schmückt: vielleicht sogar besser so. Aber der Reihe nach.

Marlanna Evans kommt 1983 in Snow Hill in North Carolina zur Welt. Als sie im Alter von fünf Jahren MC Lytes "Poor Georgie"-Video sieht, steht die angestrebte Karriere fest. Zwar widmet sich die junge Marlanna dem Basketball mit ähnlich großer Leidenschaft, für ein College-Stipendium reicht es jedoch nicht. Stattdessen schreibt sie sich an der North Carolina State ein und findet neben dem Studium noch genug Zeit, mit einigen Kommilitonen Hip Hop-Events zu organisieren.

Diese umfassen sämtliche Aspekte der Subkultur: Breakdance, Graffiti, Beatboxen und natürlich Rap. Obwohl sie den Werken von Jay-Z, Lauryn Hill, Biggie, Erykah Badu, Nas, Outkast, Mos Def, De La Soul und A Tribe Called Quest bis zum Umfallen lauscht, kommt Evans zunächst nicht so richtig aus dem Quark und zieht bei besagten College-Events lieber im Hintergrund die Fäden, statt selbstbewusst das Mic einzufordern.

Dass sie im Herbst 2005 ihren ersten richtigen Rhyme verfasst, daran erinnert sie sich jedoch genau. Nicht selten handeln die Texte von ihrer Identitätssuche als afroamerikanische Frau, die Rapsody besonders in jungen Jahren schwer zu schaffen macht. Den Wunschtraum, ein weißes Mädchen zu sein, legt sie mithilfe ihrer älteren Schwestern aber schnell ab und entwickelt sich zu einer starken und selbstbewussten jungen Frau.

Einer Frau, die sich in den Mittzwanzigern verstärkt an Gedichten versucht, aber zufällig anwesend ist, als Freunde von ihr ein Mixtape aufnehmen und weitere Beiträge dafür suchen. Kurzerhand steppt Rapsody in die Booth, rappt ihre Texte ein, und nur wenige Wochen später gerät das fertige Tape mit zwei von ihr stammenden Songs in die Hände von Produzent und Jamla Records-Chef 9th Wonder. Schicksal?

Wie auch immer, der Stein gerät ins Rollen. 9th Wonder überreicht ihr acht Alben, darunter "Doggystyle", "Midnight Marauders" und "The Black Album", deren Vortrag, Atmung und Betonung sie bis ins Kleinste studieren soll. Offenbar mit Erfolg: Der Vertragsabschluss mit Jamla erfolgt 2008. Marlanna zieht das Image eines sauber und pointiert rappenden Nerds dem eines medienaffinen und tanzenden Sexsymbols vor und übt sich, was die breite Aufmerksamkeit betrifft, in Geduld.

Ihre Vorgehensweise zahlt sich aus: Bald teilt sie sich nicht nur die Bühne mit Raekwon, Big Daddy Kane oder J. Cole, nimmt mehrere Songs mit Anderson .Paak auf und wird von Dr. Dre öffentlich zu dessen neuen Lieblings-Female-MC erkoren, sondern heimst mit dem eingangs zitierten Part, Kumpel Kendrick sei Dank, auch noch einen Grammy ein. Der soll Rapsodys so ehrgeizigen wie langfristigen Plänen zufolge sicher nicht die einzige Auszeichnung ihrer Karriere bleiben.

Alben

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