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So unspektakulär kann es gehen: 1998 gründen Gitarrist Joey, Basser Mumbles, Sänger/Gitarrist Jarmo 'JM' und Drummer Hojan die Band Psychopunch. Sämtliche Mitglieder waren schon zuvor in diversen Punkbands wie T.S.T oder Wild Bunch unterwegs. Nachdem sich die Herren einige Zeit mit Sound- und Namensproblemen herumgeschlagen haben, einigen sie sich schließlich auf Psychopunch (VST), wobei VST für Västerås steht, eine von Schwedens größten Industriestädten.
Da die musikalischen Einflüsse von Motörhead über die Ramones, die Sex Pistols, bis hin zu Social Distortion reichen, ist man sich im Groben schnell einig, wie man letztendlich klingen möchte. Also holzen sie im Studio Underground innerhalb von drei Wochen zehn Songs ein und schicken sie an White Jazz Records. Die nehmen die Jungs unter Vertrag und veröffentlichen das Album mit dem kultigen Namen "We Are Just As Welcome As Holy Water In Satan's Drink".
Die Scheibe geht im Visions auf Platz 1 und beschert den Schweden eine erste Europatour. Direkt im Anschluss daran stiefeln sie wieder ins Studio, um an "Bursting Out Of Chucky's Town" zu werkeln. Kurz nach der Veröffentlichung verlässt Drummer Hojan aus persönlichen Gründen die Band. Mit Pepe, der vorher bei den Death Metallern Mourning Sign die Felle gerbte, finden sie aber schnell Ersatz. Der Bekanntheitsgrad wächst und eine weitere Tour durch Europa läuft an, auf der sie den letzten Gig im Wild At Heart in Berlin, mitschneiden und sechs Songs davon für den nächsten Longplayer "Original Scandinavian Superdudes" verwenden. Zusätzlich packen sie noch sechs neue Studiotracks mit drauf und fertig ist die Sache.
Die sechs neuen Stücke spielen sie schnell vor einem Spanienabstecher mit The Peepshows ein und mischen sie während der Tour ab. Die Promotour für's Album absolvieren sie mit den Kollegen von Hellride, die unter dem Namen "The Original Scandinavian Superdudes" läuft. Danach ist es wieder Zeit, eine anständige Scheibe auf den Markt zu werfen: mit Produzent Tomas Skoksberg (u.a. Backyard Babies und Hellacopters) "The Pleasure Kill" einzurotzen. Das Teil tritt von vorne bis hinten Arsch, klingt so richtig schön assig und sollte den Namen Psychopunch endgültig bekannt machen.
Die anschließende Tour durch Deutschland ist alles in allem recht erfolgreich, auch wenn sie mitunter vor nur ein paar Nasen auftreten. Im Februar 2003 geben sie den Ausstieg von Basser Mumbles bekannt, der seine Axt an Jacke von The Spacebitch weiterreicht. Es folgen zwei Split-Singles mit Hollywood Hate und TV Men und ein paar weitere Auftritte auf diversen Open Airs, und kurz bevor sie sich noch mal in deutschen Clubs herumtreiben, kommt Mumbles zurück in die Band. Mit ihm machen sie sich gleich wieder an die Arbeiten zum neuen Album.
Mit der neuen Scheibe "Smashed On Arrival" und dem neuen Label Siverdust Records im Gepäck bereiten sich die Schweden dann schon auf ihre kommen Auftritte, u.a. auf dem Summer Breeze Festival 2004 vor. Der Longplayer steht Mitte Juni in den Läden und rockt wieder wie Sau, wenngleich der Sound etwas räudiger sein könnte. Nach den Auftritten im Sommer touren sie mal wieder den kompletten November durch und stehen neben den Bloodflowerz und End Of Green mit den unterschiedlichsten Bands auf der Bühne.
Im neuen Jahr bleiben sie tatsächlich mal eine Zeit lang daheim, um an neuen Songs zu basteln, doch im März ruft schon wieder die Straße und es geht kreuz und quer durch Europa. Diese Mal müssen u.a. Electric Eel Shock, die V8Wankers oder die Highschool Motherfuckers herhalten. Im Sommer stehen erneut Festivals mit Tankard, Samael, Entombed oder Hanoi Rocks. Auch auf dem Abschiedskonzert der Onkelz am Lausitz Ring treten sie auf und beweisen erneut, dass sie genau wie The Bones vor jedem Publikum bestehen können. Ab August stehen die Aufnahmen für das neue Album an.
"Kamikaze Love Reducer" erscheint Mitte Januar 2006 und bietet einmal mehr zehn erstklassige Punkrock-Songs, doch auch hier scheint das Frische und Rebellische der ersten vier Scheiben ein wenig auf der Strecke geblieben zu sein. Live sind die Schweden aber immer noch eine Macht, was sie den kompletten März durch auch wieder unter Beweis stellen. Für das Summer Breeze sind sie schon wieder verpflichtet, und auch auf anderen Festivals wird man wieder auf seine privaten Biervorräte aufpassen müssen.
Anfang 2007 sind sie zum ersten Mal in Irland unterwegs und verbarrikadieren sich nach diversen Festivalgigs ab September im Studio. Für Drummer Pepe ist "Moonlight City" das letzte Album. Er will sich fortan mit anderen Musikrichtungen beschäftigen. Ihm folgt zum Jahreswechsel Jocke, der auf der im April startenden Tour seinen Einstand gibt.
Nachdem 2008 in gewohnter Psychopunch-Manier mit vielen Konzerten verstreicht, gehen Anfang 2009 die Arbeiten an "Death By Misadventure" los. Basser Mumbles nimmt kurz danach ebenfalls den Hut - er zieht nach Kanada. Seinen Platz nimmt Lindell ein, der bereits zuvor mit Joey und JM gezockt hat.
Endlich scheint die Chemie innerhalb der Band wieder zu stimmen und so erscheinen beinahe im Jahrestakt starke Punkrock-Alben, die sich immer mehr dem Blues öffnen.
Sänger Jarmo über den Adrenalinkick und den Stress auf Tour und das neue Album.
Neben The Bones sind Psychopunch inzwischen die einzige noch wirklich Arsch tretende Rotzrock-Combo aus Schweden, und mit ihrem siebten Album "Moonlight City" feiern sie auch gleich noch ihr zehnjähriges Jubiläum. Grund genug also, bei Sänger/Gitarrist Jarmo mal durchzuklingen und zu hören, was der Rock'n'Roll-Lifestyle 2008 so alles zu bieten hat.
Da man die Band auch vor und nach ihren Live-Gigs ohne Probleme mal auf ein Bier stellen und dabei auch ein gemütliches Interview machen kann, wäre es eigentlich auch möglich gewesen, sich den Mann auf der im April anstehenden Tour vorzuknöpfen. So viel Zeit bleibt aber nicht, denn schließlich brauchen wir noch ein, zwei O-Töne für den wöchentlichen Podcast.
Hey Jarmo, wurde dir gesagt, dass ich dieses Interview auch gerne für einen Podcast über euch verwenden möchte?
Äh, nein, davon höre ich zum ersten Mal.
Ok, dann weißte ja jetzt Bescheid.
Wohl richtig, und was genau wird das jetzt?
Naja, wir machen jetzt inzwischen schon seit einem Jahr Podcasts, und da ihr Anfang Januar ja eure neue Scheibe rausbringt, wollte ich eben ein paar O-Töne von dir dazu haben. Und je nach dem, wie viele schmutzige Geheimnisse wir in diesem Interview noch aufdecken können, gibt's das Teil auch in abgetippter Form, hehe.
(Lacht) Na dann bin ich ja mal gespannt.
Lass uns gleich mal über eurer neues, bärenstarkes Album "Moonlight City" reden. Ich habe den Eindruck, als hätte die Scheibe wieder mehr Eier als "Kamikaze Love Reducer".
Ok, was meinst du denn genau damit? Denkst du, dass es wieder rauer oder härter geworden ist?
Sowohl als auch. Das Punkrock-Feeling ist wieder deutlicher vorhanden, das ich auf der letzten Scheibe ein wenig vermisst habe.
Ah, alles klar. Stimmt auf jeden Fall. Wir haben auf "Moonlight City" wieder mehr Rock'n'Roll und etwas mehr Drive als auf dem Vorgänger. Das war aber nicht wirklich beabsichtig. Wir haben einfach die besten Songs rausgepickt, die wir geschrieben hatten, und anscheinend hatten wir im Hinterkopf wieder Geschmack an etwas härteren und kantigeren Songs gefunden.
Wenn man die Scheibe jetzt beispielsweise mit "The Pleasure Kill" vergleicht, ist der Rock'n'Roll-Faktor im Vergleich zum Punk-Faktor deutlich in den Vordergrund getreten.
Das sehe ich ähnlich und finde das auch ganz gut so.
Außerdem habt ihr zehn Stücke ausgewählt, die alle einen verdammt eingängigen Sinalong-Chorus haben.
Danke, aber das ist uns auch verdammt wichtig. Wir schreiben unsere Songs normalerweise nach der Maxime, dass wir so einen Song selbst gern auf einem Konzert hören würden. Wenn du dich schnell in den Song einfindest und mitsingen kannst, ist das doch was echt Geiles. Dann kannst du mit ein paar Leuten ein paar Drinks kippen, die Texte mitgröhlen und einfach eine gute Zeit haben.
Eure erste Scheibe "We're Just As Weclome As Holy Water In Satan's Drink" wurde Ende letzten Jahres ja neu aufgelegt ...
Ja und zwar als Doppel-CD mit unseren allerersten Songs mit drauf. Ich bin schon sehr gespannt darauf, was die Leute über die allerersten Songs sagen werden, die wir jemals geschrieben haben. Wir haben sie aber nur remixt und remastert, da wir den Eindruck von damals nicht zerstören wollten.
Als ihr mit der Scheibe damals rausgekommen seid, wurdet ihr von vielen Journalisten als so was wie die zweite Welle von Bands wie The Hellacopters, Gluecifer oder The Backyard Babies bezeichnet. Waren die überhaupt ein Einfluss für euch?
Eigentlich gar nicht. Unserer Haupteinflüsse liegen in der Musik der 70er und auch der späten Punkbewegung. Klar mochten wir die Bands und kannten auch ihre Alben, aber sie waren weder der Grund dafür, dass wir solche Musik spielen, noch haben sie uns großartig beeinflusst. Zu Schade, dass sich Gluecifer und jetzt auch die Hellacopters inzwischen aufgelöst haben.
Ja und die Backyard Babies kannste inzwischen ja auch fast schon in der Pfeife rauchen. Somit sind die einzigen beiden Bands, die noch richtig in den Arsch treten ihr und The Bones.
(Lacht) Oh, vielen Dank. Zur neuen Bones kann ich allerdings nichts sagen, da ich sie bislang leider noch nicht gehört habe. Mir wurde aber schon gesagt, dass da wieder ein paar richtig geile Songs drauf sind, also muss ich sie mir demnächst unbedingt zulegen.
Kennt ihr die Jungs von The Bones eigentlich?
Wir sind uns schon ein paar Mal über den Weg gelaufen und haben uns dann auch ganz gut unterhalten, aber so richtig eng sind wir nicht miteinander. Das liegt aber sicher auch daran, dass wir relativ weit von einander entfernt wohnen.
Aber habt ihr schon mal über einen gemeinsame Tour nachgedacht? Das wäre doch echt die ultimative Rock'n'Roll-Tour!
Ja auch jeden Fall. Wir haben auch tatsächlich schon mal über eine solche Tour geredet, aber leider ist es bisher eben nur beim reden geblieben (lacht). Aber warten wir mal ab, was da noch passiert, denn das wäre auf jeden Fall ein verdammt cooles Rock'n'Roll-Package.
Was?! Stimmt, jetzt kann ich mich wieder dran erinnern. Ist die echt nicht mehr zurück gekommen?
Nö, die habe ich seitdem nie wieder gesehen und aus ihrer Freundesliste bei MySpace war ich auch gleich wieder raus. (Am anderen Ende der Leitung lacht sich einer halb tot ...) Wie dem auch sei, wir haben uns damals auch über euren verdammt harten Tourplan unterhalten.
Oh Mann, das war echt kein Spaß. Wir hatten stellenweise 14, 15 oder 16 Gigs am Stück, und danach gehst du echt am Stock. Das war stellenweise nur noch pure Willenskraft, die einen Aufrecht gehalten hat. Das hältst du eigentlich nur durch diesen Adrenalinkick durch, der dich jedes Mal durchfährt, wenn du auf die Bühne gehst. Wenn du dann siehst, dass die Leute ihren Spaß haben und die Show genießen, pusht dich das noch mal richtig, aber so einen harten Tourplan werden wir definitiv nicht mehr aufstellen. Das war einfach kein Spaß mehr, denn wir lieben es doch zu sehr, nach den Shows noch mit den Leuten ein wenig abzuhängen, zu quatschen und ein paar Bier zu trinken. Das schaffst du nach einem gewissen Zeitraum einfach nicht mehr, weil du so ausgebrannt bist, dass du von der Bühne runter gehst und nur noch ins Bett willst.
Vor allem hast du ja auch einen Gesangsstil, der doch sehr hart für die Stimmbänder sein dürfte.
Auf jeden Fall! Vor allem, wenn du eben so viele Gigs am Stück hast. Ich bin eben auch noch Raucher und das tut der Stimme auch nicht unbedingt gut, aber irgendein Laster muss man ja haben. Oder zwei, oder drei ... (lacht).
Gerade ein Song wie "It Hurts Me More That I Can Say" ist in dieser recht hohen Stimmlage doch bestimmt verdammt schwierig zu singen.
Aber hallo, und da bin ich auch schon mächtig gespannt drauf, wie der Song nach zehn Tagen Tour noch funktionieren wird.
Veränderst du dann auch hin und wieder ein paar Gesangslinien live, um deine Stimme zu schonen?
Nö, die wird einfach so lange geschunden, bis sie den Geist aufgibt, hahaha. It's only Rock'n'Roll, und nach ein paar Bier geht das dann wieder. Klar muss ich eigentlich ein wenig auf meine Stimme aufpassen, aber auf Tour muss man halt nehmen was kommt.
Na dann bin ich ja mal gespannt. Wer singt eigentlich die andere Stimme im Opener "It Remains To Be Seen"?
Das ist Joey unser Leadgitarrist. Wir haben da schon seit Jahren drüber gesprochen, das man zu machen, aber bisher hat es sich einfach nicht ergeben. Keine Ahnung, warum wir das nicht schon viel früher gemacht haben. Dieses Mal wollten wir das aber definitiv mal ausprobieren und einfach mal sehen, was dabei letztendlich rauskommt. Ich muss sagen, dass wir mit dem Ergebnis eigentlich sehr zufrieden sind.
Zurecht, und das ist doch auch etwas, das sich noch weiter ausbauen lässt.
Definitiv, vor allem live kann das zu einer sehr angenehmen Hilfe werden. Außerdem ist es einfach mal ein wenig was Neues für uns, da wir es ja eben noch nie gemacht hatten. Aber wir werden Joey einfach ein paar Gesangsstunden geben müssen, nein ich mach nur Spaß (lacht). Das klappt schon alles so ganz hervorragend, und das ist wie alles andere auch eine Frage der Übung. Wir werden das vor der Tour im Proberaum so weit wie möglich ausbauen, und dann werden wir ja sehen, wie das alles klappt.
Ihr hatte auf der letzten Scheibe mit "The Black River Song" so was wie einen typisches, irisches Sauflied. Es haben sich doch sicher eine Menge Leute einen ähnlichen Song für "Moonlight City" erhofft, oder?
Ja, ich glaube schon. Und die Verlockung, etwas Ähnliches zu machen, war natürlich da. Wir hatten auf "Kamakaze Love Reducer" mit "When This World Is Dying" und "Black River Song" eigentlich sogar zwei Songs, die sich vom restlichen Material recht deutlich unterschieden haben. Wir haben also darüber gesprochen, etwas in der Art wieder zu machen, haben uns aber letztendlich dagegen entschieden, denn wir wollten uns nicht so offensichtlich wiederholen. Manchmal ist es ja nicht schlecht, etwas zu wiederholen, das wirklich gut funktioniert hat, aber manchmal sollte man es auch besser lassen.
Und dennoch bin ich der Meinung, dass ihr auch auf "Moonlight City" einen Song habt, der sich vom Rest etwas abhebt. Ich rede von "If You Say So".
Ah du meinst diesen 50s/60s Flair? Ja, da geb ich dir recht. Das ist eben auch etwas, das wir bislang noch nicht getan hatten. Tatsächlich ist das ein Song, den ich schon vor Jahren geschrieben hatte, und wir haben die Nummer einfach nie wirklich ausprobiert. Ich fand die Idee dazu aber schon immer ganz gut und irgendwann sind wir den Track noch mal ernsthaft angegangen. Als wir ihn dann im Studio aufgenommen haben, wollten wir aber noch ein wenig mehr diesen 50s/60s Touch mit einbringen und haben dann diese Backings und das Klatschen und so aufgenommen. Wir haben uns echt schlapp gelacht, als wir das gemacht haben und dachten, dass das viel zu dick aufgetragen sei. Als wir uns den Song dann aber angehört haben, waren wir echt positiv überrascht und fanden ihn absolut klasse. Vor allem auch, weil er eben – wie du schon sagtest – sich ein wenig von unserem anderen Material unterscheidet. Ich denke, dass die Nummer ein paar Leuten sehr gut gefallen wird.
Auf jeden Fall. Das ist was anderes aber definitiv Psychopunch.
Exakt, so seh ich das auch.
Aber wenn wir grad beim Thema 50s/60s sind: kennst du eigentlich Volbeat?
Klar, die haben diesen Touch auch in einigen ihrer Songs drin, auch wenn ich noch nicht so viele von ihnen gehört haben.
Wäre auch mal ne gute Band, um zusammen auf Tour zu gehen. Nur so als kleiner Tipp ... Aber mal was anderes: Wer macht eigentlich eure Cover? Die sind ja echt immer erste Sahne.
Danke, sehe ich genauso. Auf unseren ersten vier Scheiben für White Jazz war das ein Kerl hier aus Schweden, der unsere Cover gemacht hat. Die letzten drei stammen allerdings von Timo Wuerz, der kommt aus Deutschland. Das ist ein echt großartiger Typ und absolut perfekt für den Job. Wir lieben seine Cover!
Kann ich mir vorstellen. Gibt er euch immer ein paar Bilder zur Auswahl und ihr sucht euch eins aus, oder wie läuft das ab?
Nö, eigentlich kommen wir immer mit ein paar Ideen an, wie sich das Cover gestalten sollte und geben die dann an ihn weiter. Bestimmte Sachen, die uns so vorschweben, teilen wir ihm mit und er gestaltet das dann nach unseren Vorstellungen. Er hat natürlich auch immer selber noch ein paar Ideen, und das geht dann etwas hin und her - letztendlich kommt er mit einen absolut genialen Cover daher. Das "Moonlight City"-Artwork ist jedenfalls großartig.
Keine Frage. Sobald ihr das Ding als Tourplakat verwendet, werde ich mir das Teil wohl in die Wohnung hängen müssen, hehe. Aber mal im Ernst, wenn ihr die Ideen für die Cover vorgebt, wie kommt man denn auf so eins wie von "Kamikaze Love Reducer"?
Die Idee ist so ein wenig geklaut vom Covereinband eines Buches. Dort ist ein Bild von einer der Hauptdarstellerinnen, die eben in der Art und Weise unserer Coverdame dasitzt, und da ist mir eben die Idee gekommen, das etwas in dieser Art als Cover schon eine feine Sache wäre. Zu der Zeit hatten wir aber noch nicht einmal einen Titel für die Scheibe. Damit kam Joey irgendwann an, und das fanden wir alle ganz cool. Somit haben wir Timo gebeten, noch ein paar Flugzeuge in den Hintergrund zu basteln.
Klar, manchmal fühlst du dich schon ziemlich schwach und am Ende, vor allem, wenn du gerade von einer ausgedehnte Tour zurück kommst. Aber das dauert dann eigentlich höchstens eine Woche, und schon könnten wir wieder loslegen. Dann denken wir echt jedes Mal, dass wir das bis an unser Lebensende machen können! (lacht) Wir hoffen zumindest, dass wir noch eine Zeit lang erhalten bleiben. Mit Peppe haben wir einen neuen Drummer dabei, und der ist ganz heiß auf's Touren - dem wollen wir natürlich auch noch was bieten. Schließlich hat er ja auch jede Menge neuen Treibstoff in den Bandmotor gebracht.
Normalerweise langweilt man sich als Band auf Tour ja weitgehend den Arsch ab. Wie verbringt ihr eure Zeit zwischen den Auftritten?
Wir ziehen uns meist irgendwelche Filme rein. So was wie The Big Lebowski, Pulp Fiction oder meist auch irgendwelche Action Movies. Da sind dann ein paar Klassiker dabei, die wir fast jedesmal mit auf Tour nehmen, aber irgendwer hat dann ja immer was zu maulen ... Hin und wieder haben wir auch ein paar Musikvideos dabei, aber Serien oder so einen Kram lassen wir in der Regel daheim. Manchmal machen wir uns aber auch den Spaß und kaufen in Deutschland ein paar Videos ein. Die sind ja alle synchronisiert bei euch und wir schauen die uns dann immer an und spulen zu bestimmten Stellen hin, weil wir wissen wollen, was die auf Deutsch heißen (lacht).
Aha, das ist also eure Art und Weise, Deutsch zu lernen.
Jahaha, sozusagen. Wenn wir auf Tour sind, können wir immer ein kleines bisschen Deutsch sprechen. Natürlich nicht viel, aber zumindest ein bisschen. Das ist aber schnell wieder vorbei, wenn wir daheim sind, wir können dann jedes Mal wieder von vorne beginnen (lacht). Das ist aber eigentlich echt peinlich, denn wir waren jetzt schon so oft in Deutschland und haben da auch so viele Fans, dass wir langsam echt ein wenig mehr Deutsch drauf haben sollten.
Ihr werdet auf der nächsten Tour schon lernen, was ihr unbedingt braucht.
Haha, wollen mal sehen, was ich dir auf der nächsten Tour so alles erzählen kann.
Genau. Habt ihr denn irgendwelche in Stein gemeißelte Regeln auf Tour, die man unter keinen Umständen brechen darf?
Ja, keine miesen Streiche spielen (lacht). Wir haben das auf unseren ersten Touren ganz gerne gemacht, dass man sich gegenseitig irgendwelche kleinen, miesen Streiche gespielt hat. Das war Anfangs ganz witzig, aber wenn einer mal einen schlechten Tag hat, kann das ganz schön ins Auge gehen, im wahrsten Sinne des Wortes, hahaha. Immerhin sitzt du die ganze Zeit ja mehr oder wenig aufeinander, und wenn sich zwei davon auf einmal nicht mehr riechen können, ist das eine Scheißsituation. Sowohl für die Band, als auch für die folgenden Gigs.
Wir verbringt ihr eure Zeit daheim in Schweden, wenn ihr nicht gerade auf Tour seid? Diese drei oder vier Tage im Jahr ...
Manchmal fühlt sich das echt so an. Nein, wir versuchen in unserer Freizeit natürlich auch ein wenig auszuspannen und in aller Ruhe an neuen Songs zu arbeiten. Dann treffen wir uns natürlich zum Proben und arbeiten ein paar Live-Arrangements aus, die den Fans live vielleicht nicht auffallen, aber die doch recht wichtig für uns sind, um manche Songs live spielen zu können. Und manchmal müssen wir ja auch noch arbeiten.
Was für einen Job hast du denn?
Ich repariere Platinen. Das ist eine recht lockere Arbeit und sie nimmt nicht zu viel Zeit in Anspruch. Außerdem kann ich mir meine Zeit relativ frei einteilen, also proben, aufnehmen, auf Tour gehen und trotzdem noch meinen Job behalten.
Das ist ja wohl mehr als geschickt, dann kannst du auch auf Tour euer Equipment immer selber reparieren.
Und du glaubst gar nicht, wie oft ich da am rumlöten bin ....
Wir haben ja schon drüber gesprochen, dass ihr hier in Europa ständig unterwegs seid, aber wie sieht es denn mit den Staaten aus?
Klar, da wollen wir schon seit langem mal hin, aber das ist nicht so einfach, da auch an eine Tour zu kommen. Das kostet ja auch ein Schweinegeld, aber wir hoffen doch sehr, dass wir nächstes Jahr wenigstens ein paar Gigs in den Staaten spielen können. Dummerweise haben wir in den USA bisher noch kein Label, weswegen die Leute unsere Scheiben nur übers Internet oder per Mailorder bekommen können. Aber wenn uns die Sache mit MySpace so anschauen, scheint sich da drüben so langsam aber sicher eine gewisse Fanbase von uns aufzubauen.
Wenn man via MySpace mit euch in Kontakt treten will, seid ihr das dann tatsächlich selber, oder ist das jemand vom Label oder einem Fanclub der das für euch schmeißt?
Nein, das bin hauptsächlich ich. Seltsamerweise überrascht das viele Leute immer sehr. Auf Tour werde ich oft gefragt, wer denn die Antworten gibt, wenn sie einen Kommentar hinterlassen oder auch mal eine Mail schreiben, und wenn ich dann sage, dass ich das meistens bin, sind sie ganz aus dem Häuschen. Wir versuchen mit MySpace wirklich so nah wie möglich an den Fans dran zu sein. Wenn sie irgendwelche Fragen zur Band haben, dann sollte das doch auch jemand aus der Band sein, der ihnen dazu die Antworten gibt. Ich verstehe echt nicht, warum diese Möglichkeit nicht viel mehr Bands nutzen. Ok, manchmal kann das richtig in Arbeit ausarten – wir waren kürzlich erst in der Schweiz und als ich zurückkam, waren da 60 Mails die ich beantworten musste ... Da weiß man manchmal gar nicht, wo man denn anfangen soll, aber die Zeit muss man sich eben nehmen.
Original Scandinavian Superdudes (2001), Bursting Out Of Chucky's Town (2001), We Are Just As Welcome As Holy Water In Satan's Drink (1999)
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16,99 €
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6,99 EUR
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