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Als die kleine Melanie Jayne Chisholm am 12. Januar 1974 im Liverpooler Whiston Hospital zur Welt kommt, ahnen Mutter Joan und Vater Alan nicht, dass etwa zwanzig Jahre später der Stern ihrer Melanie - oder besser Mel C, wie sie sich nun nennt - aufgeht.
Als Sporty Spice ist sie diejenige, die für die Flic-Flacs der erfolgreichsten Girl-Group der Popgeschichte zuständig ist. Neben Emma Bunton trägt sie mit ihrer Stimme, die weit mehr Ausstrahlung besitzt, als die von Mel B oder Victoria Beckham, wesentlich zum Sound der Spice Girls bei. Das 'Gerücht', sie sei die beste Sängerin der Gang, hält sich hartnäckig auch nach der Trennung. Auf ihre dreijährige Ausbildung am Londoner Dance College und eine Ballettausbildung kann sie ebenfalls stolz sein.
Vor finanzielle Schwierigkeiten stellt das Dahinscheiden der Spice Girls Melanie C indes nicht. Mit sechs Top Ten Singles aus ihrem ersten Soloalbum "Northern Star" zeigt sie der Stammband galant die Rücklichter. An was das wohl liegen mag? Vielleicht daran, dass Mel C bei der Produktion sehr geschickt vorgeht. Strategisch professionell holt sie diverse Kollaborateure ins Studio, die ihr ein Album auf den Leib schneidern, das für jeden Geschmack etwas zu bieten hat.
Mit von der Partie sind die Produzenten Rick Rubin (Red Hot Chili Peppers, Beastie Boys) und William Orbit (Madonna, Blur), zwei Jungs aus der Band von Beck, Lisa "Left Eye" Lopez von TLC ("Never Be The Same Again") und ihr alter Kumpel Bryan Adams. Mit der ersten Singleauskopplung "Going Down" mutiert sie zu Indie-Spice, denn Gitarren und lautes Sample-Gebratze war man bis dato von keinem der Spice Girls gewohnt. Doch diese Schiene verfolgt sie nicht konsequent weiter, und so gibt es auf "Northern Star" auch chartkompatible Sounds zu hören.
Unermüdlich promotet sie die Scheibe, geht auf Tour und sorgt so für Omnipräsenz auf der Mattscheibe. Im Jahre 2001 verabschiedet sie sich von ihrem drahtigen Aussehen und trainiert bis zum Exzess im Fitnessstudio. Trotzdem kann sie die Verschiebung ihrer zweiten Soloveröffentlichung aufgrund 'äußerlicher Unannehmbarkeiten' nicht verhindern. Ursprünglich für September 2002 geplant, kommt "Reason" erst im März 2003 in die Läden.
"Im Grunde genommen bin das ich auf Platte", beschreibt Mel C selbst das zweite Album. Nachdem sie mit "Northern Star" schon die erkenntnisreiche Erfahrung machen durfte, "mit welchem Respekt die Leute im Studio mir und meinen Ideen gegenübertraten", muss sie sich auf "Reason" als kreative und eigenständige Songschreiberin beweisen. "Ich war so verliebt in den Prozess, eine Platte zu produzieren, die sich nur um mich und meinen Geschmack dreht und nicht von einem Komitee zusammengestellt wird"!
So ganz trifft sie den Geschmack des gemeinen Volkes dann doch nicht. Selbst eingefleischte Fans wissen nicht so recht, was sie von "Reason" halten sollen. Virgin, die Plattenfirma, hingegen weiß das sehr wohl und kickt Mel aufgrund der sehr enttäuschenden Verkaufszahlen aus ihrem Deal.
Dass sie ein Stehauf-Frauchen ist und sie der Rauswurf nicht sonderlich anficht, beweist Mel im Anschluss an den geplatzten Vertrag mit ihrem eigenen Label Red Girl Records. Der Name rührt von ihrer Leidenschaft für den FC Liverpool und steht für ihre Eigenschaft, schnell zu erröten. Sie zieht im Juni durch kleine Clubs in England und kündigt ein neues Album für das Spätjahr 2004 an.
Aber erst im April 2005 erscheint das Drittwerk dann tatsächlich. Bei "Beautiful Intentions" hatte Mel im Studio die Zügel fest in der Hand. Als ihr eigener Chef fehlt jedoch auch der Geldgeber im Rücken, weswegen die Platte ein großes finanzielles Risiko darstellt. Doch das sei sie gerne bereit zu tragen, erklärt eine zuversichtliche Melanie. Das Album ist Chisholms Comeback-Versuch und soll ihre neu gewonnene Unabhängigkeit beweisen. Das musikalische Mittel der Wahl: mehr Gitarren denn je.
Die Rechnung geht auf. Melanie tourt unablässig durch Europa, um ihre Platte zu promoten und tritt viel live auf. Von unerwarteter Seite erhält sie weitere Unterstützung. Die Macher der ZDF-Telenovela "Julia - Wege Zum Glück" küren mit "First Day Of My Life" (geschrieben von Guy Chambers und Enrique Iglesias) ausgerechnet den Track zum Titelsong, der es erst in allerletzter Minute auf das Album schafft. Selbstredend geht diese Single ab wie Schmidts Katze, die auch den steilen Platin-Baum erklimmt.
Das rote Mädchen macht endlich wieder schwarze Zahlen. "Beautiful Intentions" bekommt Gold und Melanie C eine Echo-Nominierung. Beflügelt beginnt sie mit der Arbeit am Nachfolger-Album und sichert sich eine ganze Schar von Songschreibern und Produzenten. Mit an Stiften und Reglern sind unter anderem Peter Vettese, der bereits mit Annie Lennox zusammen gearbeitet hat, Guy Chambers, wohlbekannter Ex-Mann von Robbie Williams und Steve Mac (u.a. Westlife, Mariah Carey). In der Produktion geben sich Klanggrößen wie Phil Thornally (The Cure) und Stephen Hague (A-ha und Robbie Williams) die Klinke in die Hand.
Zwei Jahre nach ihrer Bewährungsprobe kommt mit "The Moment You Believe" wieder ein Lebenszeichen auf den Markt. Mit einem Video, das angeblich in einem Take aufgenommen wurde, erreicht Mel C rasch wieder die Musikkanäle und Charts. Im April 2007 folgt ihr Album "This Time" und Deutschland gebührt die Ehre, die erste Live-Performance des neuen Songs zu erleben: im großen Samstagabend-Gemeinschaftserlebnis von "Wetten dass...?".
Nach drei weiteren Single-Veröffentlichungen Im selben Jahr, die solide Chartsplätze belegen, folgt eine Wiederbelebung der Vergangenheit. Kassenträchtig finden sich die Spice Girls zu einer Reunion-Tour zusammen. 2007/2008 stehen Mel und Kolleginnen im Rahmen einer dreimonatigen Welttournee auf der Bühne. Es bleibt zunächst bei dieser einmaligen Zusammenkunft, die Solo-Projekte stehen weiterhin im Vordergrund. Im Mai 2008 absolviert Mel C eine ausgedehnte Kanada-Tournee.
2009 bringt die Künstlerin Töchterchen Scarlett zur Welt. Vater des Kindes ist ihr damaliger Lebensgefährte Thomas Starr. Und sie probiert sich in einem neuen künstlerischen Umfeld aus: Das Ex-Sporty Spice wechselt von der Konzert- auf die Theaterbühne. Im Musical "Blood Brothers" singt und spielt sie bis Herbst 2010 die Hauptrolle als Mrs. Johnstone. Die Kritik begleitet Mels erste Gehversuche mit Wohlwollen, Lohn ist die spätere Nominierung für den Laurence Olivier Award als "Best Actress In A Musical". Im Klassiker "Jesus Christ Superstar" übernimmt sie den Part der Maria Magdalena.
2011 kommt mit "The Sea" ein weiterer Longplayer auf den Markt. Eine Tour durch Deutschland, Österreich und der Schweiz schließt sich der Veröffentlichung an. Die Nummer "Rock Me" begleitet als offizieller Song des TV-Senders ZDF die Berichterstattung der Fußball-Frauen-WM. Und es kommt zu einer Kollaboration mit einem deutschen Künstlerduo: sie borgt sich Rosenstolz' Erfolgssong "Liebe Ist Alles", und präsentiert ihn in einer englischen Fassung als "Let There Be Love".
2012 steht im Zeichen einer weiteren, ausgedehnten Tournee in England. Als Überraschungsact tritt Mel anlässlich der olympischen Abschlussfeier in London erneut mit den Spice Girls auf. Im September veröffentlicht sie den zunächst nur in Großbritannien erhältlichen Longplayer "Stages".
Von allen Gewürz-Mädels gelingt Melanie die erfolgreichste - und dauerhafteste - Solo-Karriere. Auf ihren Alben bietet sie eine bunte Mischung aus Pop und Rock, die sich in Sachen Gefälligkeit und Eingängigkeit gern am Output der Spice Girls orientiert.
Das frühere Spice Girl steht auf Fußball und Telenovelas. "Julia - Wege Zum Glück" hat sie aber noch nie gesehen ...
Melanie C ist wieder on top. Nach ihrem Album-Flop mit "Reasons" stand sie - zum ersten Mal in ihrer Karriere - ohne Plattendeal da. Dieser ungewohnten Situation begegnete sie mit ihrer Kämpfernatur. Und siehe da, ihre neue Single "First Day Of My Life" belegt auf einmal Platz eins der deutschen Single-Charts.
Ganz der Medienprofi, gibt sich Melanie C sehr aufgeschlossen, freundlich und eloquent. Auch wenn man nicht unbedingt der größte Fan ihrer Musik ist, so muss man diese Frau einfach sympathisch finden. Sie scheint wirklich mit ganzem Herzen Musikerin zu sein. Und sie wird auch bei unserem Gespräch in München nicht müde, dies immer wieder zu betonen.
Hi Melanie. Weißt du noch, was du am 25. Mai dieses Jahres gemacht hast?
Am 25. Mai? Keine Ahnung. Sollte ich das wissen?
Eigentlich schon.
Hmmm ... das fällt mir jetzt echt nicht ein.
Möchtest du einen Tipp haben?
Ja, komm, rück rüber!
Nun, am 25. Mai war das Champions League-Finale
Aaaah!! Na klar! Was ich da gemacht habe? Ich war in Hamburg und habe in der Markthalle ein Konzert gegeben. Das war so verrückt. Meine Band und ich saßen Backstage vor dem Fernseher und haben so gelitten. Beim Stand von 0:3 mussten wir auf die Bühne. Die Fans waren aber klasse und haben immer Schildchen mit dem aktuellen Spielstand hoch gehalten, damit wir sehen konnten, wie es gerade steht. Als der Gig dann vorüber war, sind wir gerade noch rechtzeitig zur Verlängerung wieder vor der Glotze gesessen.
Wie war die Party danach?
Och, gar nicht so ausschweifend. Ein paar Yeahs! und Ooohs!, ein paar Gläser Wein, das wars eigentlich schon gewesen.
Was? Keine exzessive Party? Bei so einem epochalen Ereignis?
Nein, wir haben uns das verkniffen. Wenn wir auf Tour sind, müssen wir schon schauen, dass wir in Form bleiben. Wenn du da eine große Party schmeißt, hängst du am nächsten Tag in den Seilen, und das wollte keiner.
Bist du eigentlich nur Fan des FC Liverpool oder interessiert dich Fußball allgemein?
Eigentlich bin ich schon eher Liverpool-Fan. Natürlich unterstütze ich England, wenn international gespielt wird, und auch Großereignisse wie jetzt die Weltmeisterschaft 2006 sind faszinierend, aber ich halte mich lieber an den FC.
Hast du vor, zur WM zu gehen?
Ich würde schon gerne ein paar Spiele besuchen, mal schauen. Hier in München steht ja ein echt starkes Stadion. Ich bin da vorbei gefahren, man sieht es von der Autobahn aus, echt beeindruckend. Das muss wirklich toll sein, in so einem Ding ein Spiel mitzuverfolgen
Kannst du mir dann bitte Karten besorgen? Ich bin in den bisherigen Verkaufsrunden leer ausgegangen.
Oh, ich habe selber noch keine, aber ich lass es dich wissen, wenn ich welche habe, haha.
Es hat mich selbst überrascht, wie einfach mir das diesmal fiel. Es fühlte sich alles sehr natürlich an, was sich auch darauf ausgewirkt hat, dass die Songs nicht viel Zeit beansprucht haben, um aus der Kiste zu hüpfen. Bei den anderen Alben war das nicht so einfach.
Apropos andere Alben. Du hast gemeint, "Beautiful Intentions" sei dein bestes Album, in dem auch am meisten von dir stecke. Was lief dann bei den anderen falsch?
Ich denke nicht, dass bei meinen vorherigen Alben irgend etwas falsch war. "Northern Star" war ja sehr erfolgreich. Ich liebe alle meine Alben sehr. Jedes einzelne steht ja auch für etwas. Beim ersten war ich dabei, herauszufinden, wer ich als Solo-Künstler eigentlich bin, habe viele verschiedene Musikstile ausprobiert. Beim zweiten war ich auch noch auf der Suche, zu der Zeit ist in meinem Leben viel geschehen. Als ich dann aus meinem Vertrag mit Virgin entlassen wurde, war das so etwas wie ein Neuanfang. Und das in vielerlei Hinsicht, weil "Reason" nicht so erfolgreich war, wie viele sich das gedacht oder erhofft hatten. Diesmal war das nicht unbedingt so, dass ich etwas beweisen musste. Ich wollte eher, ach ja, ich wollte einfach zeigen, wozu ich im Stande bin. Bei "Beautiful Intentions" fühlte ich sehr viel Energie und Enthusiasmus. Über die Jahre habe ich ja auch sehr viel live gespielt. Jetzt weiß ich auch, wer ich bin, wenn ich auf der Bühne stehe, und in die Richtung ging auch die Intention des Albums. Es sollte auch bei der Umsetzung auf der Bühne aufregend klingen. Das alles floss in die Entstehung der Platte ein. Das ist halt ein Lernprozess über die Jahre hinweg.
Wenn du schon bei Live-Shows bist. Mir ist aufgefallen, dass es dir anscheinend nichts ausmacht, auch in kleineren Venues zu spielen. Du spielst sogar in meiner Heimatstadt, was ich ja kaum glauben konnte.
Echt? Wo denn?
Karlsruhe
Karlsruhe, ja! Als meine Mutter 17 war - sie ist ja selbst Sängerin - kam sie mit einer Band rüber, lebte dort eine Zeit lang, hat bedient und gesungen. Sie kommt, wenn ich dort spiele, denn sie verbindet sehr viele Erinnerungen mit dieser Stadt.
Aber du hast dir den Ort nicht deshalb ausgesucht, weil deine Mutter dort mal gelebt hat?
Nein, nicht wirklich. Wenn wir uns nach Plätzen umschauen, wo wir spielen könnten, suche ich mir eigentlich immer gerne Orte aus, an denen ich noch nie zuvor gewesen bin. Natürlich kann man in den großen Städten spielen wie hier in München, Hamburg, Berlin. Du hast einfach mehr Wahlfreiheit, wenn du die kleinen Shows spielst und in kleinere Städte gehst, wo die Leute nicht so verwöhnt sind, was internationale Stars anbelangt. Ich mag eigentlich jede Art von Venue, aber die schönsten Erfahrungen hat man einfach bei kleineren Shows, die bessere Atmosphäre, und auch für das Publikum ist es schöner, intimer.
Damals habe ich eben einfach rumexperimentiert. Ich war ja schon immer ein Fan von Rockmusik, hatte aber auch ein wenig Angst, ob ich das stimmlich überhaupt hinbekommen würde, ich habe ja vorher nicht wirklich mit einer Band gespielt. Ich liebe "Going Down". Das ist einer meiner Lieblingssongs, und live kommt er auch fast am besten an, das Publikum geht dabei immer gut ab. Ich habe eben immer ausprobiert, was ich wirklich wollte. "Beautiful Intentions" ist ja auch viel rockiger, also hoffentlich gefällt es dir besser.
Auf jeden Fall besser als dein letztes. Macht es dir eigentlich etwas aus, über deine Vergangenheit bei den Spice Girls zu reden?
Nö, nicht wirklich.
Da gab es ja dieses Gerücht, dass ihr noch mal zusammen auftreten werdet.
Ja, Sir Bob Geldof kam auf uns zu, und ich dachte ähnlich wie die anderen Mädels, dass es eine perfekte Gelegenheit für uns gewesen wäre, zusammen auf der Bühne zu stehen. Alle, äh nicht alle, aber viele hätten uns gerne gesehen. Da wäre es nicht so sehr um die Musik gegangen, sondern eher um das Spektakel, uns alle fünf wieder zusammen auf der selben Bühne zu sehen. Und hätte es eine bessere Gelegenheit dafür geben können, wenn wir dadurch auch noch für einen guten Zweck hätten werben können? Das hat dann leider nicht geklappt. Abseits davon, habe ich aber keinerlei Ambitionen, noch einmal neues Material aufzunehmen, zu touren oder dergleichen.
Das Ding ist für dich also definitiv durch?
Yeeeaaaaahhh! Ich denke schon. Wirklich.
Hat Virgin dich eigentlich aus dem Vertrag geworfen, oder hattest du keinen Bock mehr auf sie?
Fakt ist, dass ich einen Vertrag über zwei Alben hatte und Virgin eine Option auf ein weiteres. Diese Option haben sie nicht gezogen, was mich sehr erleichtert hat.
Wieso? Warst du froh darüber?
Ja, absolut. Oder besser: Ich hatte gemischte Gefühle. Ich habe hart gearbeitet für meine Karriere und hatte auch viel Erfolg mit Virgin. Wenn man dann seinen Vertrag verliert, ist das sehr negativ behaftet. Ich war schon sehr wütend, weil sie offensichtlich nicht mehr an mich als Künstler glaubten. Es sah zumindest so aus. Aber aufgrund des dürftigen Erfolges des zweiten Albums war ich auf einmal frei, konnte mit neuen Leuten weiter arbeiten, was für mich persönlich ein guter Schritt war. Ich habe wieder Erfolg, es scheint also alles bestens zu laufen.
Hat dich der Erfolg des Albums nicht ein wenig überrascht?
Ähm nein, überhaupt nicht.
(Derweil werden wir schon zum Ende gedrängt ...)
Blöder Zeitdruck. Nein, hat mich nicht überrascht. Ich hatte große Hoffnungen, was das Album betrifft, Hoffnungen, dass es den Erfolg hat, den es verdient. Und wenn es nicht so erfolgreich geworden wäre, hätte das auch nicht sooo viel zu bedeuten. Nicht alles, was gut ist, erhält auch die verdiente Aufmerksamkeit.
Ich habe von einem Gerücht gelesen, dass du eine Kollabo mit Franz Ferdinand machen würdest. Stimmt das?
Nein, das stimmt nicht. Das Gerücht kam wahrscheinlich deshalb auf, weil ich auf "Reasons" mit Tor Johansson zusammen gearbeitet habe, der auch das erste Franz Ferdinand-Album produziert hat. Daher kommt wahrscheinlich auch das Gerücht, dass wir zusammenarbeiten würden. Leider ist dem nicht so. Ich bin ein großer Fan der Band, habe beide Alben und finde sie klasse, aber Pläne für eine Kollaboration gibt es nicht.
Mit wem würdest du denn gerne einmal was auf die Beine stellen?
Ich würde liebend gerne mit einer Band wie Franz Ferdinand etwas machen. Es gibt so viele Bands, die ich mag. Die Killers, Kaiser Chiefs. Von den weiblichen Künstlern würde ich liebend gerne einmal was mit Gwen Stefani machen. Sie macht einfach total lebendige und interessante Sachen. Ich habe sie ein paarmal getroffen, und sie ist eine wirklich coole Person.
Du hast gerade zwei der momentan angesagtesten Bands erwähnt. Was denkst du dir, wenn du von den Streitigkeiten zwischen den unterschiedlichen Combos hörst?
Echt? Wer streitet sich da mit wem?
Kele von Bloc Party haut Eddie Argos von Art Brut eine aufs Maul, die Killers zoffen sich mit The Bravery, Oasis melden sich auch immer wieder zu Wort ...
(Melanie lacht sich fast einen Ast)
Davon habe ich noch gar nichts gehört. Aber ...
Du bist zu lange von zuhause weg
Genau, haha. Liam Gallagher ist echt witzig. Er hält mit seiner Meinung eben nicht hinterm Berg. Das ist doch klasse. Die meisten sind aufgrund ihrer diplomatischen Äußerungen eher langweilig. Deswegen hat er wohl auch Probleme mit einer ganzen Anzahl von Leuten. Aber das ist doch Rock'n'Roll und das Coole an der britischen Musikszene: Es kommen gerade viele neue Bands mit hervorragenden Alben um die Ecke. Oasis sind mit einer tollen Platte zurück. Das erzeugt natürlich eine gewisse Rivalität. Ich denke, das ist gut für die Musik.
Letzte Frage, bevor ich hier noch rausgeworfen werde. Deine neue Single "First Day Of My Life" ist ja der Titelsong einer deutschen Telenovela ("Julia - Wege Zum Glück"). Schaust du dir privat solches Zeugs an?
Ja, mache ich. Ich habe zwar noch keine Folge von Julia gesehen, habe mich aber mit einigen von der Besetzung getroffen und sie im Studio besucht. Zuhause glotze ich wirklich viel Soaps. England ist ja eine Nation von Soap-Liebhabern. Montags - mein Freund hasst es wie die Pest - gibts zwei volle Stunden nur Soap-Operas. Das ist mein Lieblings-Fernsehtag (lacht herzhaft).
Und was macht dein Liebster, wenn du dann vor dem Fernseher sitzt?
Der liest Zeitung.
Stages (2012)
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