Porträt

laut.de-Biographie

Westlife

Zwei Umkleideräume pro Hintern könnten noch ein Ziel sein - sonst haben Westlife fast schon alles erreicht. Die smarten Boys aus Irland legten bereits die stolze Serie von sieben Nummer eins Hits in Folge hin. Dabei existiert Westlife erst seit 1999.

Das irische Städtchen Sligo darf sich stolz rühmen, Herkunftsort von Westlife zu sein. Zwei Stunden von Dublin entfernt haben Shane Filan, Kian Egan, Mark Feehily, Nicky Byrne und Bryan McFadden die Boygroup im Juli 1999 gegründet. Nach ein paar Monaten war Ende des gleichen Jahres mit "Westlife" schon die erste Scheibe da - und auch gleich der große Erfolg.

Tragisch für den überproportional großen weiblichen Teil der Westlife-Fangemeinde ist nur, dass die fünf praktisch alle schon vergeben sind. Die Tochter des irischen Premiers Bertie Ahern hat sich Sänger Nicky Byrne geangelt und auch der zweite Vokalist ist schon weg.

Ex-Atomic Kitten Kerry Katona erwartet im Herbst 2001 von Bryan McFadden sogar ein Kind, geheiratet soll im gleichen Jahr auch noch werden. Was Bryan da von sich gibt, hört sich sehr konkret an: "Ich werde auf jeden Fall bei der Geburt dabei sein. Ich bin bei solchen Sachen nicht so zimperlich."

Obwohl es sich bei den die Westlife-Songs oft um gefühlvolle Liebessongs handelt, sind die irischen Boys auch bei anderen Sachen alles andere als zart besaitet. Mit Ash-Frontmann Tim Wheeler liefert man sich eine ordentliche Verbalschlacht, und auch Claudia Schiffer bekam es schon ab. "Sie ist langweilig. Wir haben sie nur genommen, weil es nichts gekostet hat", schickte Kian dem Supermodel hinterher, nachdem sie im Video für "Uptown Girl" mitspielte.

Unnötig zu erwähnen, dass es auch das zweite Album "Coast To Coast" in den UK-Charts gleich an die Spitze schafft. Tja, was kann man da noch erreichen? Spanisch wollen sie nun lernen, um auch auf dem spanischsprachigen Musikmarkt abräumen zu können, und eben die zwei Umkleideräume pro Hintern.

Jennifer Lopez besitzt die bereits, was Bryan auf einer Preisverleihung anscheinend ziemlich ärgerte: "Wir mussten uns mit den Stühlen auf dem Flur zufrieden geben. Sie hatte einen Umkleideraum für Getränke, fürs Essen, einen fürs Make-Up und zwei für ihren Hintern."

Der Traum soll 2004 endlich in Erfüllung gehen, legen Westlife mit "Turnaround" Ende 2003 doch ein weiteres chartsträchtiges Album nach. Unter anderem mit einer Coverversion von Mr. Bigs Überhit "To Be With You".

Im März 2004 folgt allerdings der Schock für alle Fans: Bryan verkündet seinen Ausstieg aus der Band, um sich verstärkt seiner Familie zu widmen. Die verbliebenen vier Mitglieder erklären, sie wollten dennoch weitermachen und bereiten sich auf ihre Welttournee vor.

Da Westlife schon darauf geeicht sind, zu Weihnachten eine Erfolgsplatte auf den Markt zu werfen, muss es auch ohne Bryan weiter gehen: Ganz im Stile des großen Robbie Williams springen sie auf den Swing-Zug auf und bringen "Allow Us To Be Frank" heraus. Leider mag das schale Gefühl des Abklatsches nicht vergehen. Ein Verkaufs-Hit ist trotzdem zu erwarten. 2005 geht's dann wieder auf große Welttournee. Hoffentlich in Frack und mit Orchester.

2006 kommen Westlife wieder mit einer neuen Scheibe um die Ecke. Bei "Love Album" handelt es sich jedoch originär nicht um neues Songmaterial. Vielmehr nehmen sich die Jungs Balladen anderer Künstler an, um sie zu westlifisieren. Das Echo in der Fanszene fällt denn auch eher gemischt aus. Nicht jeder findet an den Schnulzen Gefallen.

Auf dem im Herbst 2007 erscheinenden neunten Studioalbum "Back Home" sind nur wenige Coverversionen vertreten. Neben Songs von Michael Bublé, Lonestar und Diane Warren haben Westlife wieder einige verträumte Pop-Balladen am Start. Nach einer kleinen Verschnaufpause geht es 2010 wieder in die Vollen: "Where We Are" ist das zehnte Album der Band.

Westlife zeigen auch nach Jahren noch Beständigkeit. Trotz des Erfolgs, den die Herren damit haben, wird das Bild einer Boygroup immer fragwürdiger. "Sind wir überhaupt noch eine Boyband?", fragt sich Nicky Byrne zu dem Thema. "Ich habe einfach keine Ahnung."

Die Frage ist im Oktober 2011 beantwortet: 2012 sind Westlife keine Boygroup mehr. "Nach 14 Jahren geben wir heute unsere Entscheidung bekannt, nach dem Greatest Hits-Album zu Weihnachten und einer Abschieds-Tournee im nächsten Jahr, getrennte Wege zu gehen. Die Entscheidung ist völlig freundschaftlich", heißt es auf der Homepage des Quartetts. Besagte "Greatest Hits" wird der letzte Release der gefeierten Boyband sein. Ab 2012 widmen sich die Jungs ihren Familien und Solokarrieren.

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