Porträt

laut.de-Biographie

Kalim

"Meiner Meinung nach mache ich keinen Gangstarap, ich mache einfach Straßenrap. Rap kommt von der Straße. Ich erzähle, wo ich herkomme, auf Westcoast-mäßigen Beats. Das ist meine Schiene." Kurz bevor MC Kalim 2014 bei Xatars Alles Oder Nichts Records sein reguläres Debüt-Mixtape veröffentlicht, bemüht er sich noch schwer um Distinktion.

Kalim: "38" mit Gzuz und Gringo44
Kalim "38" mit Gzuz und Gringo44
Trapbeat mit eingängier Hook, einem Video aus dem Klischeebuch und zwei Fame-Features: Die Entwicklung von Kalim macht stutzig.
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Klar: Wer mit Schwesta Ewa eine rappende Ex-Prostituierte, mit Ssio den Gangstarap-Clown und mit Labelboss Xatar einen überführten Golddieb und Faustheld in der Clique hat, will und muss das Besondere hervorkehren. Aber wie sehr der 1992er-Jahrgang aus Hamburg-Billstedt sich auch bemüht: Sein Deliquentenrap unterscheidet sich letztlich doch nur marginal vom gemeinen Gangsta-Einerlei.

Wie viele seiner Kollegen produziert Kalim, der 2011 bei AON unterschreibt, mit Vorliebe in Schwarzweiß abgefilmte Musikvideos aus den sozialen Brennpunkten seiner Stadt. Wie es das Klischee verlangt, posiert er dabei vor dem dicken Benz und erzählt vom aussichtslosen Leben zwischen Spielothek und Drogenumschlag. Schon die Tracktitel sprechen Bände: "Um Den Block", "Viertel'rap" oder "Stadtrundfahrt".

Die Unterschiede liegen lyrisch eher im Detail. Der Hanseate mit afghanischen Wurzeln verzichtet auf Gewaltandrohung mit Täterbande im Cliphintergrund, und auch Mütterbeleidigen findet er uncool. "Manche Leute sollten sich mal Gedanken über ihre Inhalte machen", kommentiert der Rapper die Kollegen. Das entscheidende Differenzierungsmerkmal liefert ihm aber vor allem der Beat.

Kalim und seine Produzenten David Crates und Reaf setzen ausschließlich auf den Boom Bap-Sound der Hip Hop-Hochzeit der Neunziger. "Dadurch unterscheide ich mich hauptsächlich von den anderen. Ich mache atmosphärische Beats und benutzte Samples aus den Achtzigern." In der Tat prägt der Westcoast-Klang jener Ära deutlich die Hamburg-bezogenen Stücke.

Kalim - Thronfolger
Kalim Thronfolger
Vom G-Funk-Auswechselspieler zum Trap-Linksaußen.
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Dementsprechend betont Kalim, der mit einem Gastbeitrag auf dem Ssio-Album "415" erstmals auf sich aufmerksam macht und auf seinem offiziellen Debüt-Mixtape "Sechs Kronen" Xatar, wieder Ssio und Nate57 versammelt, auch seine exklusive Liebe zu Snoop Dogg, Tha Dogg Pound, Tupac und Notorious B.I.G.:

"Ich bin nicht unbedingt damit aufgewachsen. Ich bin 1992 geboren und 1995, 1996 waren die geilsten Jahre. Da war ich vier. Das erste, womit ich aufgewachsen bin, war so was wie 'Still D.R.E.', das war geil."

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1 Kommentar mit 10 Antworten

  • Vor 10 Monaten

    Yo, der Junge Manuellsen hat im aktuellen hh.de-Interview das neue Kalim-Album, welches laut.de nirgends aufführt..., als sein Deutschrap-Album 2016 betitelt.

    Ich hatte nur eine Single gehört und war abgeschreckt. Wer kann denn da mal konkret was zum Album sagen, Review blieb ja augenscheinlich aus!?

    Thx.

    • Vor 10 Monaten

      Kein Muss, aber eines der besseren Deutschrap VÖs des letzten Jahres.
      Muss halt jeder für sich selber entscheiden, ob das jetzt atmosphärisch dicht oder einfach zu monoton klingt, der alles zerstörende Beat ist auf jeden Fall nicht vertreten.
      An Kalim selber sollte es eigentlich keine Zweifel geben.

    • Vor 10 Monaten

      Dankeschön, dann höre ich mal rein und das Sechs Kronen Ding auch. :)

    • Vor 10 Monaten

      Oh, Sechs Kronen ist richtig stark, da solltest du definitiv mal reinhören, dachte die kennst du schon.
      Beim Odyssee Album ist durch die Videos die Richtung schon gut wiedergegeben, wenn du damit nichts anfangen kannst, dann brauchst du das Album auch nicht.

    • Vor 10 Monaten

      Alles so Trap-Kacke oder wie? Der Bira hechelt den Trends hilflos hinterher :(

    • Vor 10 Monaten

      Ja, halt so ein Bastard aus dem AON Stil und Trap ähnlichen Beats, nur das Chefket Feature fällt etwas aus der Reihe.
      Ich mag das Album eigentlich, denn zusammen mit Kalims Texten wird da so eine düstere/hoffnungslose Atmosphäre aufgebaut, es fehlen halt ein paar wirkliche Highlights.

    • Vor 10 Monaten

      Finde ich gar nicht. In Falle Kalim hat er zwar deutliche Trapeinflüße - so wie fast jeder, der 2016 nicht hinter dem Mond gelebt hat - aber Odysee ist ganz klar Straßenrap. Und obendrein noch mit einer unverkennbaren Note. Ich war auch nicht geflasht von dem Album, aber ich konnte es genau so wenig haten. Es klang für mich, als hätte er dort seinen Stil gefunden, und das fand ich schon recht cool, da selten im Deutschrapzirkus.

    • Vor 10 Monaten

      schon bitter, dass das album hier völlig totgeschwiegen wird, fand aber 6kronen auch besser. odyssee wirkt auf mich teilweise etwas erzwungen. kalims stimme klingt mir auf vielen tracks viel zu "rausgepresst" und einige hooks sind richtig scheiße

    • Vor 5 Monaten

      bevor ich mich inhaltlich zu dem album äußere möchte ich an dieser stelle doch mal festhalten, das der bra keinen trends hinterherhechelt, sondern gentleman genug ist, seinen leuten jegliche künstleriche freiheit zu lassen. das album als solches war meiner meinung nach das stärkste aus dem jahr 2016. innerhalb einer atmosphärisch in sich stimmigen soundkulisse kommt neben der tatsache, dass kalim ein begnadeter rapper ist, eine weitere große stärke von ihm voll zum tragen, gerade im vergleich zu den sonstigen hampelmännern mit migrationshintergrund: wenn kalim rappt, glaubt man ihm jedes wort!

    • Vor 5 Monaten

      Kleine Mädchen verlassen das Haus... muslimische Frauen gehen raus und machen schlimme Sachen... mit viele Männer.
      Ich seh' sogar Frauen in unsere Alter, die haben Kinder - die gehen auch noch raus. Nie wieder will ich das, nie wieder.

    • Vor 5 Monaten

      Finde es gut, dass wacke Deutschrapper hier totgeschwiegen werden. :ill: