- Top 100
- Redaktionsempfehlungen
- Zuletzt gehört
Format
Playlist
Aktuelle Sendung
SeitHomepage:
Die Schaffenswut mancher Musiker ist mit der Bezeichnung 'Arbeitstier' nur unzureichend umrissen. Ein Mann, der dieser Spezies angehört, hört auf den Namen Josh Homme und ist den meisten als Mitglied von Kyuss und den Queens Of The Stone Age bekannt. Neben diesen zwei Monsterbands hat er aber weitere Projekte am Start.
Die fast schon zur Gewohnheit gewordenen Kollektivarbeiten der "Desert Sessions" gehören in diese Kategorie, sie bringen bei der dritten und vierten Ausgabe des fröhlichen Herummusizierens drei Tracks unter dem Pseudonym Eagles Of Death Metal hervor ("The Gosso King Of Crater Lake", "Hogleg", "You Keep On Talkin'").
Dies geschah im Jahre des Herrn 1998 mit dem Line Up Jesse "The Devil" Hughes (Gitarre), Loo Balls (Gesang), Carlo Von Sexron (aka Josh Homme, Schlagzeug), Craig Armstrong (Bass), T. Fresh (aka Tom Holton, Turntables) und sollte für eine ganze Weile das einzige Lebenszeichen der Adler bleiben. Erst Ende 2003 tauchen Live-Aufnahmen eines EODM-Konzertes in San Francisco als MP3-Bootleg unter dem Namen "Eagles Of Death Metal & Deathdealer Demos" auf.
Die darauf enthaltenen Songs finden sich alle auch auf dem im Frühjahr 2004 erscheinenden, mit "Peace Love Death Metal" betitelten Debüt-Album wieder. Zu diesem Zeitpunkt besteht das Line Up neben Homme und Hughes noch aus einem gewissen Rex Everything, hinter dem sich ein gewisser Bass-Spieler mit Ziegenbärtchen verbirgt.
Nick Oliveri, so der Klarname des Herrn, spielt jedoch nur die Platte ein, seinen Part übernimmt später ein Belgier namens Tim "Tipover" Vanhamel, der in seinem Hauptberuf bei der Band Millionaire seine Brötchen verdient, die die Queens auf deren umjubelter "Songs For The Deaf"-Tour 2003 supporten. Eigentlicher Gründer der Band ist jedoch nicht Homme, sondern sein langjähriger Schulfreund Jesse Hughes.
Die beiden lernen sich 1979 im Alter von neun Jahren kennen, als Jesse in Joshs Nachbarschaft nach Palm Desert zieht. Während der Higschool-Zeit spielen sie zusammen in einer Fußballmannschaft, aber musikalisch stellen sie noch nichts zusammen auf die Beine.
Während Homme mit Kyuss durch die Lande zieht, macht Hughes seinen Uni-Abschluss als Lehrer in seiner ursprünglichen Heimat South Carolina, heiratet und lässt sich wieder scheiden. Als er darob in eine mittelschwere Lebenskrise stürzt, zieht ihn sein alter Buddy Homme am Schlafittchen aus dem Sumpf und Jesse beginnt damit, Songs zu schreiben. Sein erster ist gleich der Hit "I Only Want You", für den Rest des Debütalbums benötigt er nach eigenen Worten "etwa eine Woche".
Dabei entstehen Tracks, die nur schwer in irgendwelche Kategorien einzuordnen sind, aber alle einen unheimlichen Ohrwurmfaktor ihr eigen nennen können. Der wahnwitzige Bandname entsteht der Legende zufolge in einem Akt der albernen Situationskomik. In einer Bar, in der sie bis unter die Hutspitze breit rumhängen, läuft auf einmal ein Song der Haar-Metaller Poison. Ein Anwesender quittiert das mit den Worten "This is Death Metal", woraufhin Jesse erwidert: "Dude, this is fuckin' Eagles Of Death Metal!". Die Lachanfälle, die die Jungs später überfallen, sollen horrend gewesen sein.
Neben der reduzierten Erscheinungsform der EODM-Musik ist Spielen mit dem Schwulsein ein weiteres Merkmal, das sich auch im zartrosa und pastell-himmelblau gehaltenen Cover des Albums widerspiegelt. Hughes singt derart tuntig, dass ein Blick auf sein Outfit schon fast überflüssig erscheint. Im Lederkäppi und mächtigem Schnauzer scheint er fast aus einem Bild der Village People entsprungen zu sein. Die Kunde der seltsamen Combo verbreitet sich nicht zuletzt Dank der auf Josh Homme konzentrierten Medienaufmerksamkeit wie ein Lauffeuer. Noch bevor die Platte in den Läden steht, ist bereits eine große Fangemeinde erwachsen, die endlich ein Tondokument der Eagles'schen Arbeit sein eigen nennen möchte.
Jesse, bekennender Waffennarr und Porno-Gucker produziert ein Video zu "Midnight Creeper", in dem er seine Ex-Frau mit Sam Colt und Co. in die ewigen Jagdgründe befördert. Resultat der Gewaltorgie ist ein Sendeverbot von MTV, das den Clip aus dem Programm verbannt. Neben dieser Negativ-Promotion können die Eagles aber auch positive Schlagzeilen für sich verbuchen. So geschehen als Support für Placebo: auf deren Konzerten kommt die skurrile Rock-Mischung bestens an.
Zu Beginn des Jahres 2004 begleiten sie die Distillers (bei denen Joshs Freundin Brody Dalle singt) auf deren England-Tour. Dieses Ereignis greift der stets euphorische NME auf und macht die Death Metaller zum umjubelten Objekt der Hype-Begierde.
Kurz nachdem die Jubelwellen zum "Peace Love Death Metal"-Werk verklingen, dringen bereits neue Pläne an die Öffentlichkeit. Der schicke Titel "Death By Sexy" soll das neue Album zieren, das zunächst für Sommer 2005 geplant ist. Vorab spielen die Eagles im April eine US-Tour, auf der das neue Line Up getestet werden soll. Neben Jesse "The Devil" Hughes gehören nun Basser Brian "Big Hand" O'Connor (Desert Sessions 9+10) und Gitarrist Dave Catching (Mondo Generator) zur Band. Für den abwesenden Queens-Mann Josh Homme, der eigenen Promo-Aktivitäten nachgeht, sitzt die ehemalige Hole- und Mötley Crüe-Drummerin Samantha Maloney am Kit.
Zunächst erscheint die Platte gar nicht in Deutschland und ist nur als Import erhältlich. Live kann man die Schnauzbart-Heroes 2006 bei den Southside/Hurricane-Festivals, auf dem Highfield und als Support der Strokes in Berlin, Köln und Paris bewundern, bevor die Truppe mit Peaches die Staaten unsicher macht. An der Schießbude hockt mittlerweile Ex-QOTSA-Drummer Gene Trautman. Dann macht doch noch die gute Nachricht die Runde, dass sich Gun Records die Dienste der Höllenrocker gesichert haben und somit auch "Death By Sexy" endlich erscheinen kann. Stichtag ist der 21. Juli. Im Spätsommer kommt die Band noch einmal auf Club- und Festivalbesuch.
Damit der Herbst für Eagles-Fans nicht allzu trostlos verläuft, hat sich Chefdenker Hughes kurzerhand entschlossen, die angekündigte DVD-Veröffentlichung noch 2006 über die Bühne zu bringen. Darauf enthalten sind "heiße Chicks, ein kämpfender Josh Homme, Bananen und eingebildeten Hasen", wie Hughes gegenüber laut.de schon im Sommer verriet. Regie geführt hat der alte Bekannte Liam Lynch, der auch einen Film über Tenacious D in Arbeit hat. MTV verriet Hughes außerdem, dass für "I Gotta Feeling (Just Nineteen)" ein neues Video gedreht wird und er ein großer Bewunderer von Madame Spears sei. Er stehe allzeit bereit, um dem Popsternchen bei ihrem Comeback behilflich zu sein, so der Sprücheklopfer.
Im November bekommen Guns N' Roses-Fans in Amerika den Humor der Eagles zu spüren, als Jesses Combo die Hair Metal-Legende supportet. Die gegenseitige Liebe ist allerdings von kurzer Dauer: nachdem die Zuschauer der Cleveland-Show die Supportband von der Bühne buhen, macht sich Axl Rose anschließend zunächst über die "Pigeons Of Shitmetal" lustig und wirft Hughes' Combo anschließend aus dem Support-Job.
Jesses Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Seine resümierende Sicht auf die Gunners-Show klingt so: "At first, the audience refused to welcome us to the jungle, but by the time we took our final bow, it had become paradise city. Although Axl tried to November rain on our parade, no sweet child o' mine can derail the EODM night train. We say live and let die." Derweil sind schon wieder Deutschland-Termine für Februar 2007 fix gemacht worden. Und die Hallen werden immer größer.
Das Jahr beenden die Eagles mit lockerem Show-Auslaufen in den Staaten und ersten Sessions der auf Tournee erdachten, neuen Songs. Diese gießt man 2008 ins neue Rock'n'Roll-Album "Heart On", das erneut mit Produzent Josh Homme entsteht.
Jesse über QOTSA-Sounds, Dave Grohl-Promo und "Schwanzlutscher Obama".
Willst du das erste Interview des Tages mit Jesse Hughes?, fragt mich der Promoter ohne Anzeichen von Hintergedanken. Was für eine Frage.
Den redefreudigsten Mann im Rock'n'Roll-Geschäft frisch und unverbraucht vor allen anderen Medien zu erwischen ist für den Musikjournalisten sowas wie das Ticket in den Teaser-Himmel. Die Faust ist schon oben, da schiebt der Promoter nach: Okay, du bist dann der erste am zweiten Interviewtag.
In der Tat hat Jesse Hughes seine Band Eagles Of Death Metal mit beißenden Boogie-Riffs, schnörkellosen Boy-desperately-wants-girl-Lyrics und signifikanter Gesichtsgarderobe zu einem Live-Magneten dies- und jenseits des Atlantiks reifen lassen, dem nun auch bei der Promo zum dritten Album "Heart On" (ab 16.01.) die gebührende Aufmerksamkeit zu Teil wird.
Wie vereinbart finde ich mich zu Rockstar-verträglicher Zeit um elf Uhr in einem Berliner Hotel ein, wo mich sein Manager nach erster Vertröstung ("Jesse braucht noch etwas") auch eine Viertelstunde später nicht abholt. Also klopfen der Labelkollege und ich einfach ungefragt an seiner Zimmertür. Drinnen Raunen: "Are you okay, man?", fragt der Band-Manager, worauf nur ein Johnny Cash-mäßiges Knurren folgt.
Als die Tür aufgeht, ist die gute Erinnerung an den braungebrannten und dauerfeixenden Jesse vom St. Gallen Open Air 2006 wie weggeblasen. Im Zimmer stehen ein leicht verunsicherter Manager und ein völlig derangierter Hughes, der mit TV-werbungstauglicher Fettsträhnenmatte und Augenringen so groß wie Kalifornien beeindruckt. Das Eis bricht er trotzdem so schnell wie eh und je: "Dude, where have you been all this time?", röhrt er mich an und fällt mir unter zweifelhaften Geruchsumständen um den Hals.
Kaum sind wir allein, verdrückt er sich ins Badezimmer: "Ich brauche noch etwas, machs dir bequem." Nach ein paar Minuten kommt er mit Sonnenbrille und einem Glas Cola samt Eiswürfeln wieder zurück und fläzt sich auf die einzige Couch des Zimmers. Man würde ihm zuliebe das Interview ja gerne abbrechen, aber man ist ja nicht (nur) zum Spaß hier.
Jesse, alles gut jetzt? Bist du bereit?
Superbereit.
Ist ja schon wieder zwei Jahre her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.
Wem sagst du das.
Es war 2006 auf dem St. Gallen Open Air nahe Zürich. Dort spielten auch Massive Attack und Wolfmother.
Fuck, das war das Open Air, auf dem ich Mimi zum ersten Mal gesehen habe.
Mimi?
Das ultimativ hübscheste Mädchen der ganzen Schweiz. Die mit dem superengen Kleid, weißt du nicht mehr?
Äh, nicht direkt.
Doch klar, sie hatte römische Sandalen an.
Hast du sie anschließend je wiedergesehen?
Klar, viele Male.
Es folgt ein maßgeblich vom Eiswürfeln-Zermalmen beeinträchtigter Nuschelbrei, aus dem einzig die Worte "Mimi" und "Lilly" auszumachen sind. Sehr wahrscheinlich fantasierte Jesse irgendeine Nettigkeit im Bezug auf seinen Manager zusammen, der just in diesem Moment zu uns stößt und meinem Gegenüber eine Schüssel Cornflakes - mit Eiswürfeln - hinstellt. Jesse sieht übel aus. Aber es hilft ja nichts. Mittlerweile ist es zehn nach elf und um halb kommt der nächste dran. Also los.
Jesse, heute ist der zweite Interviewtag in Deutschland, du gibst alleine hier insgesamt 22 Interviews. Fällt dir spontan eine Frage ein, die du bislang noch nicht beantworten musstest?
Ja: Wo gehts hier aufs Klo?
Aha. Und sonst immer wieder Fragen nach dem neuen Album, was?
Ja, egal. Leg los Baby, deine Fragen werden eh besser sein als alle anderen.
Würdest du mir zustimmen, dass "Heart On" weniger sexuell anzügliche Metaphern beinhaltet als die vergangenen Alben?
Nein. (Pause) Ja. (lacht) Sagen wir: Es enthält weniger offensichtlich anzügliche Passagen.
Die Kombination aus Müdigkeit und Cornflakes-Zufuhr gängelt die Sprüchekanone zusehends. Ich weiß mir keinen anderen Rat, als ihm erstmal für den erstklassigen "Brown Sugar"-Akkorddiebstahl im Opener "Anything But The Truth" zu gratulieren. Es macht offensichtlich keinen Sinn, jetzt schon die dringlichen Themen zu erörtern. Dann lieber eine Sache ansprechen, über die er selbst im Schlaf reden könnte: Josh Homme.
Interessanter Weise ist "Heart On" die Platte, an der Josh bislang am stärksten beteiligt war. Ich war diesmal nicht so sehr auf dem Rumdiktier-Trip, so dass er auch keine Grenzen vorfand. Das war nicht immer so. Früher addierte ich noch zwei und zwei, während er schon mit Physik hantierte. Hatte ich zwei und vier zusammen, machte er abstrakte Algebra.
Die neue Platte klingt insgesamt sauberer als die letzte. Hast du Josh ans Mischpult angekettet?
Ein Viertel der Platte habe ich produziert. "Wannabe In L.A.", "Secret Plans", "High Voltage", "Now I'm A Fool", das bin ich. Josh ist im Vertrag halt als Produzent eingetragen, daher bekommt er die ganzen Credits.
Habt ihr also eher separat gearbeitet?
Nein, das ist wirklich eine gleichberechtigte Sache gewesen. Wenn er nicht produzierte, komponierte er halt etwas. Er durfte diesmal einen ganzen Part für ein Stück schreiben. Ja, ich war sehr freigiebig diesmal.
War es der Song "Heart On"?
Nein, der Mittelteil von "Cheap Thrills" (singt): "I see red / with my back against the wall" - ein glasklarer Queens-Part.
Okay, ich hätte schwören können, es war der "Make Believe"-Mittelteil von "Heart On".
Nein, den "Make Believe"-Teil habe ich von Cheap Trick geklaut. Wenn dir auf der Platte noch andere Stellen bekannt vorkommen, kann das auch daran liegen, dass ich heimlich für andere Künstler komponiere. Hey, ich bin nicht erst seit gestern dabei.
Könntest du auch eine Platte ohne Josh veröffentlichen?
Hab ich doch schon zweimal .... Nein, darauf hätte ich gar keine Lust, denn dann wären es nicht mehr die Eagles Of Death Metal. Weißt du, auf diesen ganzen Eifersuchtsscheiß stehe ich nicht. Es ist wie es ist. Beim ersten Album versuchte Josh mich von allem Scheiß da draußen abzuschirmen. (gähnt mehrere Sekunden lang) Ich wusste nicht, was ich da tat, ich tat es einfach. Als würde ein Werwolf zum ersten Mal den Mond sehen. Ich verwandelte mich in ein Monster und hatte keine Ahnung warum.
Es klopft an der Tür. Jesse steht auf und öffnet einer Frau. Die beiden scheinen sich schon mal getroffen zu haben.
Jesse: Hey, was geht?
Frau: Oh entschuldige, aber ich dachte du wärst schon gegangen.
Jesse: Wie könnte ich gehen, ohne mich bei dir zu verabschieden? Nein nein, ich arbeite noch. Aber wie du siehst bin ich ein sehr gepflegtes Individuum. Ich hoffe, du klopfst noch mal bei mir an.
Die Frau lacht begeistert, Jesse wirft die Tür ins Schloss.
Ist das herrlich. Ich liebe deutsche Frauen, die etwas älter sind.
Wer war das?
Sie macht hier eine Schulung und dachte, ich wäre schon gegangen. Aber wir beide wissen ja: Eigentlich wollte sie nur schauen, ob ich alleine bin, so auf die Art imitiert sie mit hoher Stimme: Ooohh, ich wusste ja nicht, dass du noch da bist ... - Is ja gut, Baby, komm rein, zieh mir die Hose aus und los gehts.
Die neue Platte entstand wieder in Los Angeles. Ohnehin klingt die Single "Wannabe in L.A." wie eine Hommage an die Stadt. Ist es als eine Art Dankeschön an (die im Text erwähnten) Alan Johannes und Natasha Schneider und alle anderen Musiker zu verstehen, die dir damals halfen, ins Musikbiz einzusteigen?
Das kann man so sehen. Es ist ja verrückt: Hollywood, dieser verrückteste und künstlichste Ort der Welt, ist der Platz, an dem einige meiner besten Freunde leben, einige der besten Beispiele für Ehrlichkeit und Integrität, die ich je kennenlernen durfte. I love L.A. - aber Randy Newman hat leider vor mir einen Song mit diesem Titel veröffentlicht, also musste ich meinen abändern.
Du bist dem Sog der Stadt L.A. also noch nicht erlegen?
Nein, ich lebe in der Wüste.
Wo genau?
Also aufgepasst: 6542 ..... No. Mein Haus steht in Bermuda Dunes. Das ist zwischen Palm Desert und Coachella.
Shit, da wären wir fast gewesen. Letztes Jahr war ich mit Freunden in der Wüste unterwegs, fuhren durch Palm Springs und schliefen in 29 Palms.
Really? 29 Palms ist die High Desert. Wieso hast du nicht angerufen?
Ich habe deine Nummer nicht.
Das ändern wir gleich.
Nö, ich profitiere ja von der kriminellen Seite des bösen Musikgeschäfts. Ich bin ihnen ausgeliefert.
Jesse greift nach einem Brötchen in Reichweite und will hineinbeißen. Er erstarrt: Das Brötchen ist hart wie Stein. Er klopft es zuerst an seinen, dann an meinen Kopf.
Wütend: Are they fucking joking? That's crazy!
Das war wohl etwas zu lang im Ofen.
Gibts das? Ich könnte jemanden töten mit dem Ding.
Ja, aber bitte nicht mich.
Hell no, baby.
Gut, es muss aber doch irgendetwas in diesem Geschäft geben, das dir nach vier Jahren auf die Nerven geht.
Weißt du, ich mache einfach nur was mir Spaß macht. Wenn mir mal irgendwas auf die Eier geht, breche ich es sofort ab.
Es geht dir also nicht auf die Eier, dass du heute und gestern zusammen genommen, 22 Interviews geben musst und meistens die selben Fragen gestellt bekommst?
Stimmt schon, ich muss den ganzen Tag über mich reden. Aber soll ich dir was sagen: Das würde ich ohnehin machen.
Wenn "Death By Sexy" euer "Appetite For Destruction" war, was ist "Heart On"?
Mein "Led Zeppelin IV". Oder nein .... mein Britney Spears "Gimme More".
Wieso nicht "Womanizer"?
"Womanizer" ist gut, aber "Gimme More" war auf diesem Wahnsinnsalbum drauf, "Blackout".
Jesse konzentriert sich auf eine Schüssel auf dem Tisch, in der Schokoladestäbchen drapiert sind.
Darf ich dir etwas anbieten? Wir hätten da ... El Cuador oder ... Puerto Cabello .. Edelvollmilk ...
Danke sehr, ich nehme Cuador.
Gute Wahl. Ich finde es schön, dass wir die Schokolade teilen.
Im Zuge eures Rauswurfs als Support der Guns N' Roses-Tour meintest du hinsichtlich des Pressewirbels, etwas Besseres hätte euch gar nicht passieren können. Vor allem eine Aussage von Dave Grohl hatte es dir angetan.
Richtig. Axl Rose nannte uns ja die Pigeons of shit metal ("Tauben des Scheißmetals", Anm. d. Red.) - schau mal hier! (zieht seinen Ärmel hoch: Neben zahlreichen Ankern und Ketten prangt tatsächlich der Schriftzug "Pigeons of shit metal")
Hier stehts. Und siehst du da die Punkte: Sie scheißen! Na jedenfalls sagte Dave Grohl: Von Axl Rose zurück gewiesen zu werden ist wie ein Ritterschlag der Queen.
Geil.
Yeah, das war ein einmaliger Karriereschub. Ich war plötzlich auf jedem noch so kleinen Scheißticker mit dieser Meldung.
Dave Grohl sei Dank.
Absolut. Außerdem ist Axl Rose ein verdammtes Arschloch.
Hast du ihn persönlich getroffen?
Sowas ähnliches. Irgendwann stand ein angsteinflößendes Monster in Halloween-Make Up vor mir. Dann sagte man mir, das sei Axl Rose.
Hast du jetzt die Schnauze voll von Supportshows?
Nö, es macht auch Spaß, eine Masse an Menschen heiß zu machen. Und vielleicht besser abzuschneiden als die Hauptband. Auch wenn das in neun von zehn Fällen nicht klappt. Als wir mal in Salt Lake City gespielt haben, bin ich von der Bühne auf mein Messer hier gefallen (zeigt auf einen zwei Zentimeter langen, spitzen Messer-Anhänger an seiner Kette und auf seine Gurgel) Ich landete fast auf der Spitze.
Die Publicity scheint euch nicht geschadet zu haben: Mittlerweile finde ich die Platte beinahe besser als die letzte, wobei ich das nicht für möglich gehalten habe.
Ich auch nicht. Aber diesmal habe ich noch mehr von noch besseren Songs geklaut.
Kann man so sagen. Vor allem "Now I'm A Fool" zeigt dich von einer ganz neuen, melancholischen Seite. Sag: Gibt es da draußen wirklich irgendwo ein Mädchen, das deinem Balken der Liebe widerstehen kann?
Natürlich nicht. Aber ich hatte vor langer Zeit mal eine gute Freundin und dann entwickelte sich eine kleine Romanze. Ich liebte sie zwar, aber mir wurde bewusst: Wenn wir das durchziehen, überdeckt es unsere Freundschaft. In dem Moment war ich also der Dumme. Ich musste etwas aufgeben, um sie für immer um mich zu haben. Das war eine verdammt schwere Entscheidung. Der Song entstand also aus einer Enttäuschung heraus, und nicht weil jemand mit mir Schluss gemacht hätte.
Passiert dir eh nicht oft, was?
Ich bin auf jeden Fall keiner, der sowas braucht. Ich bin immer daran interessiert, jemandem ins Bett zu kriegen und auch mit ihm befreundet zu sein.
Du bist auch Vater eines Sohnes. Wie erklärst du ihm die eher seltene Verwandlung eines Lehrers in einen Rockstar?
Ganz einfach, ich sage zu ihm: "Halt dein elendes Maul, du dreckiger ....." Nein, ich sehe da keine gravierenden Unterschiede. Ich tendiere auch nicht dazu, verschiedene Abschnitte meines Lebens zu trennen. Es muss immer klar sein: Rock'n'Roll ist nicht normal. Aber es ist eine Attitüde genau wie das Lehren. Carpe diem.
Als Lehrer ist es viel einfacher, aus braven, unbedarften Schülern satanische kleine Scheißer zu machen, als als Rocker. Ich gebe meinem Sohn die Werte Ehrlichkeit, Integrität und Loyalität an die Hand und mache ihm klar, dass man im Leben nichts geschenkt kriegt. Und dass er gar nicht erst auf die Idee kommen soll, das zu tun, was ich tue, sonst gibts den Arsch voll.
Wie alt ist er?
Neun. Ein gutaussehender kleiner Junge.
Der bei seiner Mutter lebt.
Genau, in Palm Desert. Wir wohnen am selben Fleck. Ich liebe seine Mutter. Tolle Frau, tolle Mutter. Außerdem brauche ich sie, wenn ich auf Partys gehen will und so ... (lacht)
In L.A. zum Beispiel.
Oh, ich mache überall Party, egal wo ich bin. Nach L.A. fahre ich, wenn ich Drogen brauche.
Wie lange machst du das noch für uns, Jesse? Little Richard hatte auch nur zwei Jahre.
Vielleicht mache ich es wie er: Zuerst werde ich Priester und dann kümmere ich mich um die Pimmel von kleinen Jungs. Nein: Ich liebe diesen Job. Und ich mache ihn, so lange es geht. Hoffentlich noch sehr lange. Und ein Vorteil ist: Ich bin nicht so komplett zerschossen wie Little Richard. Er lebt ganz oben unterm Dach eines Hotels in Hollywood.
Ihr seid euch also schon begegnet?
Mehrmals. Wobei ich eher sagen würde: Er hat mich psychisch misshandelt. Er lebt auf der Hälfte des oberen Stockwerks in diesem Hotel. Ich sags dir, ein unglaublicher Freak. Wenn du ihn zufällig mit deinen Kindern in der Lobby triffst, rennen die schreiend weg.
Vor allem möchte ich zu diesem Thema sagen: Ganz egal, was ich gewählt habe, die Amerikaner haben Barack gewählt, also ist dieser Kommunist jetzt unser neuer Präsident.
Das klingt irgendwie nicht sehr optimistisch.
Nein. Es spielt aber auch keine große Rolle. Denn ein leichtfüßiger, kommunistischer Schwanzlutscher wie er wird Amerika nicht großartig schaden. Das lassen wir nicht zu. Ich garantiere dir jetzt schon, dass er das Militär öfter einsetzen wird als jeder Präsident vor ihm. Er wird die Steuern erhöhen und das Weltengefüge derart destabilisieren, dass wir noch anfälliger für Terroranschläge werden als bisher.
Ähm, reden wir über dieselbe Person?
Ganz sicher. Du kannst mir nicht erzählen, dass sich diese Idioten, die mit Sprengstoffgürteln auf Geburtstagspartys kommen, von jemandem abhalten lassen, der muslimische Wurzeln und einen sonnig muslimischen Namen trägt. Und wenn du mich fragst, ist es auch kein Zufall, dass parallel zu seiner Wahl der größte Terroranfall in der indischen Geschichte stattgefunden hat. Er wurde mit einem großen Knall empfangen. Ich weiß, dass die Leute aus dem Filmbusiness auf Barack stehen ...
Und so gut wie alle Musiker ...
Auch das. Aber Musiker stehen bekanntlich auch auf Heroin. Ich würde doch niemals einen Typen wählen, den ich als Musiker empfehle. Und Filmfritzen lügen sich ihre wahre Sexualität in die eigene Tasche. Sie verdienen ihr Geld damit, vorzugeben jemand zu sein, der sie nicht sind. Sind diese Leute etwa vertrauenswürdige Vertreter für eine Wahlempfehlung? Nein.
Aber: Sie sind soo hübsch. Deshalb wurde Barack gewählt. Kein sehr guter Grund. Aber die Gesundheitsvorsorge wird nichts kosten, juchuu, und die Reichen werden zur Kasse gebeten, bravo. Weil sie ja ohne Grund so reich geworden sind. Das macht doch alles keinen Sinn. Meine Erfahrung ist: Hübsche Menschen kriegen selten was auf die Reihe, weil sie ständig auf ihr Äußeres bedacht sind.
Du bist doch auch hübsch.
Nein Baby, ich bin gutaussehend.
Tatsache ist aber, dass es nur wenige McCain-Supporter im gesamten Musikbereich gab. Da hat das Youtube-Video von dir schon für Wirbel gesorgt, in dem du dich kürzlich lautstark gegen Obama ausgesprochen hast.
Ich traue der deutschen Bevölkerung zu, dass sie auch Andersdenkende in ihren Reihen akzeptiert. Ihr seid ein freies Land mit persönlichen Freiheiten. Aber ich glaube eben, dass Barack bei uns zuhause die Steuern nach oben treiben und persönliche Freiheiten beschneiden wird.
Deutschland lässt sich wie manch anderes Land vielleicht schneller von jemandem täuschen, den jeder toll findet. Und der auch noch hübsch ist. McCain ist es jedenfalls nicht. Aber den habe ich auch nicht gewählt. Man hat nicht nur die Wahl zwischen zwei Arschlöchern, wie es die Medien gerne hinstellen.
Wen hast du dann gewählt?
Alan Keyes, einen schwarzen Konservativen. Eine Regierung ist doch letztlich nur ein Werkzeug, das für uns unliebsame Sachen aus dem Weg räumt. Kostenlose Versprechen klingen immer toll. Drogendealer geben dir kostenloses Zeug - beim ersten Mal. Banken locken dich mit Vergünstigungen, damit du unterschreibst. Aber mal ehrlich: Das Essen, das umsonst ist, schmeckt nie so gut, wie das, das du bezahlt hast.
Glaubst du nicht, dass die Mehrheit der Amerikaner nach acht Jahren unter republikanischer Führung einfach genug hatten?
Die Macht der Filmindustrie ist größer als du denkst.
Aber doch nicht so groß, dass sie einen Präsidenten ins Amt bringt.
Barack Obama wurde gewählt, weil er sich noch republikanischer aufgeführt hat als George Bush. Wie damals Bill Clinton. Die breite Masse besteht in Amerika nun mal aus rechtsgerichteten, republikanischen Christen. George Bush mag ein erfolgloser Präsident gewesen sein, aber er war sicher kein Monster.
Ich glaube nicht, dass es schlimmer ist, einen bösen Mann im Irak zur Strecke zu bringen, als deine Frau zu betrügen. Aber stimmt das wirklich, was du sagtest? Sind die Deutschen wütend, weil ich mich gegen Obama geäußert habe? Mann, ich liebe Germany. Und ich will einfach nicht, dass es für ein Land wie eures schwieriger wird, in einem globalen Wirtschaftssystem zu existieren.
Du könntest es irgendwann tatsächlich noch zum Priester bringen.
Definitiv. Aber ich muss nicht gegen Regeln verstoßen, um sie zu brechen.
Jesse Hughes, Sandkastenkumpel von Josh Homme, über Porno-Schnauzbärte, Sex-Appeal und Die Toten Hosen.
Am Rande des Open Airs in St. Gallen trafen wir Ober-Eagle Jesse "The Devil" Hughes, um mit ihm die erotischen Vorzüge von Schnauzbärten, Aufnahme-Sessions mit Josh Homme und natürlich das neue Album "Death By Sexy" zu sprechen, das heute erscheint.
"Wie erkenne ich dich?", fragt mich der Manager der Eagles Of Death Metal am Handy, während ich vor dem Medienzelt des Open Airs St. Gallen in der untergehenden Sonne auf ihn warte. Statt "am Schnauzbart" antworte ich: "Ich trage ein T-Shirt mit der Aufschrift 'Hometrainer'", worauf am anderen Ende der Leitung erstmal genau die Stille eintritt, die auch bei der anderen Antwort eingetreten wäre. Dabei passt ein Turngerät ja zufällig auch ganz gut zum homoerotischen Anstrich der Truppe. Als Kollege Bättig und ich schließlich in die Interview-Katakomben gelangen, haut uns der sonnenbebrillte Jesse "The Devil" Hughes gleich mal beschwingt auf die Schultern. Wie nett. Dann wollen wir die gute Laune mal aufrecht erhalten.
Jesse, Glückwunsch zum Plattenvertrag in Deutschland. Ist ja noch relativ frisch.
Jesse: Oh thank you. Deutschland war immer gut zu uns. Wir kommen gerade von zwei Supershows in Köln und Berlin mit den Strokes. Die Leute hier lieben den Rock'n'Roll. Niemand sagte zu uns (spricht deutsch:) "Ich bin stinksauer". Es lief also sehr gut.
Dabei ist das Strokes-Publikum vielleicht nicht gerade das optimalste für dreckigen Eagles-Rock.
Ich denke, du musst die dir Anerkennung der Leute verdienen. Du kannst nicht erwarten, dass du gemocht wirst, nur weil du in einer Rockband mitspielst. Das respektiere ich und ich arbeite hart dafür, dass die Leute Spaß haben. Als wir damals in Berlin und Köln mit Queens Of The Stone Age spielten, kamen wir auch gut an. Es ist ja auch schwierig, vergnügten Rock'n'Roll abzulehnen, oder? Schonmal meinen Schnauzbart gesehen?
Schon mehrfach.
Dies ist auch ein guter Zeitpunkt, dir zu deinem überaus gelungenen Schnauzbart zu gratulieren. Und es ist ja nicht einfach nur ein Schnauzbart, wie wir beide wissen, sondern ein zarter Balken der Liebe. Klar, ne?
Klar. Aber nochmal zur neuen Platte. Wieso kam sie nicht wie die letzte bei Southern raus?
Ehrlich Mann, wir hatten so viele gute Angebote von anderen Labels, dass es einfach Sinn machte. Nichts gegen Southern Records, ich liebe den Laden. Es war nichts persönliches. Ich will halt die Welt erobern. Ich muss das Ding am Laufen halten. Haie können immer nur vorwärts, sonst ersaufen sie, wenn du verstehst. Wir betreiben hier keine Bibelexegese, wir spielen Rock'n'Roll! Ich will Spaß haben.
Du hattest also keine Angst, dass sich niemand für "Death By Sexy" interessieren würde?
Nein, ich liebe diese Platte. Alle Achtung da draußen, wir haben eine Höllenplatte geschrieben, die Josh produziert hat.
QOTSA-Drummer Gene Trautman ist nun wieder bei euch an den Fellen. Habt ihr Samantha Maloney gefeuert?
Oh nein, aber Peaches wollte Samantha unbedingt haben, also haben wir sie ihr ausgeliehen. Jetzt kann Peaches die Welt erobern. Wir dürfen für sie eröffnen, wenn wir in die Staaten zurück kehren. Was Gene angeht; Josh und ich wussten schon vor der ersten Eagles-Platte, dass er nicht die ganze Zeit zur Verfügung stehen würde, denn wir sind eine richtige Band und kein Nebenprojekt. Meine Traumband bestand immer aus Dave Catching und Gene Trautman. Jetzt habe ich Gene nach langem Zureden für zwei Jahre an meine Band gekettet. Thank God!
Nein. Für mich sind die Eagles das Sonderkommando des Rock'n'Roll. Manchmal brauche ich für die Eagles Claude Coleman von Ween an den Drums, manchmal Joey Castillo von den Queens und manchmal denke ich an Samantha Maloney, Gene Trautman oder Dave Grohl. Aber ich brauche immer Baby Duck, so nenne ich Josh. Er ist mein Partner in dieser Sache. Und es ist kein Nebenprojekt für ihn, nur weil er auch noch in einer Band namens Queens Of The Stone Age spielt. Während wir hier sprechen, sitzt er übrigens schön fleißig daheim in Hollywood und schreibt an der neuen Queens-Platte. Ich wünschte ich wäre auch dort.
Du würdest Josh aus Rücksicht also nie bitten, mit dir auf Tour zu gehen?
Doch klar, aber das bringt ja nichts, denn er kann nicht mit. Er ist mein bester Freund auf der ganzen Welt, ohne Scheiß. Ich liebe diesen Typen. Niemand rockt auf die Art und Weise, in der er rockt. Er würde Little Richard wirklich stolz machen.
Little Richard gilt ja auch als Haupt-Inspirationsquelle für die Eagles Of Death Metal. Wo siehst du Parallelen?
Nun, Little Richard stand für das, was Rock'n'Roll und was Death Metal eigentlich bedeuten. Als er in den 50ern rauskam, trug er einen rosafarbenen Anzug, einen Schnauzbart und er grinste die ganze Zeit. Er jagte der ganzen verdammten Welt einen Riesenschrecken ein. Stell dir vor, sie verbrannten damals seine Platten und versuchten, Rock'n'Roll zu verbieten. Wir sprechen über eine Zeit bevor Elvis kam. Das erste Elvis-Album bestand nicht ohne Grund zur Hälfte aus Little Richard-Coverversionen. Mann, das ist gefährlich! Dabei wollte er nur eine gute Zeit haben. Genau wie wir auch. Wir wissen, dass wir nichts superoriginelles machen. Sorry, wir haben das nicht erfunden. Es ist Rock'n'Roll. Nach der Art von Little Richard oder Chuck Berry oder Angus Young. Oder nach der Art von Die Toten Hosen.
Häh?
Ich liebe diese Band. Schau mal, was ich hier habe ...
Jesse greift in seine Jeanstasche und holt ein Gitarrenplek-Täschchen hervor, aus dem lauter DTH-Pleks heraus purzeln.
Wo hast du die denn her?
Wir haben letztes Jahr mit ihnen auf einem Festival gespielt. Sind die Teile nicht der Killer?
Nicht übel. Dann wirf sie mal nicht aus Versehen ins Publikum!
Im Leben nicht. Die gehen mit nach Hause. Die sind etwas Besonderes.
Thema Schnauzbart: Hast du mehr Sex-Appeal als Little Richard?
Schön wärs, aber niemand kann je so sein wie er. Es ist eher eine Majestätsbeleidigung, mich mit ihm zu vergleichen. Andererseits, so sexy wie ich muss auch erstmal einer sein, was meinst du? Und eins muss ich ja auch mal sagen: dein Kameramann ist echt ziemlich sexy! Die ganze Zeit macht der Bilder, dabei will man am liebsten von ihm Bilder machen.
Wie wichtig ist dein Nasenrasen eigentlich für den Erfolg der Band?
Puh, das ist so eng mit allem anderen verflochten, dass man es nicht in Worte fassen kann. Für mich ist es wichtig, Mann. Wenn man seinen Schnauzbart nur aus Spaß trägt, ist das lahm, aber wenn man ihn wie du als Teil seiner eigenen Männlichkeit trägt, dann ist es cool. Er sagt zu den anderen, hey check mich out, you know? Weißt du, ich liebe Frauen. Girls sind das verdammt beste auf der ganzen Welt. Und mir ist eben aufgefallen, dass wenn du so aussiehst wie deren Väter in den 80ern oder die Jungs während der Porno-Ära, dann heißt das so viel wie "Hey, ich liebe dich und ich respektiere dich so wie du bist. Und ich will mit dir ausgehen."
Hattest du schon mal ein Mädchen, das dich gezwungen hat, den Bart abzurasieren?
Als ich verheiratet war, hatte ich einen Vollbart und meine Ex-Frau hat mir damals geraten, ihn abzunehmen.
Das ist hart.
Ja, ich war etwa zwei Jahre bartlos.
Wie fühlt man sich da?
Nackt. Aber weißt du, ich war damals eine andere Person. Der Rock'n'Roll traf mich völlig unerwartet. Ich durchlief eine Scheidung, wurde depressiv und mein bester Freund Josh musste auftauchen, um mir zu sagen: Dude, schreib Songs, mach ne Platte und vergiss den Scheiß. Und so kam dann alles. Es ist verrückt, es ist wie ein Sechser im Lotto. Es machte einfach "Wuff". Das ist die Kraft des Rock'n'Roll.
Gibt es noch jemanden, ohne den die Eagles nicht existieren könnten?
Absolut: The Sonics, Chuck Berry, Carl Perkins, T-Rex, The Beatles, ganz klar die Rolling Stones, Black Flag, Queens Of The Stone Age, Nine Inch Nails ...
Fuck yeah. Und Wolfmother spielen hier auch, sehr gute Band. Ich habe sie in den Staaten gesehen. Sie spielten so einen Instore-Gig in einem Plattenladen. Da bin ich erstmal in die DVD-Abteilung nach oben gegangen, um sie besser sehen zu können. Echt cool, das fühlt sich an wie eine Renaissance des Rock'n'Roll.
Wer Led Zeppelin mag, kann an Wolfmother nicht viel auszusetzen haben ...
Genau, oder nimm Cream. Oder Steppenwolf. Das mag ich an ihnen, da ist einfach viel drin in ihrem Sound. So ähnlich halten wir das ja auch bei den Eagles. Meine Mama sagt immer, ich quentintarantinoisiere Classic Radio-Rock. Schöner Gedanke.
Bist du es denn manchmal leid, nur als Sänger einer Band bezeichnet zu werden, hinter der eigentlich Josh Homme steckt?
Nö, die Queens sind eine der größten Rockbands der Welt. Und wir sind eben die Eagles. Mich regt der Shit nicht sonderlich auf. Ich freue mich vielmehr, dass der Leadsinger dieser Band auch in meiner ist.
Ich denke, für eure Promotion ist es auch nicht das Schlechteste.
Ach, wenn du uns live siehst, vergisst du eh alles andere. Come on man, hast du meinen Schnauzbart gesehen? (lacht)
Ist denn geplant, dass du auf der neuen Queens auch mitmischst?
Nein, Pläne solcherart machen wir nicht. Ich schreibe meine Sachen für die Eagles, arrangiere sie und dann kommt Josh und produziert das Ganze. Bei den Queens ist er der Chef. Wir beide beherrschen halt den Falsettgesang. Das ist immer lustig. Sollte auch die Musik mal nach einer Kollaboration schreien, dann geht vielleicht mal was.
Im Video zu eurer neuen Single "I Want You So Hard (Boy's Bad News)" sendet deine Gitarre Vibes aus, die einer Frau auf einem Hotelbett die Klamotten wegblasen. Könntest du diese Szene mal tiefenpsychologisch für uns deuten?
Klar, das ist eine wahre Geschichte. Rock'n'Roll soll dich dazu bringen, mit deinem Pimmel zu wedeln und mit deinem Arsch zu wackeln. But do it hard! Und immer schön lächeln dabei. Es ist auch eine Attitüde: Nimm deine Musik so ernst wie ne verdammte Herzattacke, aber nimm dich selbst nicht zu sehr ernst. Lasst uns die Klamotten vom Leib reißen und eine gute Zeit haben.
War es ein lange gehegter Wunsch, Dave Grohl und Jack Black für ein Eagles-Video zu engagieren?
Auf alle Fälle, das sind zwei meiner größten Idole. Aber jetzt sind wir befreundet und sie sind Teil unserer Gang. Wir kennen uns schon eine ganze Weile.
"Cherry Cola" ist einer meiner Lieblingssongs auf der neuen Platte. Bei der Recherche ist mir aufgefallen, dass Savage Garden auch schon mal diesen Titel hatten.
Echt? Cool, ich liebe Savage Garden. Okay, war nur Spaß. Nein, ich schrieb diese Nummer für ein besonders süßes Mädchen, das ich aufreißen wollte. Und ich nutzte die Magie eines Songs, die mir auf meiner Mission behilflich sein sollte.
Und es hat geholfen?
Na logisch, Mann. Wir sind heute noch sehr gut befreundet. Baby, wenn du das hier liest, ich liebe dich noch immer.
Was können wir von der geplanten DVD erwarten?
Heiße Chicks (lacht). Die Aufnahmen zu dieser Platte überwältigten uns alle so sehr, wir mussten das einfach festhalten. Ein guter Freund, Liam Lynch, der auch den neuen Tenacious D.-Film gemacht hat, dokumentierte unser Studiotreiben mit Bananen und eingebildeten Hasen. Man sieht z.B. Josh, wie er eine arme kleine Banane umhaut, sehr amüsant. Es gibt aber auch echte Gewalt, viele Videos und secret scenes. Da ist dann auch eine Art German Disco-Version von "Solid Gold" dabei. Zu sehen bin hauptsächlich ich oben ohne mit Lederhandschuhen und einem Lederkäppi.
Kannst du abschließend noch erzählen, wie du auf den Albumtitel gekommen bist?
Naja, Josh und ich hingen zusammen irgendwo ab und wir überlegten uns, in welche Richtung die neue Platte gehen solle. Und ich laberte sowas wie "death by sexy wäre eine gute Richtung" und Josh stierte mich nur fassungslos an: "Was redest du denn für eine Scheiße? Death by ... Moment mal, oh Gott, Albumtitel!" Ehrlich gesagt haben wir das dritte Album auch schon betitelt, obwohl wir erst eine Handvoll Demos am Start haben: "Stylus interruptus". Geil, oder? Die wahre Alternative zum Coitus.
34,90 EUR
29,90 EUR
19,90 EUR
19,90 EUR
19,90 EUR
19,90 EUR
19,90 EUR
19,90 EUR
19,90 EUR
19,90 EUR
| Thema | Posts | Letzter Beitrag | |
|---|---|---|---|
| {ersteller.avatar} |
{thread.titel} {ersteller.name} |
{thread.antworten} |
{letzter.zeit} {letzter.name} |
|
jesse t shirt cherrycola |
3 |
04.09.09, 12:23 cherrycola |
|
|
Jesse Hughes' neue Internet(comedy) Serie!!! solala08 |
2 |
08.05.09, 13:22 thammü |
|
|
Eagles of Death Metal Radiokonzert DASDING_Radio |
1 |
01.10.08, 12:01 DASDING_Radio |
|
|
nach Deutschland?? Torpedo Tommy |
1 |
09.07.08, 00:02 Torpedo Tommy |
|
|
Eagles Of Death Metal Tour 07 blusi |
2 |
06.03.07, 18:30 Ferl |
Format
Homepage: