Porträt

laut.de-Biographie

Village People

Jeder hat sie schon einmal gesehen, ihre Songs gehören zum Standardrepertoir von Abipartys, Formatradios, Musikladen-Wiederholungen, Siebziger-Sampler, kurzum, die Uno sollte die Village People eigentlich zum Weltkulturerbe ernennen. Disco is in the House, und zwar gewaltig!

Auf der Höhe des Disco-Fiebers 1977 schlendert der Produzent Jacques Morali durch die Straßen von Greenwich Village in New York. In einer Menschenmenge fällt ihm ein komisch aussehender Tänzer auf, der mit dem Federschmuck eines Indianers auf dem Haupt durch die Gegend hüpft. Der Typ, der da so munter unterwegs ist, hört auf den Namen Felipe Rose. Beeindruckt von dieser Darbietung, kommt Morali die Idee, eine Truppe zusammen zu würfeln, die aus den verschiedensten Figuren der amerikanischen Gesellschaft besteht.

Morali will mit dieser Idee und ihrer Umsetzung ganz gezielt die Gay-Community ansprechen und so kommt es nicht von ungefähr, dass er sich Charaktere in die enstehende Band castet, die den verschiedenen Rollenbildern der Schwulengemeinde entsprechen. Da taucht der uniformierte Cop mit dem voluminösen Brusthaar auf und steht neben dem muskelbepackten Bauarbeiter. Beide natürlich mit dekorativem Schnauzbart. Zur ersten Besetzung, die unter dem Namen Village People ihre Performance darbietet, gehören Alexander Briley, Randy Jones, David Hodo, Glenn Hughes und Victor Willis (der einzige, der richtig singen kann). Die Songwriter Phil Hurtt und Peter Whitehead werden nun beauftragt, für die Jungs Lieder zu schreiben.

Die ersten bescheidenen Erfolge feiern Village People in England mit den Nummern "San Francisco (You Got Me)" und "Macho Man". Aber dies war nichts im Vergleich zu ihren bekanntesten Hits wie "Y.M.C.A." und "In The Navy". Mittlerweile gehört es zum guten Ton, sogar die Choreografie des erstgenannten fehlerfrei aufs Parkett zu bringen. "Y.M.C.A." ist übrigens die englische Abkürzung dessen, was man in Deutschland CVJM nennt und seien wir doch mal ehrlich, wer könnte es sich vorstellen, zu einem Disco-Stampfer abzuhotten, der Zeltlagerromantik und den allgemeinen Jesus-Extremsport zum Thema hat? So etwas funktioniert nur auf englisch.

Nach weiteren zwei Erfolgstiteln ("Go West", das später, von den Pet Shop Boys gecovert zu neuem Ruhm gelangen sollte, und "Can't Stop The Music") war's vorbei mit dem großen Erfolg. Bemühungen, dem abbröckelnden Hype mit einem Film ("Can't Stop The Music") entgegen zu wirken, floppten ebenso gnadenlos wie der Versuch, in den Neunzigern erneut Fuß zu fassen.

Was bleibt, ist die Erinnerung an eine farbenfrohe Combo aus den Siebzigern, die viel für die gute Laune auf noch viel mehr Disco Partys getan hat.

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