laut.de-Kritik

Josh Homme trommelt und Jesse Hughes singt durchweg herrlich tuntig.

Review von

"One, two, one, two, three four!" Kurz, knackig und trocken zählt Josh Homme an, und der Spaß kann beginnen. In eher ungewohnter Funktion als Schießbuden-Meister und kommende Drummer-Legende bearbeitet der QOTSA-Frontmann bei seinem Engagement für die Eagles die Felle. Nicht gerade virtuos sondern charmant dilettantisch klingt nicht nur Hommes Klopperei, sondern das gesamte Endprodukt, das auf den lieblichen Titel "Peace Love Death Metal" hört. Eine launige Mülleimer-Produktion steuert ihren Teil dazu bei und verleiht diesem Kleinod den letzten rauhen Schliff.

Das Trio schrabbelt sich in 15 Songs und einer guten dreiviertel Stunde Spielzeit einen Wolf, aber alles andere als Death Metal. Sexy Lo Fi-Rock'n'Roll mit überragenden Hooklines pumpen und schieben fröhlich durch die Gegend. Dabei singt Jesse "The Devil" Hughes herrlich tuntig wie der Host des Christopher Street Days höchstpersönlich ins Mikro:"Less talking, let's see action there's no time to waste it's time to make me you man" ("So Easy"). Das animiert doch gleich zum munteren gegenseitig an den Arsch fassen.

Die Tracks entfalten zum allergrößten Teil eine fast schon unheimlich Mitklatsch-Atmosphäre. Wo "I Only Want You" forsch nach vorne prescht, groovt "Whorehoppin'" mit einer großen Portion Penetranz. Blues infizierte Gitarren-Knödeleien, eine in Kastratenhöhen schwebende Stimme und die allgegenwärtigen fluffige Rhythmik halten den Spaßfaktor weitestgehend hoch.

Aus diesem positiven Rahmen fällt zum einen "Already Died", das dem Titel getreu eine eher düstere Stimmung verbreitet und nicht so recht zu den anderen Songs passen möchte. Eine unangenehm nervige Hektik führt "Who'll Love The Devil" mit sich, das stellt den Tiefpunkt des Albums dar. Die Coverversion des Stealers Wheel-Klassikers "Stuck In The Middle With You" hingegen fügt sich nahtlos in den Eagles-Sound ein. Eigentlich fällt es kaum auf, dass der Song nicht aus der Feder von von Hughes und co. stammt.

Nach "Miss Alissa" und 45 meist launigen Minuten ist Schluss mit lustig. Ob Jesse bei dem durchweg tuntigen Gebrauch seiner Stimme nicht langsam die Eier zusammen schrumpfen? Egal, die Mucke macht's schließlich, und die ist äußerst kurzweilig.

Trackliste

  1. 1. I Only Want You
  2. 2. Speaking In Tongues
  3. 3. So Easy
  4. 4. Flames Go Higher
  5. 5. Bad Dream Mama
  6. 6. English Girl
  7. 7. Stacks O' Money
  8. 8. Midnight Creeper
  9. 9. Stuck In The Middle With You
  10. 10. Already Died
  11. 11. Who'll Love The Devil
  12. 12. Whorehoppin' (Shit, Goddamn)
  13. 13. San Berdoo Sunburn
  14. 14. Wastin' My Time
  15. 15. Miss Alissa

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1 Kommentar

  • Vor 7 Jahren

    Geiles Review!

    Zitat (« Das animiert doch zum gegenseiten an den Arsch fassen. »):

    Ist echt richtig lustig :D

    Mein Stil ist das Album nicht, aber okay. Eagles of Death Metal... Metal hab ich erwartet, wenn auch keinen ernsten. Aber Rock?
    Nö, danke.