Porträt

laut.de-Biographie

Doujah Raze

"Zu viele Künstler suchen sich beschissene Beats aus." Möglicherweise bringt Doujah Raze mit dieser simplen Feststellung die Problematik des Hip Hop-Geschäfts auf den Punkt. Er selbst macht solche Fehler nicht, sondern wählt mit Ruhe und Sorgfalt aus. Sein Debüt-Album von 2005 liefert den besten Beweis für die Richtigkeit dieser Herangehensweise.

Doujahs Familie besitzt - zumindest väterlicherseits - irische Wurzeln, er selbst allerdings stammt aus Alexandria in Virginia. Gleich um die Ecke liegt Washington, DC, als dessen Repräsentant sich Doujah fühlt. Daran ändert auch ein Umzug nach New York im Jahr 2002 nichts, im Gegenteil: Obwohl sich ihm in der Großstadt Möglichkeiten eröffnen, ohne die sein Erfolg wohl nicht (zumindest nicht ohne Weiteres und nicht in dieser Form) zustande gekommen wäre, verleugnet er doch nie seine Herkunft. Tracks wie "Virginia", eine Liebeserklärung an seine Heimat, sprechen Bände.

Wie so häufig, zeigen sich die ersten Anzeichen einer ordentlichen Hip Hop-Sucht bereits in frühen Jahren. Klein-Doujah rappt seine ersten eigenen Texte (über Beats von Run DMC), als er in der vierten Klasse ist. Abgesehen von der musikalischen Seite gefällt ihm die Coolness: Seine Idole sind Rap-Stars. Als richtig ernstzunehmenden Lyricist betrachtet sich Doujah Raze allerdings erst ab etwa 1999. "Zunächst war das alles eine Art Wunschvorstellung", erinnert er sich im Interview. "Erst, als ich einen Beat von den Beatminerz bekam, kam mir die ganze Sache plötzlich real vor."

Musikalische Einflüsse kommen aus ganz verschiedenen Richtungen. Hip Hop-Acts wie Run DMC, Kool G Rap, Gang Starr, Jay-Z und der Wu-Tang Clan inspirieren Doujah ebenso, wie die Sänger Marvin Gaye, Al Green oder Stevie Wonder. Auch Bands wie Alice In Chains oder Led Zeppelin hinterlassen ihre Spuren. Die Ideen für seine Texte (und damit den größten Input) liefern ihm aber Beobachtungen im täglichen Leben.

2001 gründet Doujah Raze sein eigenes, unabhängiges Label Trilogy Records; seitdem veröffentlicht er in diesem Rahmen gemeinsam mit seinem Partner Double-J Mixtapes und 12"es, die sich allesamt als überraschend erfolgreich herausstellen. Sämtliche Releases (angefangen bei seinem Erstschlag "Hard Times" bis zu "New York City") werden - national wie international - ausgiebig im Radio gespielt und erreichen recht gute Positionen in den Charts.

Doujah gerät in die glückliche Lage, mit Veteranen des Hip Hop-Geschäfts zusammenarbeiten zu dürfen. Die Beatminerz und O.C. von D.I.T.C. bieten ihre Dienste ebenso an, wie DMC-Champion Mista Sinista seine Handwerkskunst.

Ín den Jahren zwischen 2002 und 2005 befindet sich Doujah Raze ausgiebig auf Tournee. Er bereist die USA, Kanada und Europa; gemeinsam mit Camp Lo, Large Professor und Grand Agent ist er 2003/2004 einen Monat lang in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs. Doujah Raze rockt unzählige Shows und teilt sich dabei die Bühne mit Busta Rhymes, den Dilated Peoples, Brand Nubian, PMD, Mobb Deep, Raekwon, Black Moon und Mr. Lif.

Anfang Novemeber 2005 erscheint schließlich Doujahs selbstbetiteltes Debüt-Album. An der Produktion wirken - neben seinem Haupt-Beat-Lieferanten Shuko aus Mainz - die Beatminerz, Disko Dave und selbstredend sein Manger, Freund, DJ und Geschäftspartner Double-J mit. Mista Sinista und Dirty Hands sorgen darüber hinaus für Cuts, und Born Unique und Thad Reid schauen auf einen Gastauftritt vorbei. Das Album "Doujah Raze" setzt im ohnehin großartigen Hip Hop-Jahr 2005 einen weiteren Höhepunkt.

Klar, dass es nach der Veröffentlichung erst einmal wieder auf Tour geht: zunächst quer durch die USA, Termine in Deutschland folgen im Dezember. Daneben sitzt Doujah bereits wieder über der Beat-Auswahl - ein zweiter Longplayer soll schließlich folgen.

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