Porträt

laut.de-Biographie

Dio

Kleiner Mann, riesige Stimme. Mit diesen vier Worten lässt sich Ronnie James Dio eigentlich bestens und ausreichend beschreiben. Natürlich steckt aber noch viel mehr dahinter, denn nicht umsonst hat der Mann im Laufe seiner Karriere für Megaacts wie Black Sabbath und Rainbow gesungen und auch solo einen enormen Erfolg verbucht. Dass auch er auch die Pommesgabel in den Metal eingeführt hat, wissen hingegen nur wenige.

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Alles beginnt am 10 Juli 1942, als Ronald James Padovana als Sohn italienischer Einwanderer in Portsmouth, New Hampshire geboren wird. Im zarten Alter von acht Jahren gründet er mit Schulkameraden schon seine erste Band The Vegas Kings. Kaum hat er den Schulabschluss in der Tasche, gründet Ronnie The Prophets, doch 1967 steht mit The Electric Elves die erste wichtige Band im Leben des Mannes an. Aus den elektrischen Elfen wird schließlich nur noch kurz und knapp Elf. Irgendwann in dieser Zeit nimmt Ronnie auch den Bühnennamen Dio an.

Auf der Suche nach einem Plattenvertrag hören Roger Glover und Ian Paice von Deep Purple die Band vorspielen und bieten ihnen an, ihre erste Platte zu produzieren. Aus dieser Zeit stammt auch der gute Draht zu Purple-Gitarrist Ritchie Blackmore. Mit dem hebt er 1975 auch Rainbow aus der Taufe, nachdem er mit Elf insgesamt drei Alben eingesungen hat ("Elf", "Carolina County Ball" und "Trying To Burn The Sun").

Das erste Rainbow Album spielt Blackmore somit mit der kompletten Elf-Band ein. Nur deren Gitarrist Steve Edwards spielt aus naheliegenden Gründen nicht auf der Scheibe. Das Ergebnis der Rainbow-Jahre sind vier qualitativ hochwertige Rockalben (plus ein Live-Album), die mittlerweile zu Klassikern avanciert sind. Alles weitere hierzu findet sich auf entsprechender Seite. Jedenfalls macht sich Dio 1979 ebenfalls auf und davon und versucht zunächst, sich eine eigene Combo zusammen zustellen.

Jedoch erhält er kurze Zeit später einen Anruf von Black Sabbath-Gitarrist Tony Iommi, der ihn als Ersatz für Ozzy Osbourne engagieren will. Dio nimmt das Angebot dankend an und zieht nach Los Angeles um. Zwischen 1979 und 1982 singt Dio bei den Höllenrockern und führt diese zurück an die Spitze, nachdem es in den letzten Jahre mit Ozzy eher bergab gegangen ist. Mit seiner Stimme veredelt er dort die Alben "Heaven And Hell", "Mob Rules" und ein weiteres Live-Album "Live Evil". Danach verlässt er unter Schmähungen die britischen Düstermeister.

Nachdem er auch das Black Sabbath-Kapitel abgeschlossen hat gründet er mit Sabbath-Drummer Vinnie Apice im Schlepptau seine eigene Combo unter dem schlichten Namen Dio. Mit ins Line-Up holt er sich die beiden Gitarristen Vivian Campbell und John Sykes (Thin Lizzy, Tygers Of Pan Tang) und den ehemaligen Rainbow-Kollegen Jimmy Bain (Bass). In dieser Besetzung spielen sie die erste Scheibe "Holy Diver" ein, mit der sie viele der Rainbow und Black Sabbath Fans auf ihre Seite ziehen. Die textliche Seite steht ebenso in dieser Tradition, mystisch, geheimnisvoll und voller Rätsel, dafür ist Dio seit jeher bekannt. Die expressive Bildersprache gehört ebenso zu seinem Repertoire wie das Herumspielen mit okkulten und esoterischen Begriffen.

Various Artists - Ronnie James Dio - This Is Your Life
Various Artists Ronnie James Dio - This Is Your Life
Metallica, Corey Taylor, Doro und Co. ehren den King.
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Apropos, sein Faible für das Wort 'Rainbow' ist in Fankreisen schon legendär. Auf unzähligen Platten und in noch mehr Liedern taucht immer wieder der Regenbogen auf. Ein glorreicher Auftritt auf dem Monsters Of Rock Festival an der Seite von Bands wie Whitesnake, ZZ Top, Meat Loaf, Twisted Sister und Diamond Head tut ein übriges und Dio ist wieder in alle Munde. In den USA sind sie zunächst als Opener für Aerosmith unterwegs, starten aber danach eine eigene Headlinertour mit Queensryche und Y&T.

Inzwischen ist auch Keyboarder Claude Schnell bei der Band und gibt auf dem zweiten Album "The Last In Line" sein Debüt ab. Die folgenden Touren fährt wieder mit fast den selben Bands wie im Jahr zuvor, jedoch kreuzt er ebenfalls noch mit Dokken bis Anfang '85 durch die USA. "Sacred Heart" ist ebenfalls ein großer Erfolg, jedoch steht die Scheibe in der Gunst der Fans nicht sonderlich weit oben. Im selben Jahr nimmt Ronnie auch an Hear N'Aid teil, einer Benefizveranstaltung an der Mitglieder von Judas Priest, Iron Maiden, Blue Öyster Cult, Journey und einigen anderen teilnehmen. Insgesamt kommt dabei über 1 Million Dollar zusammen.

Nach weiteren, intensiven Tournee, bei denen neben einem mechanischen Drachen auch zwei kämpfende Ritter auf der Bühne zu sehen sind, steigt Vivian Campbell bei Dio aus. Später taucht er bei Def Leppard wieder auf, doch seinen Platz nimmt vorerst Craig Goldie ein. Dieser hat sein Live-Debüt auf der US-Tour mit Accept, auf der die Band auch ihre Live-Scheibe "Intermission" mitschneidet. Ihr nächster Studiooutput hört auf den Namen "Dream Evil" und offenbart erste, kompositorische Schwächen. Neben dem Drachen kämpft er live nun noch gegen eine überdimensionale Spinne und Bands wie Megadeth, Savatage, Helloween oder Warlock müssen sich mächtig anstrengen, um da mitzuhalten.

Zurück von der letzten Tour, bröselt die Band Dio aber auseinander. Als '89 aber das nächste Album ansteht, präsentiert Dio mit Rowan Robertson (Gitarre), Teddy Cook (Bass), dem ehemaligen AC/DC-Drummer Simon Wright und dem Ex-Yngwie Malmsteen-Keyboarder Jens Johansson (inzwischen bei Stratovarius) sein neues Team. Nachdem 1990 "Lock Up The Wolves" in den Regalen steht, schließt sich die Band Metallica und Warrior Soul auf deren Europagigs an, ehe sie als Headliner mit Trouble durch England geht. Vor allem auf den folgenden US-Dates zeigt sich aber, dass Dios Stern am sinken ist.

Vorrübergehend steigt er nochmal bei Black Sabbath ein und mit ihnen "Dehumanizer"
einspielt. Da die aber immer noch mit Ozzy liebäugeln, macht sich Dio bald wieder davon. Stattdessen krallt er sich also seine alten Bekannten Vinnie Appice und Jimmy Bain wieder und macht sich an die Arbeiten zum nächsten Album. Bain ist bald wieder raus, dafür steigt vorrübergehend Jeff Pilson (Dokken) als Basser ein. Die Gitarre übernimmt derweil Tracy Grijalva. Diese Besetzung spielt "Strange Highways" ein, jedoch zupft auf Tour Larry Dennison die vier Saiten.

Da es auch mit Dokken hin und her geht, steht Pilson für "Angry Machines" drei Jahre später schon wieder am Bass, ist aber auf den Tourneen mit Motörhead und anschließend mit My Dying Bride schon nicht mehr mit von der Partie. Derweil darf Dennison wieder ran, der somit auch auf "Inferno: Last In Live" zu hören ist. Damit beschließt Dio aber so langsam eine Ära und zur Jahrtausendwende meldet er sich nicht nur mit neuem Label und neuer Scheibe zurück, sondern auch mal wieder mit neuem Line-Up.

Naja fast, denn Gitarrist Graig Goldy und Drummer Simon Wright sind nicht mehr so ganz neu und auch Basser Jimmy Bain war schon mal dabei. "Magica" nennt sich das Werk, das zur Jahrtausendwende erscheint, aber auch nicht an die alten Großtaten heran reicht. Zusammen mit Deep Purple geht es in Europa auf Tour, wobei Bain die Tour nicht mitfährt und starke Fluktuation am Viersaiter ansagt ist. Erst auf den US-Dates mit Doro und Yngwie Malmsteen steht er wieder am Bass und begleitet Dio auch auf den Konzerten mit Alice Cooper in England.

Warum allerdings Ex-Lion/Bad Moon Rising Klampfer Doug Aldrich auf dem 2002er Werk "Killing The Dragon" spielt, ist nicht so ganz klar, zumal Goldy bald darauf schon wieder zu Dio zurückkehrt. Aldrich spielt mit Dio jedoch ein sehr gutes Album ein und ist auch auf der Tour mit den Scorpions und Deep Purple dabei. Auch im Video zu "Push" ist er zu sehen, allerdings sind es vor allem die Knallerbsen von Tenacious D, welche das Video wirklich sehenswert machen. Jack Black und Kyle Gass haben sich schon immer als große Fans des kleinen Mannes geoutet.

Es geht weiter mit Hammerfall und Kings X, nach einigen Dates mit Motörhead und Iron Maiden packt Aldrich aber seine Sachen und steigt fest bei Whitesnake ein. Goldy kehrt also wieder zu Dio zurück, doch die meisten Schlagzeilen macht der Sangesriese zunächst damit, dass er sich bei einem Gartenunfall (man munkelt von einem umgekippten Gartenzwerg mit zu scharfen Gegenständen in der Hand), den halben Daumen absäbelt. Im Krankenhaus nähen sie ihm den aber wieder an.

"Master Of The Moon" nennt Ronnie sein neues Album, auf welchem neben ihm, Goldy und Wright, auch wieder Basser Jeff Pilson und der neue Keyboarder Scott Warren zu hören sind. Auf den Live-Dates übernimmt wieder Rudy Sarza den Bass und sorgt auf der Tour mit Fireball Ministry und Anthrax für die tiefen Frequenzen. In Japan schließen sich Dio die Spiritual Beggars an und es folgen noch diverse Auftritte auf angesagten Festivals quer über den Planeten.

Da bei Queensryche die Idee, ihr bestes Album "Operation: Mindcrime" live komplett durchzuspielen gut ankommt, greift Dio auf dieses Prinzip ebenfalls zurück. Als sich Craig Goldy aber am Arm verletzt hat, springt Dough Aldrich für die Auftritte ein, bei denen sie "Holy Diver - Live" aufnehmen. A propos Queensryche: Bei denen übernimmt Dio auch kurzerhand den Part des Dr. X auf deren durchwachsenen "Operation: Mindcrime II" Scheibe. Doch auch mit Tony Iommi von Black Sabbath arbeitet er ein paar Sachen aus.

Im Mai 2006 werden über SPV noch "Angry Machines" und "The Last In Live" zum Special-Price neu aufgelegt. Dass er auch live immer noch zu den ganz Großen gehört, beweist er an Pfingsten auf dem "Rock Hard Festival 06. Seine Soloaktivitäten stellt er aber zunächst hinten an, weil er mit seinen alten Kumpels Toni Iommi, Geezer Butler und Vinnie Appice Black Sabbath wieder aufleben lässt. Allerdings unter dem Namen Heaven & Hell, weil sonst Ozzy gleich wieder mit Klagen droht.

In dieser Besetzung veröffentlichen sie ein Live- und ein Studioalbum, ehe der Sänger Ende 2009 an Krebs erkrankt. Die Behandlung schlägt zunächst gut an und Dio plant für Heaven & Hell sowohl eine DVD als auch ein weiteres Album und die nächste Tour. Dazu soll es jedoch nicht mehr kommen, denn am 16. Mai 2010 verstirbt der Sänger in seiner Heimatstadt Houston im Kreise seiner Familie im Alter von 67 Jahren.

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Dio auf dem Rock Hard Festival 2006 Der alte Fantasykrieger gehört stimmlich nach wie vor zu den ganz Großen.

Der alte Fantasykrieger gehört stimmlich nach wie vor zu den ganz Großen., Dio auf dem Rock Hard Festival 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Der alte Fantasykrieger gehört stimmlich nach wie vor zu den ganz Großen., Dio auf dem Rock Hard Festival 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Der alte Fantasykrieger gehört stimmlich nach wie vor zu den ganz Großen., Dio auf dem Rock Hard Festival 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele) Der alte Fantasykrieger gehört stimmlich nach wie vor zu den ganz Großen., Dio auf dem Rock Hard Festival 2006 | © LAUT AG (Fotograf: Michael Edele)

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