Porträt

laut.de-Biographie

Daddy Rings

"Ich beziehe meine Inspiration aus der Musik, die ich höre, von den Menschen und Ereignissen in meinem Umfeld, und besonders von Jah, dem Allmächtigen." Welche Art Musik wird ein Mann, der ein derartiges Statement ablässt, wohl liefern? Punk? Techno? Oder doch lupenreinen Conscious-Reggae? Ganz klar: Daddy Rings ist ein Verfechter der dritten Option.

Everold Dwyer erblickt das Licht der Welt 1971 in Manchester. Nein, nicht in Manchester in England, sondern unter der karibischen Sonne des gleichnamigen Landstrichs im Süden Jamaikas. Everold wächst als zweites von fünf Kindern als einziger Sohn der Familie auf.

Der Großvater ist begeisterter Sänger, auch die Mutter singt mit Leidenschaft. Einer seiner Onkel verpasst Everold, als dieser 14 Jahre alt ist, eine Gitarre und öffnet Besessenheit damit Tür und Tor. "Musik war zu jeder Zeit Bestandteil meiner geistigen und spirituellen Entwicklung", erinnert er sich später im Interview.

"Mein Onkel hatte ein Soundsystem, Culture Shanty Hi Fi", heißt es da weiter. Klar, dass sich der musikbegeisterte Junge, so oft es nur irgend geht, in der Nähe herumdrückt. Sein Ziel: Er will ans Mikrofon. Die positiven Reaktionen des Publikums geben dem jungen DJ Recht und schüren seinen Ehrgeiz.

Bald schon erkennt Daddy Rings, wie er sich auf der Bühne nennen soll: Auf dem Land wird das auf Dauer nix mit der Musiker-Karriere. Wie viele seiner Kollegen zieht es ihn 1990 in die Hauptstadt, nach Kingston. Hier gestalten sich die Dinge allerdings schwieriger als gedacht: Der Plattenvertrag fällt nicht vom Himmel. Daddy Rings hält sich mit verschiedenen Gelegenheitsjobs über Wasser.

Zähigkeit zahlt sich jedoch trotzdem aus: Über mehrere Ecken kommt Daddy Rings mit dem Musikproduzenten King Jammy in Kontakt. Der wittert schlummerndes Talent und nimmt gemeinsam mit dem jungen Landei etliche Tracks auf. Der große Durchbruch lässt weiter auf sich warten.

Es wird 1996, bis Daddy Rings, wieder über verschiedene Bekanntschaften, an Gussie Clarke gerät. Hier entwickelt er seine Fähigkeiten als Songwriter und Sänger entscheidend weiter und arbeitet mit Sessionmusikern, darunter auch Sly Dunbar und Dean Fraser, zusammen. Aus der gemeinsamen Arbeit erwachsen endlich Nägel mit Köpfen: Daddy Rings' Debüt-Album, das 1997 auch international erhältlich ist, trägt den Titel "Stand Out".

Endlich wendet sich das Blatt. In den Jahren 1996 und '97 unternimmt Daddy Rings eine ausgedehnte Promo-Tour durch die Niederlande, Großbritannien und Deutschland und erspielt sich dort eine stetig wachsende Fangemeinde. Die Jamaican Economic Development Agency sieht in ihm den passenden Mann, um sein Heimatland auf der Reggae Rock Midem '97 in Cannes zu vertreten. Mit der bei Greensleeves erschienenen Ganja-Hymne "Herb Fi Bun", einer Kollaboration mit mit Cocoa Tea und "Rumors", einem Duett mit Freddie McGregor, verschafft sich Daddy Rings auch außerhalb seiner Heimat beträchtliche Aufmerksamkeit.

Besonders viel Zeit verbringt er fortan in Deutschland, wo sich eine zusehends wachsende Reggae-Community etabliert. Über sein Engagement beim Kölner Pow Pow Movement entsteht der Kontakt zu Gentleman und erblüht in einer langjährigen fruchtbaren Zusammenarbeit. Die beiden stehen künftig regelmäßig gemeinsam auf der Bühne. "Dem Can't Tek The Powers" findet sich auf "Four Elements", einem Sampler von Gentlemans Label Four Music, wieder.

Daddy Rings inspiriert zahlreiche Kollegen. Future Rock packt eine Remix-Version von "Tell Me What Yuh Dealing" auf sein 1999 erscheinendes Album "Produced By Future Rock". Sékou aus dem Freundeskreis begrüßt Daddy Rings gemeinsam mit Jah Meek auf seinem Solo-Debüt "D.I.A.S.P.O.R.A.". Die Firma holt sich den Jamaikaner für "Pow" ins Boot.

Die Turntablerocker verzeichnen Daddy Rings als Stammgast auf ihren Alben: Er steuert "Poppin Up" zu "Classic" (2001) und das unschlagbare "Rings" zu "Smile" (2002) bei. In den Reihen der Viererkette frönt Daddy Rings gemeinsam mit Afrob, Max Herre und einmal mehr Gentleman seiner Fußballbegeisterung: "Grande Finale" von 2002 legt darüber Zeugnis ab. Auf Gentlemans Album "Journey To Jah" trifft man Daddy Rings "Ina Different Time".

Die Fans warten mittlerweile sehnsüchtig auf ein Album. Daddy Rings produziert zwar Single um Single, für einen Longplayer fehlt jedoch die Zeit. Als kleines Appetithäppchen erscheint 2003 die vier Tracks starke EP "African Glory". Abgesehen davon liefert Daddy Rings jedoch weiterhin einzelne Tunes.

Zwischen 2003 und 2005 feiern Nummern wie "The Wiff", "Anything For Mama", Self-Reliance" und "Yahe" einige Erfolge. Daneben arbeitet Daddy Rings mit etlichen Kollegen an Kollabo-Tracks. Dann jedoch wird es ernst: Das zweite Album soll nun endlich in Angriff genommen werden.

Bis "The Most High", erschienen auf seinem eigenen Label African Glory, allerdings tatsächlich vorliegt, wird es Herbst 2007. Das Warten hat sich aber mehr als gelohnt: Neben neuen Tunes fasst Daddy Rings auch seine bisherigen Hits der letzten Jahre zusammen. Verschiedene Produzenten sorgen für den passenden Sound. Aus der Kombination erwächst ein traditionelles Roots-Reggae-Album, dessen positive Vibes die Absicht des Künstlers erkennen lassen: "Ich möchte Türen aufstoßen und für Eintracht und Verständnis der Menschen auf der ganzen Welt werben."

Anfang 2008 darf sich auch das deutsche Publikum wieder freuen: Dann stellt Daddy Rings "The Most High" auch auf den Bühnen hierzulande vor.

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