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Den selbst ernannten Vinyl-Süchtigen Josh Davis aka DJ Shadow drängt es in den von Rock dominierten Achtzigern als einen der wenigen Weißen in Richtung Hip Hop. Dort entdeckt er für sich die Möglichkeit des direkten Ausdrucks und kann experimentieren. Old-School Legenden wie Grandmaster Flash, die Sugarhill Gang, Public Enemy oder Rakim & Eric B. sind damals die Vorzeigefiguren des Genres und haben für den Beat-Head einen hohen Stellenwert. Vor allem fasziniert Davis der Umgang mit Turntables und Mixer als eigenständige Musikinstrumente.
Schon auf der Highschool beginnt er verschiedene Breaks und Beats zu bearbeiten und nimmt mit einem Vier-Spur-Gerät erste Mix-Tapes auf. Als DJ kann er mit seinen Scratching-Skills 1989 durchaus in der Welt der immer genauer und schneller werdenden Battleculture mithalten. Als Davis bei einem Public Enemy-Konzert einen gesampelten Soulsong von Isaac Hayes zu hören bekommt, denkt er sich: "Oh Gott, das kann ich auch!". Und schon 1991 nimmt er mit "Lesson 4" seine erste 12"-Promo für Hollywood Basic Records auf. Der Grundstein seiner Karriere ist gelegt.
Auf Anfrage des Labels MoWax veröffentlicht Shadow die zwei Singles "In/Flux" und "Lost and Found". Letztere entsteht in Zusammenarbeit mit DJ Krush. Ein neuer Stern am Beat-Himmel ist geboren, der Sound wird als Instrumental-Hip Hop bezeichnet. Shadow und Krush gelten seitdem als Wegbereiter des Trip Hops. Mit Einflüssen aus Jazz, Soul, Hip Hop, Funk, Ambient und Rock definiert DJ Shadow einen eigenen Stil und stößt damit auf großes Interesse in der Underground-Szene. Weitere Singles folgen und 1996 erscheint auf Mo Wax sein erstes Album. "Endtroducing" entwickelt sich zum Klassiker und macht Shadow zur Vorzeigefigur der Downtempo-Breakbeater. Mit über 500 Platten, die er auf "Endtroducing" verarbeitet, schreibt Shadow auch Hip Hop-Geschichte. 1998 veröffentlicht er mit "Preemptive Strike" eine Zusammenstellung verschiedener, teils neu arrangierter Singles.
Die ausgefeilten Spielereien und Samplekünste wecken auch bei anderen Musikern Interesse. Ende 1998 entsteht das Projekt U.N.K.L.E. sowie das Album "Psyence Fiction". In dieser Formation arbeitet Shadow mit dem Label-Chef von Mo Wax, James Lavelle, und Richard Ashcroft zusammen. Zudem remixt er Songs für Portishead, U2, Howie B und viele andere. Diverse Projekte wie "Quannum" oder Soundtrack-Kompositionen folgen.
Im Juni 2002 erscheint mit "Private Press" das lang ersehnte, reguläre zweite Album, auf dem DJ Shadow erneut mit verspielt kreativen Sample- und Klangkünsten brilliert und das sowohl Kritiker als auch Fans auf der ganzen Welt begeistert. In der Folge begibt er sich dann unter dem Motto "In Tune And On Time" auf eine ausgedehnte Welttournee, bei der er selbst große Hallen locker füllt und auch sonst auf sehr positive Resonanz stößt. Folgerichtig werden die Highlights der Tour 2004 auf DVD veröffentlicht.
Das im Herbst 2006 erscheinende Album "The Outsider" löst bereits Monate vor dem offiziellen Release heftige Kontroversen aus und scheint vor allem langjährige Fans des Ausnahmetalents vor den Kopf zu stoßen. "Enttäuschend", "bedauernswert" oder "erschreckend gewöhnlich" sind dabei die am häufigsten herangezogenen Adjektive, und auch die obligatorischen Sell-Out-Vorwürfe klingen an. Vor allem die Zusammenarbeit mit BayArea-Größen wie E-40, Turf Talk, Nump und The Federation macht Shadow in den Augen seiner Kritiker unglaubwürdig und nagt an seiner Reputation als Sample-Meister und Hip Hop-Avantgardist.
In Tune and on Time (2004), Live! In Tune And On Time (2004), The Private Press (2002), Preemptive Strike (1998), Endtroducing (1996)
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