Porträt

laut.de-Biographie

RJD2

Ramble Jon Krohn wird am 27. Mai 1976 in Eugene, Oregon geboren. Aus der Abkürzung seiner Vornamen, RJ, leitet sich schon während seiner Kindheit, in Anlehnung an den kleinen Droiden (R2D2) aus Star Wars, der Spitzname RJD2 ab. Obwohl er den Alias eigentlich hasst, behält er ihn dennoch bei.

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Einige Jahre später zieht seine Familie nach Columbus, Ohio. Hier kommt RJ zum ersten Mal mit Hip Hop in Berührung. Bereits in der Highschool erlernt er das Keyboardspiel, beschäftigt sich mit Komposition und Musiktheorie und spielt in einer Jazz-Combo.

1993 beginnt er aufzulegen. Die ersten eigenen Decks kauft er einem Freund ab. RJD2 steht für die lokalen Helden Megahertz hinter den Plattentellern und fungiert zudem als deren Produzent. Für Megahertz geht es steil bergauf: 2001 erscheint unter dem Titel "Table Scraps" ein Album. Dieses erste soll allerdings auch das letzte Lebenszeichen der Band bleiben, das für die Nachwelt dokumentiert wird.

RJ jedoch bleibt dem Produzieren und DJing treu. Als erster Rapper kommt Copywrite in den Genuss seiner Skills. Bei Bobby Garcias Label Fondle 'Em veröffentlicht RJD2 sein erstes Mixtape "Your Face On Your Kneecaps". Urplötzlich taucht Columbus auf der Hip Hop-Landkarte auf. Bis die Nachbarn aus New York aufmerksam werden, dauert es nun nicht mehr lange.

El-P, ehemals genialer Kopf hinter Company Flow und inzwischen Chef des Indie-Hip Hop-Labels Definitive Jux, nimmt Kontakt zu RJ auf. Der erste Solo-Track des Turntablewizards erscheint noch 2001 auf dem Sampler "Def Jux Presents". Weitere Singles folgen, begeisterte Reaktionen ebenso. RJD2 wird als der neue DJ Shadow oder als Nachfolger Mobys gehandelt.

RJD2 - The Colossus
RJD2 The Colossus
Eher eine kleine Nummer als ein wirklicher Riese.
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Mitten in den entstehenden Hype platzt 2002 sein Solo-Debüt "Dead Ringer". RJD2 verschmilzt hier in einzigartiger Weise das Beste aus Blues, Soul und Hip Hop. Lob erntet er dafür nicht nur aus der Hip Hop-Szene. Auch Mitglieder von Radiohead und der Strokes äußern sich begeistert. Von Massive Attack folgt sogleich der Ritterschlag: RJ darf eine ihrer Singles remixen. Außerdem gibt es endlich ein bisschen Butter aufs Brot. Der Song "Ghostwriter" wird von einer amerikanischen Autofirma für einen Werbespot verwendet.

Ein Projekt alleine ist für RJD2 jedoch nicht genug. Gemeinsam mit Blueprint ruft er Soul Position ins Leben. Die beiden veröffentlichen 2002 ihre erste EP "Unlimited". Das Debüt in voller Länge ("8 Million Stories") folgt im Jahr darauf. Solo bringt RJD2 zudem eine weitere EP und noch ein Mixtape auf den Markt.

Auf Tour mit der Def Jux-Familie zeigt RJD2 sein Können an den Wheels of Steel auch vor begeistertem Publikum. Anschließend verschwindet er zwar wieder hinter den Kulissen, bleibt aber keineswegs untätig. Bis die nächste Soloscheibe im Regal steht, vergeht dennoch ein wenig Zeit. Erst im Mai 2004 ist es soweit: RJD2 präsentiert "Since We Last Spoke".

Schon hier lässt sich RJD2 nur schwer auf eine Stilrichtung festlegen. In seine persönliche Hip Hop-Schublade stopft er außerdem Soul, Funk, Disco und jede Menge Rock. "Unreleased Instrumentals" erscheint im gleichen Jahr. Die Kollektion von Beats umfasst bereits verwendete Tracks (über "Uprock" ertönt beispielsweise schon Diverses Stimme), aber auch komplett neues Material.

Ein weiterer Instrumental-Sampler folgt 2006 mit "Magnificent City Instrumentals", außerdem melden sich Soul Position zurück. Deren Album "Things Get Better ..." erscheint unter dem Dach der Rhymesayers. RJD2 blickt mittlerweile auf zahllose Kollaborationen und Remix-Projekte zurück, mit und für zahllose Independent-Künstler. Auf seiner Liste stehen Aceyalone, MF Doom, Aesop Rock, Cannibal Ox, El-P, Nightmares On Wax, U.N.K.L.E., Leela James, die Souls Of Mischief und und und.

Schon während der Aufnahmen zu "Since We Last Spoke" keimt in RJD2 die Idee zum nächsten Album - und dafür zeichnet sich ein deutlicher Richtungswandel ab. Der Weg führt unaufhaltsam weg vom Hip Hop mitten hinein in den Pop. "Das wollte ich immer schon machen", erklärt RJ gegenüber dem Pitchfork Magazine. "Den Shit, den sich jeder anhört: die Beatles, Led Zeppelin, Tears For Fears. Und auch die neuen Bands, wie Queens Of The Stone Age. Das sind letztlich alles Gruppen, die Popmusik machen, auf ihre ganz eigene Art."

Ins Programm von Definitive Jux passen derartige Pläne natürlich weniger. In gegenseitigem Einvernehmen trennen sich die Wege. RJD2 unterschreibt bei XL Recordings. Im März 2007 erscheint dort sein drittes Solo-Album "The Third Hand". Von 39 fertigen Songs schaffen es schließlich 14 in die Trackliste. Auf Features verzichtet RJD2 vollkommen, auch von seinem Markenzeichen, samplebasierten Loops, ist nichts mehr zu hören. "The Third Hand" setzt stattdessen auf intelligente, vielschichtige Pop-Kompositionen.

Diese eine Scheibe auf XL Recordings sollte es jedoch bereits gewesen sein, in der Folgezeit baut RJD2 mit RJ's Electrical Connections sein ganz eigenes Label auf. Sein erstes Signign: Er selbst. Noch bevor mit "The Colossus" die erste neue Scheibe auf der taufrischen Plattenfirma erscheint, legt er seine komplette Solo-Diskografie neu auf - stilecht ausschließlich auf Vinyl.

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