Porträt

laut.de-Biographie

Cutheta

Musikalische Früherziehung scheint sich in einigen Fällen tatsächlich auszuzahlen. Im Falle von Cutheta aka Sebastian Stern zumindest hat sie einen astreinen Produzenten hervorgebracht.

Katheter? Fast. Der Assoziation kann wohl keiner entkommen. Verdrängt man dabei aber das Bild eines Nieren- oder Blasenkatheters und konzentriert sich nur auf das Herz, ist das gar keine so schlechte. Cutheta - ein kleines, feines Röhrchen hin zum Herzen der Hörer?

Die Idee des Namens entsteht ziemlich spontan, sagt Cutheta, der zu diesem Zeitpunkt gerade seinen Zivildienst in der Psychiatrie absolviert. Aber nicht nur die äußeren Umstände inspirieren ihn, sondern ebenso der Wunsch, unbedingt ein "Cut" im Namen zu tragen – da wir hier von einem DJ und Produzenten reden: nachvollziehbar.

Geboren 1982, lernt Cutheta bereits als Fünfjähriger Gitarre und Bass sowie, später, Schlagzeug. Anschließend geht die musikalische Reise im Band- und Genre-Hopping von Grunge über Top 40-Cover und Jazz schließlich ins Studio zum Hip Hop.

Seit 1998 arbeitet der Paderborner als Produzent und Remixer, seit 2000 zudem als Studio- und Live Engineer unter anderem für Kool Savas, Max Herre, F.R., Casper, Samy Deluxe, Olli Banjo und Franky Kubrick. Inzwischen hat Cutheta in Paderborn sein eigenes Tonstudio Cup of Music. Hier entsteht beispielsweise die "John Bello Story 3" sowie die Juice-EP "Was Hat Sav Da Vor" von Kool Savas.

Seine Tätigkeit beschränkt sich allerdings nicht auf die Rap-Szene. "Die Leute sollten einfach das supporten und feiern, was sie geil finden, anstatt sich über das aufzuregen, was sie scheiße finden. Man muss das mal übertragen: Wenn ich 'n Mercedes geil finde, dann geh ich doch auch nicht zu Ford, Toyota, Mazda, VW und sag den allen, wie scheiße ihre Autos sind. Man merkt an solchen Vergleichen immer ein bisschen, wie gestört und engstirnig diese Szene teils ist", sagt Cutheta im Interview auf JD's Rap Blog. Da macht er nicht mit und arbeitet deshalb auch mit Juli, Echt und den H-Blockx zusammen.

Die Inspiration für seine Beats holt sich Cutheta aus den verschiedensten Genres, meist aus der Musik vergangener Zeiten. Der Hip Hop eines Premo, Dre oder Nas beflügelt seine Beats ebenso wie der Soul, Jazz und Funk eines Billy Cobham, Miles Davis, Curtis Mayfield oder Otis Redding, der Rock der Guns 'N Roses ebenso wie der Grunge von Nirvana oder der Britpop von Oasis.

Cutheta bastelt filigrane, samplebasierte Beats, die sich meist durch deepe Bässe, den spärlichen Einsatz von Synthesizern und eine große Portion Melancholie auszeichnen. Live eingespielte Instrumente belegen die oben angeführte These zur musikalischen Früherziehung.

Zeugnis von all dem legt er im April 2011 mit seinem ersten Produzentenalbum "Kopfnoten" ab. Das Debüt vereint zahlreiche Herren des Deutsch-Rap-Firmaments, darunter Kool Savas, F.R., Mo Trip, Franky Kubrick, Ercandize, Phreaky Flave und Vega. Die Künstler kennt Cutheta größtenteils über seine Arbeit als Live- und Studio-Engineer.

Mo Trip beispielsweise steht eines Abends vor Beginn der Arbeiten zu "John Bello Story 3" vorm Studio und antwortet auf die Frage des Produzenten, was er hier mache: "Hi ich bin Trip und bin die nächsten Wochen jetzt hier im Studio." Na, sieh mal einer an: Dem stehen die Künstler einfach vor der Tür. So sollte es laufen.

Alben

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare