Porträt

laut.de-Biographie

Käptn Peng & Die Tentakel Von Delphi

Wenn Filmstars eine Platte aufnehmen, wehren sie sich anschließend nicht selten vehement gegen das Image der singenden Schauspieler. Robert Gwisdek muss sich über derartige Imagepflege zum Glück keine Gedanken machen. Obwohl er vor seiner Rapkarriere bereits in einigen Kinofilmen glänzte - darunter Frieder Wittichs "13 Semester", Leander Haußmanns "NVA" und Dietrich Brüggemanns wunderbare Tragikomödie "Renn, Wenn Du Kannst".

Shaban und Käptn Peng, bürgerlich Johannes und Robert Gwisdek, machen ferner kein Geheimnis aus ihrer prominenten Familie: Sie sind die Söhne der von 1985 bis 2007 verheirateten deutschen Filmgrößen Michael Gwisdek und Corinna Harfouch, was bei der Betrachtung ihres gemeinsamen Hip Hop-Projekts aber keine Rolle spielt. Den kleinen Internethype um ihr Debüt erarbeiten sich die beiden auf eigene Faust und ohne wirkliche Promo. "Die Zähmung Der Hydra" erscheint im April 2012 über das Minilabel Kreismusik. Shaban baut die Beats, Käptn Peng rappt.

Das Interesse der großen Gazetten, darunter die Zeit und die Welt, weckt erst der Nachfolger "Expedition Ins O" - zwölf Monate später und mit komplett neuem Ansatz produziert. Wie bei Livegigs ohnehin seit jeher, bilden Shaban und Käptn Peng von nun an kein Duo mehr, sondern den Teil einer fünfköpfigen Band: Die Tentakel Von Delphi.

Boris spielt Bass, meistens Kontrabass, und markiert "den dicken Leuchtturm am Bühnenrand." Moritz bedient die Gitarre, Peter die Percussions. "Da ist dann vom Kuchenblech über einen alten Koffer bis zum abgewetzten Besen eine Menge obskures Zeug dabei." Shaban mimt mal den Sidekick am Mikrofon, mal den Trommler, und Käptn Peng natürlich die rappende Rampensau.

Als Käptn Peng & Die Tentakel Von Delphi bespielt das Quintett anschließend die hiesigen Club- und Festivalbühnen - mit einer funkigen, und durchweg organischen Platte im Gepäck. "Die beiden Alben gehören auf eine Art zusammen", erklärt Shaban. Das Material sei so reichhaltig gewesen, dass man locker zwei Platten draus machen konnte: eine elektronische und eine akustische. "Bei beiden wollten wir von Anfang an alles unbedingt in Eigenregie verwirklichen und keinen Produzenten einstellen, der unser Album 'macht'."

"Hip Hop ist ein Araberhengst, der meist von Kameltreibern geritten wird", findet Käptn Peng. Ob er sich seine Rolle als hochintelligente Antithese zur deutschen Rapszene ausgesucht hat? Jedenfalls zelebriert er sie in Interviews und Lyrics auf konsequent aufmüpfige Art und Weise.

Zusammenhänge zu seinem eigentlichen Job braucht man dabei erst gar nicht zu suchen. "Schauspielerei benutze ich nicht als Ausdrucksform. Da sage ich ja, was andere Leute mir sagen. Da drücke ich das Wasser anderer Leute durch den Hahn - und muss dabei einen guten Wasserhahn abgeben", erklärt er bei Backspin TV. "Mein eigenes Wasser drücke ich dann durch die Rap-Duschhaube."

Nach der erfolgreichen "Expedition" entwickeln die Tentakel ein stärkeres Eigenleben. Die Devise der Band lautet: Fort vom reinen Hip Hop, fort von der Fokussierung auf den Käptn und hin zu mehr stilistischer Offenheit. Als perfekte Spielwiese bietet sich der Auftrag eines Soundtracks für die Tragikkomödie "Alki Alki" an.

Freilich ist Gwisdek als Kapitän im Hintergrund immer präsent und erhält auch eine Gastrolle am Mikro. Die Platte bleibt jedoch weitgehend instrumental und eine fast lupenrerine Tentakel-Angelegenheit. Rock, Bossa und eine ordentliche Kelle Italowestern-Schmäh bestimmen Sound und Komposition. So bringen Käptn Peng und seine Tentakel von Delphi das seltene Kunststück fertig, zwei vollkommen unterschiedliche Bands in einem Corpus zu sein.

Alben

Surftipps

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    Käptn Pengs Labelheimat.

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