Porträt

laut.de-Biographie

Franky Kubrick

Im Jahr 2003 sorgt Franky Kubrick aka. Karibik Frank mit der Snoop Dogg/Pharell-Parodie "Du Blutest Voll" für einen regelrechten Downloadhype bei Rapfans. Ab diesem Zeitpunkt steht Kubrick auch gemeinsam mit Maeckes und Plan B als die neue Freshness aus dem raptechnisch bis dato altbackenen Stuttgart. Ein Erfolg, auf den Frank Werner, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, lange hingearbeitet hat.

Um an seinen Skillz zu feilen, zieht der gebürtige Saarländer in die Deutschrap-Metropole Stuttgart. Nach eigenen Angaben war es die Stadt, die seinen innovativen Style, der Hip Hop mit R'n'B auf hoher Ebene vermischt, formte. 2000 wird er von dem Massive Töne-Label Kopfnicker Recors unter Vertrag genommen. Nach Eimsbush-Vorbild werden hier die Rapper der zweiten Garde gesignt, um unter den Fittichen der 'Großen' ihren Style auszuarbeiten. 2001 erscheint die EP "Psychisch Frank". Der ehemalige Juice-Chef Chris Maruhn bezeichnet Franky Kubrick später ähnlich seinem Namensgeber als Perfektionist und gesteht ihm hervorragende Freestyle-Skillz zu, sein Magazin würdigt die EP mit herausstechenden fünf von sechs Punkten.

Erstaunlich ist auch das Ansehen, das der junge Stuttgarter schon zu diesem Zeitpunkt im deutschen Biz hat. Neben guten Kontakten zu den Fourmusic-Mitgliedern gibt es auch Respect an MC Rene, Spax, FlowinImmo, D-Flame, Xavier Naidoo, Savas und Toni L. Genre- und Städteübergreifend, eher ungewöhnlich fürs Rapgame. Selbst Sido von der Sekte, der nicht gerade bekannt dafür ist, über den Westberliner Tellerand hinauszublicken, arbeitet 2003 mit Kubrick zusammen. Das Ergebnis dieser Session findet sich leider auf keinem Album wieder.

Nach dem Achtungserfolg mit "Du blutest voll" muss Kubrick ein Album nachlegen, um nicht als raptechnischer Weird Al Yankovic abgestempelt zu werden. Ein Angebot zu einem reinen Coveralbum lehnt er aus diesem Grund ab. Gemeinsam mit seinem musikalischen Wegbegeleiter Fetsum, der immer mal wieder soulige Hooklines beisteuert, wirft er im Jahr 2004 mit "Rücken Zur Wand" ein hervorragendes Debüt auf den Markt, auf dem sich sarkastische Burnertracks und deepe Balladen abwechseln.

Doch die Zusammenarbeit mit Fourmusic läuft nicht reibungslos ab. Die Promotion fürs Debüt ist es, die Kubrick nicht zufrieden stellt. Er trennt sich vom Label und erweitert seinen Bekanntheitsgrad zunächst als Support des ehemaligen Freundeskreis-MC Max Herre bei dessen Deutschlandtournee. Auf der Echoverleihung 2005 macht der Wahlschwabe enormen Eindruck bei einem Backstage-Freestylebattle. Für Kool Savas, auch jemand, der immer seinem Instinkt gefolgt ist, reicht das aus, um Kubrick unter Vertrag zu nehmen. Zurecht, wie sich herausstellt: Im Juni 2006 kommt mit "Mein Moneyfest" ein überaus ordentliches Mixtape in die Läden und bereichtert den Output von Optik Records um ein themenfixiertes Exemplar.

Auch das "Moneyfest" featuret Gäste aus verschiedensten Lagern und Städten. Während das Klima in der Berliner Rapszene 2007 immer rauher wird, ergreift Kubrick selten Partei und hält sich aus den groben Streitigkeiten heraus. Diesen Umstand nutzt er aus, als im Winter 20007/08 die Gewalt in der Hauptstadt erstmals eskaliert, Fler mit einem Messer bedroht und Massiv gar angeschossen wird. Kubrick ruft mit seinem Track "Was Sie Hören Wollen" die "Rap Gegen Gewalt"-Kampagne ins Leben - gemeinsam mit einer Heerschar von A- und B-prominenten Wortaktobaten. "Wir wollen uns nicht als Moralapostel aufspielen, wir sind geschockt und fragen uns, wohin das alles noch führen soll", erklärt er im Interview.

Damit richtet er natürlich auch das Rampenlicht auf seinen eigenen Zweitling, der im April 2008 - nach "Chronisch Frank–80 Minutes of Frunk", einem Appetizer in Form eines Gratismixtapes - in die Läden kommt. Dort wird auf das Thema allerdings nicht weiter eingegangen: Unter dem Arbeitstitel "Tagebuch Eines Träumers" zeigt sich der Rapper erneut vielseitig und lädt als Gäste neben Olli Banjo eine Vielzahl von R'n'B-Sängern ein.

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Alben

Franky Kubrick - Dramaking: Album-Cover
  • Leserwertung: 2 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2008 Dramaking

Kritik von Philipp Gässlein

Hat genug Höhepunkte zu bieten, leider nicht nur positive. (0 Kommentare)

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