Porträt

laut.de-Biographie

Blumio

"Wer ist dieser Blumio? Der neue Stern am Raphimmel? Oder wird er wieder verschwinden nach seiner Dreckssingle? Kann er denn mehr als nur Rapper nachmachen? Oder wird er den Erwartungen nicht gerecht wie die anderen Quarktaschen?" (Blumio, "Es Gibt Kein Zurück", 2008)

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"Wollt Ihr die Wahrheit hör'n? Ehrlich, ich weiß es nicht." Der Aufstieg, soviel steht hingegen fest, beginnt mit einem von Plattenpapzt ausgerufenen MC-Wettbewerb. In seiner Jugend interessiert sich Blumio, Düsseldorfer mit japanischen Wurzeln, vorwiegend für Basketball und Tea-Kwon-Do. Auf die Idee, eigene Rap-Texte zu verfassen, bringt den 14-Jährigen erst die Musik des großen alten Kollegen Ice T.

Der unter dem Titel "Biggo Bounce" ausgeschriebene Wettbewerb bringt 2003 die Lawine ins Rollen. Blumio, mittlerweile 17 Jahre alt, bewirbt sich - für das 21. Jahrhundert doch eher oldschool - mit einer zu Hause fabrizierten Kassette. Produzent Don Tone erkennt auf dem Band, obwohl es "auf dem dreckigsten Kassettenrekorder aus den 80er Jahren aufgenommen wurde und dementsprechend klang" (generation-one.de), erhebliches Talent.

Damit steht er nicht alleine da: Auch die Hörer, die den Contest per Internet-Abstimmung entscheiden, votieren kräftig für Blumio. Am Ende setzt er sich gegen starke Konkurrenten wie Taichi durch und steht als Sieger da. Don Tone lädt den jungen Rapper daraufhin in sein Loop Lab-Studio in Düsseldorf ein.

Aus einem ersten gemeinsamen Song erwächst eine langwierige Zusammenarbeit. Blumio, aus dem Kinderzimmer direkt in ein professionelles Umfeld katapultiert, kommt im, wie er es selbst nennt, "Loop Lab-Bootcamp" nicht nur erstmals mit weniger lausiger Technik, sondern auch mit zahlreichen Kollegen in Kontakt. Unter anderem gehen hier Eko Fresh und Pferde aus dem Stall Aggro Berlin ein und aus.

Blumio - Drei
Blumio Drei
Mit Schwert und Mic auf Curse'schem Kurs.
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Statt die Neuentdeckung hastig zu verheizen, entscheiden sich Don Tone und Blumio für eine gemächlichere Vorgehensweise. Die Arbeit am ersten Mixtape nimmt über ein Jahr in Anspruch: "I Love Deutschrap" erscheint 2004 und wartet mit einem Gastbeitrag von Eko Fresh auf.

"Handys In Die Lüfte" findet seinen Weg auf einen Sampler des Juice-Magazins. Nebenbei absolviert Blumio etliche Feature-Auftritte. Mit der Gründung von L-Records verfügt er zudem über die geeignete Plattform zur Präsentation seiner Ergüsse.

Für den Durchbruch sorgt eine Nummer, die im November 2005 als Juice-Exclusive veröffentlicht wird: Mit "Meine Lieblingsrapper" zeigt Blumio, das Rap-Chamäleon, was eine Harke ist: In Stimme und Style imitiert er Rapper von Azad über Curse, Samy Deluxe, D-Flame, Eko Fresh, die Massiven Töne, Harris und Jan Delay bis hin zu Massiv. Einzig Sido rappt seinen Part persönlich ein.

Die parodierten Opfer zeigen Humor. Der Track entpuppt sich als exzellentes Sprungbrett für eigenes Material. Ein nachgereichtes Video zieht Kreise durch Blogs und fährt weit über eine Million Klicks ein. Zudem landet Blumio dank "Meine Lieblingsrapper" auf Platz 1 der MTV TRL Urban-Charts und bekommt seinen ersten Fernsehauftritt.

Blumio "Die Leute sind nicht so dumm!"
Über sein Album "Drei", Curse, Karma, das Leben und den Tod.
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Dass Blumio in der Tat deutlich mehr kann, als lediglich Kollegen nachzumachen, zeigt sich in der Folgezeit. Er ist auf Don Tones Produzentenalbum "Nichts War Umsonst" mit "Chefsache" sowie auf einem L-Records-Labelsampler vertreten.

Mit seinem Kumpel Habesha von der Düsseldorfer Crew BTM Squad hebt Blumio das Projekt Rush Hour aus der Taufe. Einen Vorgeschmack auf das selbstredend ebenfalls von Don Tone produzierte Album gestattet Blumions Auftritt beim Splash!-Festival 2008.

Der 'Japse des Bösen' verfügt über einen eigenen Stil, eine selbständige Persönlichkeit und ein gesundes Selbstbewusstsein. Im Verbund mit ausgefuchstem Songwriting und einer Extraportion Selbstironie entsteht ein fettes Entertainment-Paket, das sich nur schwer in eine der gängigen Schubladen packen lässt. Die Gründung des eigenen Labels Japsensoul: damit unausweichlich.

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Blumio - Drei: Album-Cover
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  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2012 Drei

Kritik von Dani Fromm

Mit Schwert und Mic auf Curse'schem Kurs. (0 Kommentare)

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