Porträt

laut.de-Biographie

Taichi

Taijihad, Taiger, Tightchi, Taicheguevara, Taiwahn, Taiphoon, Taichingiskahn. Wenn es nur nach der Zahl der Bühnennamen ginge, wäre Taichi längst einer der ganz Großen.

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Seit seinem vierten Lebensjahr wohnt der Rapper in der deutschen Hauptstadt - Zeit genug, die Berliner Battlementalität voll und ganz zu verinnerlichen. Nach eigener Aussage liegt ihm trotzdem nichts ferner, als auf der Welle mitzuschwimmen: "Ich finde es lächerlich, dass irgendwelche Honks auf ihren Tapes ein paar mal 'Westberlin' brüllen, und das dann quasi als 'Gütesiegel' gilt", kritisiert er seine Kollegen im Interview mit hiphopkultur.com.

Taichi wächst im Berliner Westen auf. Beim Baseballspielen mit den Kids der G.I.s aus der Amisiedlung in Zehlendorf kommt er mit Rap in Kontakt und entdeckt darin ein Ventil. um sich Frust, Probleme und Einsamkeit von der Seele zu schreiben. Ein Demo und mehrere Einzeltracks entstehen, werden jedoch nicht veröffentlicht.

1999 gründet Taichi zusammen mit PSI die Formation Klangkrieg. Als man sich drei Jahre später wegen persönlicher Differenzen wieder trennt, landet auch das Ergebnis des gemeinsamen Laborierens, ein beinahe fertig gestelltes Album mit dem Titel "Siegerflows", im musikalischen Nirvana statt im Laden.

Taichi lernt Michael Mic kennen. Erstmals trägt sein musikalisches Schaffen auch greifbare Früchte: "Schwerer Shit" erscheint 2003. Er gründet ein eigenes Label mit dem ebenso simplen wie prägnanten Namen "MeinLabel". Im gleichen Jahr geht eine Zusammenarbeit mit Produzenten-Legende Plattenpapzt, für viele Undergroundrapper ein großer Schritt in Richtung Rampenlicht, in die Hose: "Die Vibes haben einfach nicht gestimmt."

Auch die Kollaboration mit Michael Mic ist nicht von Dauer. Ein Jahr nach dem Debütalbum geht man musikalisch getrennte Wege. So landet Taichi schließlich bei Krasscore, einem der zig Labels, die in Berlin zu Beginn des Jahrtausends aus dem Boden schießen. Hier veröffentlicht er 2004 sein Solodebüt "Legende Von Morgen". In der Folgezeit bekommt er mehrere Featureparts und Samplerbeiträge, etwa auf DJ Mahoes Runde Sache-Mixtape und dem Soundtrack zu der Rap-Doku "Rap City Berlin".

Als nur ein Jahr später bereits das zweite Soloalbum "Schnell Imbiz" erscheint, lassen sich die Neider nicht lange bitten. Ausgerechnet Ex-Homie Michael Mic, auf "Legenden Von Morgen" noch Featuregast, wirft dem Rapper in Form des Disstracks "Ziggy Spreng" vor, nur noch für die Industrie zu rappen. Als "echter MC" darf man derartige Vorwürfe nicht unkommentiert hinnehmen, und so schießt Taichi mit "Michelle Mic" umgehend zurück.

Taichi - Aussenseiter
Taichi Aussenseiter
Sich treu zu bleiben, zahlt sich aus (bis zum Erbrechen).
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Spätestens nun wird der Rapper von allen Seiten als großes Talent geadelt. Als Workaholic sowieso: Neben Splash-Auftritt und Features mit D-Bo, Jubeko, Kobra und Robird Styles wirft er bereits im Juli 2006 das vierte Album im vier Jahren auf den Markt. Für "Top Story" gewinnt er unter anderem Sentino und Tefla als Featuregäste.

Der Schaffensdrang bleibt ihm auch danach ungebrochen erhalten. Im März 2007 folgt bereits der nächste Schlag. Stolz und trotzig stilisiert sich Taichi hier zum "Aussenseiter" und Einzelgänger. Dieses Solo-Werk mit dem überaus passenden Titel erscheint komplett in Eigenregie wieder unter dem Dach von MeinLabel.

Neben alten Bekannten wie D-Bo und Kobra gehen diesmal unter anderem Ercandize und MOK mit an den Start. Verschiedene Produzenten steuern Beats bei. Dennoch erstickt Taichi aufkommende Zweifel im Keim: Er hat es alleine geschafft, aus eigener Kraft - denn der Weg zur Erkenntnis ist ein einsamer Pfad. Die Musik betrachtet Taichi als seine "Therapie" - entsprechend betitelt er 2008 ein weiteres Album.

Auch nach Jahren hat die Härte des Geschäfts Taichi nicht abstumpfen lassen. Hinter seinen zahlreichen Namen versteckt dieser MC einen sensiblen Geist, der jeden seiner Tracks beseelt und mit-erlebbar macht. Und siehe da: Das klappt auch ohne Gangsterposen.

News

Alben

Taichi - Aussenseiter: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2007 Aussenseiter

Kritik von Dani Fromm

Sich treu zu bleiben, zahlt sich aus (bis zum Erbrechen). (0 Kommentare)

Taichi - Top Story: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2006 Top Story

Kritik von Philipp Gässlein

Hervorragende Beats, aber keine echten Top Stories. (0 Kommentare)

  • Taichis Homepage

    Zahlreiche Infos und Extras.

    http://www.tightchi.de
  • Facebook

    Taichi bei Facebook.

    https://www.facebook.com/TaichiMusikDe

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