Porträt

laut.de-Biographie

Schwervon

Deutsche Bandnamen tauchen bei internationalen Bands immer häufiger auf. Schaut man zum Beispiel nach Spanien begegnet man Gruppennamen wie "Eilt!" oder "Schwarz". Auch Amerika ist immer wieder von der deutschen Sprache begeistert. Schwervon ist die nächste Antifolk-Attraktion aus New York. Dahinter verbergen sich Major Matt Mason und Nan Turner. Ein temperamentvolles, lustiges und sehr sympathisches Paar aus der Szene, wo u.a. Kimya Dawson, Adam Green und Jeffrey Lewis zu Hause sind.

Major Matt Mason beginnt in den späten 80er Jahren sich der Musik zu widmen; dabei gerät er schnell in den Punkrock-Underground von Kansas City und spielt Gitarre bei "Magic Nose" und "Dracomagnet". 1993 zieht es den kräftigen Landburschen der Liebe wegen nach New York, die allerdings schon nach einer Woche endet. Die abgefuckte Großstadt mit ihrer hohen Kriminalitätsrate deprimiert und inspiriert den Künstler zugleich. Schnell findet er in der Antifolk-Szene sein zu Hause. Eine neue Boheme hat sich dort gebildet.

Menschen mit zerzausten Haaren und kaputten Instrumenten versammeln sich und rebellieren gegen eine angepasste Welt. Was für die einen das CBGB's ist, ist für den Folk-Punk das Sidewalk Café. Hier stehen alle mal vor dem Mikrofon. Ob im Hasenkostüm, wie einst die Moldy Peaches, ob mit Gitarre oder nur mit Megaphon begleitet. Wer was zu sagen hat, der schreit es in die Welt hinaus und wenn es ankommt gibt es die erste Demo-CD und dann kann man gleich schon mal die Europatour planen.

Um sich die teure Miete in New York leisten zu können, arbeitet Matt tagsüber in einem Audio-Digital Studio und widmet sich abends seiner größten Leidenschaft, der Musik. Er schreibt jede Menge Lofi-Liebeshymnen auf seiner Akustikgitarre, die er mit einem simplen Kassettenrecorder aufnimmt. Die Inspiration seiner Songs reicht von Bob Dylan bis zu Sonic Youth. Bad People Rule The World erscheint 2005 auch endlich offiziell in Europa.

In seinem eigenen Apartment-Studio nimmt er vorwiegend befreundete Künstler auf (u.a. The Wowz). Dabei geht es nicht darum, ein Superstar zu werden, sondern viel mehr, zusammen zu sitzen, zu jammen und einen freundschaftlichen Austausch zu praktisieren. Eine Musikszene in der man sich wohlfühlt und von der so manche andere Städte nur träumen können.

Auf einem Konzert von Matt trifft er auf Nan Turner, die ursprünglich aus Washington kommt. Sie schwärmt schon lange von einer eigenen Rrrriot Girl Band und spielt von 1996 bis 2001 in der Formation Bionic Finger. Neben ihren Lieblingsbeschäftigungen, wie ihre Katze Gummo füttern, Mixkassetten aufnehmen und stricken, schreibt sie nach Auflösung der Band ihre eigenen Songs.

Sie singt, spielt Gitarre, Keyboard und Schlagzeug. Ihre erste Solo-EP heißt "Leg Out" und dabei unterstützt sie u.a. Bassistin Christine "Sharky" Murray. Die beiden kennen sich bereits aus der Zeit von Bionic Fingers und einem weiteren Bandprojekt namens Pantsuit. Eine ebenfalls hörenswerte Freundinnengruppe, mit der Nan im April 2005 gemeinsam mit Major Matt Mason in den USA und England auf Konzertreise geht.

Schon nach ihrer ersten Begegnung wissen Matt und Nan, dass sie für einander bestimmt sind. Gemeinsam gründen die Süßes-, Hund- und Katzenliebhaber das Rock'n'Roll-Blues-Pop-Duo Schwervon. Ihr erstes Album "Quick Frozen Small Yellow Cracker" erscheint 2003 auf Shoeshine Records - einem charmanten, schottischen Label von Francis McDonald, auf dem auch wunderbare Platten von ihm selbst, Alex Chilton, Kim Fowley, The Beauty Shop und BMX Bandits veröffentlicht werden.

Im März 2005 sind Schwervon mit Kimya Dawson auf Europatour und begeistern selbst in Deutschland die Adam Green-Fans. Dabei stellen sie ihr Album Poseur vor, dass genauso charmant und poppig rüberkommt wie das Duo selbst. Und weil es ihnen in Europa so viel Spaß gemacht hat, kommen sie immer gerne wieder.

"Elephant In The Room" ist dann die erste Veröffentlichung für Nan und Matt auf einem deutschen Label. Nach dieser "Greatest Hits"-Kollektion folgen weitere Alben. In Amerika erscheinen sie weiterhin auf dem Bandeigenen Label Olive Juice. In Deutschland begibt man sich nach Haute Areal (Sedlmeier, The Aim Of Design Is To Define Space, Werle) nun in die freundlichen Hände des Kölner Labels Sitzer Records. Damit verlassen Schwervon immer mehr ihre heimatlichen Wurzeln des Antifolk und kreieren eine Art schrillen Blues-Trash. Nach wie vor mit ganz viel Liebe im Detail, LoFi, scheppernd und frisch. Kein Zweifel: Die Geschichte der Antifolk-Szene ist noch lange nicht vorbei.

Alben

Schwervon - Low Blow: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2009 Low Blow

Kritik von Jasmin Lütz

Lo-Fi und DIY steht den Antifolkern noch immer gut zu Gesicht. (0 Kommentare)

Schwervon - Poseur: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2005 Poseur

Kritik von Jasmin Lütz

Von Schwervon Begriff kann hier nicht die Rede sein. (0 Kommentare)

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