Porträt

laut.de-Biographie

Rustie

"In diesem aufrührerischen jungen Hirn passiert innerhalb von zehn Minuten mehr als in mancher kompletten Karriere." Mit Mitte 20 sitzt Russell Whyte alias Rustie in Mary Anne Hobbes' Radioshow auf BBC Radio 1 und löst anlässlich seiner "Bad Science"-EP pure Begeisterung aus.

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Matthias Manthe über die Berliner Spaßjugend, Mount Kimbie, N.E.R.D., Crystal Castles und die Modefarbe des Sommers.

Wie ein tropischer Regensturm, der in einem Handy gefangen sei, klingen seine musikalischen Ergüsse - laut NME. Das Debüt "Glass Swords" erobert 2011 gleichermaßen die Jahresbestenlisten von Guardian, Pitchfork und Wire.

Gemeinsam mit dem ebenfalls aus Glasgow stammenden Hudson Mohawke verkörpert er seit 2009 eine neue Generation der elektronischen Avantgarde, die, wie könnte es anders sein, in der unmittelbaren Umgebung von Warp Records ihre Geburtsstunde feiert. Anders als die Labelgrößen Flying Lotus oder Aphex Twin findet Rustie seine Ursprünge und Innovationen allerdings nicht im Jazz.

Zum Ende seiner Teenagerjahre legt der Schotte die Gitarre beiseite und widmet sich ganz Turntables und Produktionssoftware. Seinen Stil findet er jedoch erst nach zwei bis drei Jahren Spielerei. "Ich hab' eine Zeit lang ein paar Sachen produziert und an Labels gesendet, aber das meiste Zeug war Müll." Er gehört eben eher zum Playstation- oder Gameboy-Jahrgang.

Dementsprechend präsentiert sich etwa das Zweitwerk "Green Language" 2014 online als interaktives 8-Bit-Videospiel auf Basis von Synthiesounds. Die bilden wiederum Kolchosen aus Hip Hop, Dubstep, Wonky, Grime und Trance und sind zugleich verwandt mit bombastischem US-EDM-Sound der Marke Skrillex wie mit UK-Rave. Um seinen expressiven Tech-Mix zu bewerben, erfindet der Veranstalter eines Gigs kurzerhand eine neue Genrebezeichnung: Aqua-Crunk.

Etwa in die gleiche Zeit fällt die Gründung des Künstlerkollektivs LuckyMe. Das Label macht es sich zunächst zur Aufgabe, den weißen Fleck in der Form Schottlands auf der Hip Hop-Landkarte aufzufüllen, wächst jedoch binnen kurzer Zeit zum Originellsten und Jugendlichsten heran, das die schottische Kunst- und Musikszene zu bieten hat.

Rustie - Green Language
Rustie Green Language
Mehr Features, weniger Metamphetamin.
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Noch bevor er bei LuckyMe Mitglied wird, kommt Rustie auf verschiedenen Partys in und um Glasgow immer wieder in Kontakt mit den dortigen Kollegen, die mit wenigen Ausnahmen (Hudson Mohawke, Machinedrum, Lunice) außerhalb der Highlands zunächst weitgehend unbekannt bleiben.

Rustie hingegen macht sich schnell einen Namen. Remixe von Zombys "Spliff Dub" für Hyperdub und Jamie Lidells "Another Day" für Warp ebnen den Weg zu seinem ersten Langspieler, dem die viel beachtete EP "Bad Science" und die Single "Zig-Zag" vorausgehen.

Dabei zielt er jedoch von Anfang an auch stark auf den amerikanischen Markt. Schon früh formuliert der Inselbewohner Interesse an einer Kooperation mit Hip Hop- und R&B-Größen, was in Produktionen und Rap-Features mit Danny Brown, AlunaGeorge oder D Double E mündet.

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  • LuckyMe

    Kollektiv um Rustie und Hud'Mo'.

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