Porträt

laut.de-Biographie

Zomby

Das traditionelle Dogma unter Produzenten elektronischer Musik, die eigene Personalie aus dem öffentlichen Blickfeld zu halten, lebt in den Nullerjahren vor allem in der UK-Dubstep-Avantgarde weiter.

Wie Genre-Pionier Burial zieht auch Zomby die Schattenexistenz dem Blitzlicht vor: Auf Fotos und bei Live-Auftritten verhüllt oder Anonymous-maskiert, ohne handfesten biografischen Abriss auf der Webseite, bleibt Zomby namenloses Mysterium, was dem sophisticated Sound natürlich keinen Abbruch tut, sondern, im Gegenteil, den Buzz unter Szene-Nerds und professionellen Web-Förstern auf der Suche nach Informationsfragmenten nur noch befeuert.

Nichtsdestotrotz weiß man nicht viel mehr, als dass der Künstler hinter dem Pseudonym mit 14, 15 anfing, gemeinsam mit einem Freund an Breaks zu basteln. Inspiration findet er in Aphex Twin-IDM genauso wie in Wileys Eskibeat. 2007 veröffentlicht er, noch ohne Label im Hintergrund, die EP "Memories".

Das wichtigste Dubstep-Outlet jener Zeit, Kode9s Hyperdub, bekommt Wind vom unbekannten Eklektiker-Genius. 2008 veröffentlicht der Brite seine erste kommerzielle und selbstbetitelte Extended Play bei eben jener Plattenfirma, die neben Underground-Superstar Burial auch Darkstar, Cooly G, Terror Danjah und Laurel Halo beheimatet.

Im selben Jahr debütiert er auf Actress' Werk Discs-Label mit dem Album "Where Were U In '92?". Die Platte zollt im Titel der glor- und drogenreichen Rave-Hochphase der frühen 1990er Tribut, transzendiert den Rave-Sound aber anhand von Jungle-, Breakbeat-, Dubstep- und House-Passagen. Simple Hintergrundbeschallung ist seine Sache nicht, die atmosphärischen Wechsel und Stimmungsschwankungen erfordern aufmerksames Zuhören.

Auf späteren Veröffentlichungen formuliert Zomby seinen Chiptune-modulierten UK Garage-Style weiter aus. In typischer Post-Dubstep-Manier umweht die Tracks meist ein nokturner, angespukter Charme. Dennoch bleibt der Beatmaker weiter ungreifbar, seine Verortung gelingt nur flüchtig. Irgendwo zwischen 8-Bit-Step, experimenteller Electronica und tanzbarem Ambient hantiert die Kritik mit Begriffen.

In jedem Fall erschließt ihm der Genre-Spagat unterschiedlichste Hörerkreise, weshalb Zomby 2011 auch bei der Avant-Indierock-Grande Dame 4AD einen Plattenvertrag zeichnet. Dort erscheint das zweite Album "Dedication".

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