Porträt

laut.de-Biographie

Nosaj Thing

Los Angeles-Produzent Nosaj Thing kreiert ätherischen, Synthie-basierten Instrumental Hip Hop, dessen Einflüsse von Boards Of Canada und DJ Shadow bis Danny Elfman und Erik Satie reichen.

Als Kind lässt sich Jason Chung, Jahrgang 1985, vom Hip Hop-Radio inspirieren, das der Busfahrer auf dem Weg zur Schule laufen lässt. Insbesondere der Turntablism der DJ-Crew Beat Junkies gewinnt sein Herz. In der Highschool entdeckt Chung Drum'n'Bass und Rave für sich, während er im Schlagzeug-Orchester der Schule spielt.

Zu Hause setzt er sich mit 13 einfach an den veralteten PC seines Vaters und fängt an, eigene Beats zu erschaffen. Der Grundstein für den Weg zu einem der gefragtesten experimentellen Electronica-Produzenten zwischen Ambient und Glitch Hop ist gelegt.

Die Spätschicht in einem Musikgeschäft nutzt der Amerikaner, um sich immer wieder in die kleine Aufnahmestudio-Zelle zu quetschen, die sich im Laden befindet. Dort errichtet Chung Versuchsanordnungen an Software-Synthesizern, spielt mit Soundfiltern und Melodien … bis die Rohversion seines Tracks "2222" steht.

Besagtes Stück findet sich knapp drei Jahre später, nämlich 2009, auf Nosaj Things Albumpremiere "Drift" wieder. Es erscheint auf Alpha Pup Records, der Plattenfirma von Daddy Kev, dem Erfinder der stilbildenden Beats-Partyreihe Low End Theory. Moderne Soundentwürfe à la Shlohmo oder Apparat finden sich darauf genauso wie Verneigungen vor klassischen Ambient-Komponisten.

Im Epizentrum der L.A.-Instrumental Hip Hop-Szene begegnet Nosaj Thing den Genre-Innovatoren Flying Lotus, The Glitch Mob und Daedelus lange vor deren Durchbruch in den Indie-Mainstream. Als Produzent raffiniert er Tracks von Busdriver, Kendrick Lamar und Kid Cudi. Als Erfindungsgeist auf der Schwelle zwischen Glitch und IDM wird Chung auf progressive Festivals wie Coachella und Sónar geladen, im BBC Radio präsentiert und im New Yorker verhandelt.

"Wie so viele, stehe ich definitiv auf Jay Dee und Madlib. Ich habe sehr viel A Tribe Called Quest gehört, als ich zur Schule ging", sagt der Künstler. "Die Beats vom 'Beats, Rhymes And Life'-Album habe ich richtig gefühlt." Zu Hause bevorzugt er Bands wie Radiohead, Cornelius und Blonde Redhead (deren Sängerin er auf dem zweiten Album "Home" 2013 featurt), aber auch Pianoarbeiten von Satie, Chopin und Debussy.

Über die Cinematic Soundscapes legt er mitunter den eigenen Gesang – natürlich reichlich beziehungsweise bis zur Unkenntlichkeit durch den Filterwolf gedreht. Wenn nicht mit Songwriting oder Remixen beschäftigt, fungiert Nosaj Thing als Talentscout für sein Label Timetable.

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