Porträt

laut.de-Biographie

Blonde Redhead

Die italienisch-japanische Freundschaft steht für emotionale Noise-Attacken, Indie-Rock und betörende Gesangs-Pop-Kompositionen. Alles beginnt 1993 in New York. Hier treffen die Kunststudenten Kazu Makino und Maki Takahashi aus Kyoto und die italienischen Zwillingsbrüder Simone und Amedeo Pace aufeinander. Sie gründen die Band Blonde Redhead, benannt nach einem Song der No Wave-Legende DNA.

Blonde Redhead - Penny Sparkle
Blonde Redhead Penny Sparkle
Düsterer Synthie, betörende Stimme: This must be love.
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No Wave ist eine kurzlebige Bewegung, die zwischen 1977 und 1982 vorwiegend in der Lower East Side stattfindet. Avantgarde, irgendwas zwischen Punkrock und Artrock. Musiker begegnen sich, ohne musikalischen Background und kreieren ihren eigenen Stil am Instrument oder Gesang. Letztendlich zählt die Lautstärke und das Abstrakte. Zu den bekanntesten No Wavern gehören u.a. Sonic Youth, Lydia Lunch, Meat Puppets und Butthole Surfers. Kommerziellen Erfolg hat keine der Bands. Dafür Ruhm und eine große Fangemeinde weltweit.

Blonde Redhead wollen von Anfang an Popmusik machen, in die lebendige Welt des Mainstream eintauchen, am Ende klingt dann allerdings doch alles anders. Zumindest werden sie mit ihren ersten Veröffentlichungen gleich in die Underground/Avantgarde-Schublade gesteckt, und da fühlen sie sich nicht wirklich wohl. Ihre ersten Songs klingen chaotisch und kraftvoll mit Maki am Bass und Simone am Schlagzeug. Kazu und Amedeo sind für den krachigen Gitarrensound und den Gesang zuständig. Als Produzent steht ihnen Sonic Youth-Schlagzeuger Steve Shelley zur Seite, daher wohl auch die gängige Katalogisierung. 1995 entsteht auf seinem Label Smells Like Records das Debüt "Blonde Redhead".

Kurz nach der Veröffentlichung verlässt Takahashi die Gruppe. Als Trio geht es nun erst mal weiter, die nächste Platte erscheint wieder auf Shelleys Label bereits im selben Jahr "La Mia Vita Violenta". Für das dritte Album "Fake Can Be Just As Good" engagieren sie 1997 einen Gast-Bassisten, Vern Rumsey von Unwound. Der wird allerdings ein Jahr später wieder "entlassen", die nachfolgenden Longplayer regieren nur noch Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Wandlungsfähig ist das Trio in jedem Fall. Während es anfangs noch sattere Indie-Gitarren-Noise-Attacken gibt, verlieren sich ihre Songs mehr in Melancholie und Dramatik.

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Vier Jahre liegen zwischen den beiden Alben "Melody Of Certain Damaged Lemons" (2000) und "Misery Is A Butterfly" (2004). Grund der langen Zwangspause ist ein böser Pferdetritt, den Makino 2002 erleidet. Danach ist sie ständig auf fremde Hilfe angewiesen und kann kaum noch etwas alleine machen. "Misery Is A Butterfly" reflektiert die Zeit der Erholung, Makino bedankt sich mit einigen Textzeilen bei Ärzten und Freunden, die ihr so sehr geholfen haben. Mit dieser Platte wechseln Blonde Redhead zu 4AD, einem fantastischen Label, bekannt durch Künstler wie Beirut, Pixies, Kristin Hersh, Scott Walker, TV On The Radio, Birtday Party und viele mehr. "Misery Is A Butterfly" ist das kommerziell erfolgreichste Album der Band, was mit Sicherheit nicht nur an der Krankheitsgeschichte liegt.

Die bittersüße Grundstimmung hält das Trio bei, aber die Melodien werden frischer und massentauglicher. Elekto-Arrangements zaubern verträumte Popstrukturen. 2007 heißt es "23", was nichts mit Verschwörungstheorien zu tun hat. 23 ist lediglich Kazus Appartmentnummer in New York. Zehn makellose Popmelodien und wohltuender Damen– und Herren-Gesang betören die alten und neuen Fans auf der mittlerweile siebten Veröffentlichung. Im selben Jahr verzaubern die Drei auf Tour Fans in Amerika und Europa.

2010 beschreiten Kazu und die Pace-Brüder andere Wege: Die Gitarre tritt in den Hintergrund, auf ihrer zehnten Scheibe "Penny Sparkle" lassen Blonde Redhead düsteren Synthie-Effekten den Vortritt. Traurig-schöne Kompositionen gepaart mit Kazus fragiler Mädchenstimme besiegeln den Hang der Drei zu mystischem, rätselhaft-verspuktem Sound. Die shoegazig wabernden Melodien bringen jedes Melancholikerherz zum Schmelzen.

Alben

Blonde Redhead - 23: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2007 23

Kritik von Jasmin Lütz

Elekto-Arrangements zaubern verträumte Popstrukturen. (0 Kommentare)

Videos

Not Getting There
Equus
Melody
23

Termine

Sa 04.10.2014 Fribourg (Fri-Son)
So 05.10.2014 Luzern (Schüür)
  • Offizielle Seite

    Ausführlich, aktuell und verträumte Grafik.

    http://www.blonde-redhead.com
  • MySpace

    Schöne Ergänzung zur offiziellen Homepage.

    http://www.myspace.com/blonderedhead

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